Auch die Verwaltung ist Petrus übertragen, sowohl beim Binden als auch beim Lösen. Es ist die Vollmacht, hier auf der Erde öffentlich zu handeln, mit der Verheißung der Anerkennung im Himmel: „Was irgend du auf der Erde binden wirst, wird in den Himmeln gebunden sein, und was irgend du auf der Erde lösen wirst, wird in den Himmeln gelöst sein.“ Das wird zuerst zu Petrus gesagt. Zweifellos gilt das Binden und Lösen auch für die anderen Jünger, nicht nur für die Apostel, sondern, wie ich glaube, für die Jünger als solche, wie wir in Matthäus 18:18 lesen: „Wahrlich, ich sage euch: Was irgend ihr auf der Erde binden werdet, wird im Himmel gebunden sein; und was irgend ihr auf der Erde lösen werdet, wird im Himmel gelöst sein. Vergleiche auch die Aufforderung in Johannes 20,19-23. Nach diesem Prinzip werden Menschen in die christliche Versammlung aufgenommen, und nach diesem Prinzip werden böse Menschen verstoßen, bis Buße ihre Wiederherstellung rechtfertigt. Die Apostel oder Jünger vergeben die Sünden natürlich nicht im Blick auf das ewige Gericht. Dazu hat allein Gott die Macht. Aber Gott verlangt von uns, den Zustand eines Menschen zu beurteilen, um ihn in den Kreis derer, die hier unten den Namen Christi bekennen, aufzunehmen oder von ihm auszuschließen.
Aber der Herr nennt hier, was allgemein und dauerhaft ist: „Wahrlich, ich sage euch: Was irgend ihr auf der Erde binden werdet, wird im Himmel gebunden sein, und was irgend ihr auf der Erde lösen werdet, wird im Himmel gelöst sein.“ Dies geht über die Vollstreckung oder Aufhebung eines Urteils über das Böse hinaus und bezieht sich auf die allgemeinere Autorität der Versammlung, die für Christus handelt.
What is a meeting of the Assembly? (HR) Was ist ein Zusammenkommen als Versammlung?
Die Versammlung hat also eine Aufgabe: die der Aufnahme in oder des Ausschlusses aus der Versammlung. Ihre Beschlüsse werden im Himmel anerkannt. Ihre richterliche Autorität entspringt ganz und gar der Tatsache, dass der Herr in ihrer Mitte ist und dass sie auch die Führung des Heiligen Geistes besitzt. Es ist sehr wichtig zu beachten, dass der zwanzigste Vers, „bin ich in ihrer Mitte“, sich sowohl auf Vers 18 als auch auf Vers 19 bezieht, von dem wir später sprechen werden. Die Macht bleibt bestehen, und sei es nur in der Mitte von zwei oder drei, die auf dem Boden der Versammlung in seinem Namen versammelt sind, denn er ist persönlich da.
Jesus in the midst (WWF) Jesus in der Mitte
Aber es wird nicht davon gesprochen, dass es eine später folgende Autorität nach Petrus gibt, es sei denn, man betrachtet das Wort des Herrn in Matthäus 18 so. Dort spricht der Herr von der Versammlung, einer versammelten Gesellschaft, die von der Schuld eines Bruders erfahren kann, und sagt zu den Jüngern: „Wahrlich, ich sage euch: Was irgend ihr auf der Erde binden werdet, wird im Himmel gebunden sein, und was irgend ihr auf der Erde lösen werdet, wird im Himmel gelöst sein.“
Dies steht in unmittelbarem Zusammenhang mit seiner eigenen Gegenwart inmitten der zwei oder drei, die zu seinem Namen hin versammelt sind (Verse 18-20). Folglich ist die einzige Form, in der die Petrus gewährte Vollmacht weitergeführt wird, diejenige, die der Herr zweifellos seinen versammelten Heiligen gewährt hat, wie wenige und schwach sie auch sein mögen.
Wenn also eine Person von der Welt aufgenommen wird, „vergibt“ oder „löst“ die Versammlung. Wenn jemand aus der Mitte der Heiligen ausgeschlossen wird, „behält“ oder „bindet“ die Versammlung die Sünde(n). Dies tun sie auf der Grundlage der Autorität seines Wortes und seiner Gegenwart in ihrer Mitte. Die Briefe an die Korinther liefern uns dafür eine Illustration. Im ersten Brief fordert der Apostel die Versammlung auf, die böse Person aus ihrer Mitte zu entfernen.
Simple Papers on the Church of God (CES) Schlichte Artikel über die Versammlung Gottes
Da die Versammlung aus denen besteht, die einst Kinder des Zorns waren und in denen das Fleisch, die Sünde, der alte Mensch, noch fortbestehen würde, wusste Christus sehr wohl, wie Heilige versagen können und wie wachsam der Feind ist, um Verderben in das einzuführen, was er nicht zerstören kann.
Die Apostelgeschichte veranschaulicht dies in der Geschichte von Ananias und Sapphira. Die Briefe von Paulus, Johannes und Judas bezeugen es ebenfalls. Deshalb hat Christus die Versammlung mit der Vollmacht ausgestattet, mit den im Bösen Lebenden in ihrer Mitte auf die ernsteste Weise umzugehen: „Was irgend ihr auf der Erde binden werdet, wird auch im Himmel gebunden sein; und was irgend ihr auf der Erde lösen werdet, wird auch im Himmel gelöst sein.“ Was für eine Autorität ist das! Was auf Erden getan wird - natürlich nur, wenn es richtig getan wird -, wird im Himmel bestätigt.
Gott erkennt und bestätigt ausdrücklich die „gerichtlichen" Handlungen der Versammlung und hält sie aufrecht. Wenn sie auf einen Menschen seine Sünde bindet, ist diese im Himmel gebunden. Wenn sie den Menschen von seinen Sünden löst, indem sie ihn als jemand aufnimmt, der für den Tisch des Herrn passend ist, wird diese Handlung im Himmel anerkannt. In Korinth wurde diese Macht ausgeübt, und der sündigende Bruder spürte sie. Der Welt mag es als eine Kleinigkeit erscheinen, dass der Einzelne wegen schwerer Sünde aus der Mitte der Heiligen Gottes ausgeschlossen wurde.
Quelle: bibelpraxis.de/a9142.html