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Vor einiger Zeit las ich einen sehr langen Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung,
der überschrieben war mit dunkler Familiengeschichte.
Und die Hauptüberschrift war, wir müssen über Opa reden und seine Zeit bei der SS.
Offensichtlich ist über viele Jahre, Jahrzehnte, die Geschichte des Großvaters,
der bei der SS eine Rolle gespielt hat, einfach totgeschwiegen worden.
Und man hat so getan, als ob es eine schöne, eine gute Familiengeschichte war,
bis, wie so oft, dann doch irgendwann, irgendwie, durch irgendeinen Zufall oder auch Nicht-Zufall Dinge herausgekommen sind.
Es geht um einen Großvater M.W., der 1907 geboren wurde, 1991 starb,
aber schon im August 1930 in die NSDAP eingetreten ist.
Das hat die Autorin von ihrer Schwester in einem Gespräch erfahren.
Diese hatte eben nachgefragt bei den Archiven.
Die erste massive Eintrittswelle in die Partei setzte nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten ein, also 1933.
Da gab es wohl eine niedrige sechsstellige Mitgliedsnummer und der Opa war eben einer davon.
Er war anscheinend zunächst Zellenleiter, dann, also das war so eine Art örtlicher Funktionär,
dann ging er in die Gestapo und später in die SS.
Während des Krieges heißt es, habe er einen Bürojob im polnischen Lublin gehabt,
aber das Besondere ist, dort gab es mehrere Lager, auch KZ, Konzentrations- und Vernichtungslager wie Majanek.
Das ist eben über viele Jahre einfach nicht bekannt gewesen.
Ich kann und will jetzt unmöglich den ganzen Artikel da wiedergeben,
aber natürlich ist das für eine, damals dann, als es rauskam, erwachsene Enkeltochter,
der das total neu war, die das nie gehört hatte in der Familie, etwas Furchtbares gewesen.
Ihr Großvater ein Judenfeind, es hieß doch immer, er sei im Krieg gewesen.
Ihr Vater, der das wusste, hat auch nichts davon weitergegeben.
Die Autorin hat dann eben eine Zeit lang, nachdem sie erst das als erwachsene Frau gehört hat,
dann nichts davon wissen wollte, dann später eben doch recherchiert und festgestellt,
dass das Schweigen in der Familie Hand in Hand mit dem kollektiven Schweigen der Gesellschaft gegangen ist.
Erinnert Dich das an aktuelle Geschehnisse?
Manche ja, manche verschließen auch davor die Augen.
Das Schweigen heißt es im Artikel prägt dabei sowohl die Überlebenden, Verfolgten und ihre Nachkommen,
als auch die Familien der Täter und Mitläufer.
Manche waren eben traumatisiert, andere waren feige und selbstverleugnerisch,
je nachdem zu welcher Gruppe man eben gehörte.
Die gesellschaftliche Aufarbeitung hat ja in den 70er Jahren sozusagen eine institutionalisierte Form gefunden,
zum Beispiel durch die Auschwitzprozesse und auch durch die Prozesse der sogenannten 68er.
Aber eben solche, die zu den sogenannten Keimzellen der Gesellschaft gehörten, da passiert eben oftmals nicht.
Und das selbst in Familien und dazu zählt sich die Autorin, von der sie eigentlich behaupten würde,
dass man sich gut verstand und auch wirklich miteinander in das Gespräch gekommen ist.
Und so hat das dazu geführt, dass ihr Alltag sich total verändert hat,
dass sie eben, als das dann herauskam, auf einmal nichts mehr war, wie vorher.
Sie selber sozusagen traumatisiert wurde und Dinge für sie nicht mehr annehmbar wurden.
Nun, wer sich damit beschäftigen will, kann das ja lesen.
Das hat mich nur erinnert daran, wie wir auch als Christen oft mit Themen umgehen,
die einen schwarzen, einen dunklen Schatten auf unser Leben werfen.
Ich möchte mal ein Beispiel aus Gottes Wort nennen,
wo wir finden, dass Dinge wirklich eben einfach anscheinend totgeschwiegen wurden.
Jedenfalls lesen wir überhaupt keinen Hinweis darauf, dass das aufgearbeitet wurde.
Ich denke an Abraham, diesen großen Glaubensmann, von dem wir so viel lernen können,
der in so vieler Hinsicht wirklich vorbildlich gewesen ist.
Aber wie heißt es denn? 1. Mose 12, da lesen wir ab Vers 9, 1. Mose 12, ab Vers 9:
"und Abraham zog fort, immer weiterziehend in den Süden.
Es entstand aber eine Hungersnot im Land und Abraham zog nach Ägypten hinab".
Und dann heißt es in Vers 11: "Es geschah, als er nahe dran war, nach Ägypten zu kommen,
sprach er zu Sarai, seiner Frau Sarah, sieh doch, ich weiß, dass du eine Frau schön von Aussehen bist.
Und es wird geschehen, wenn die Ägypter dich sehen, so werden sie sagen, sie ist seine Frau
und sie werden mich erschlagen und dich leben lassen, sage doch, du seist meine Schwester".
Und dann verleugnet er sie und der Pharao bekommt Mitteilung und möchte sie sich zu einer seiner Frauen nehmen.
Gott verhindert das gerade. Das ist eine böse Sache, seine Ehefrau zu verleugnen.
Wie viele Männer von uns haben schon in der Öffentlichkeit unsere Ehefrauen verleugnet,
wenn sie nicht dabei waren, um irgendwie vielleicht mit anderen Frauen zu schäkern, zu flirten.
Das ist Fall Nummer 1. Dann kommt Fall Nummer 2, 1. Mose 20, 18 Verse lang.
Ein ganzes Kapitel geht darum, dass Abram seine Frau ein zweites Mal verleugnet hat.
Und da heißt es in Vers 13: "es geschah", sagt er da zu diesem Abimelech,
"es geschah, als Gott mich aus dem Haus meines Vaters wandern ließ, da sprach ich zu ihr,
dies sei deine Güte, die du mir erweisen mögest. An jedem Ort, wohin wir kommen, sage von mir erst mein Bruder".
Das heißt, das war sogar Strategie, das war jetzt nicht einfach nur Unfall,
entschuldigt, Sünde ist nie Unfall, aber es war Strategie, die Abram mit Sarah vereinbart hat,
aber eben, weil Abram sich fürchtete. So, das war dunkle Familiengeschichte der Vergangenheit.
Ist die aufgearbeitet worden? Ist sie offensichtlich nicht.
Denn was lesen wir in 1. Mose 26 Vers 6: "So blieb Isaak in Gera und die Männer des Ortes
erkundigten sich nach seiner Frau und er sprach, sie ist meine Schwester".
Nun, bei ihr Schwester, also bei Abram konnte man das ja noch irgendwie argumentieren.
Auch hier war Verwandtschaft bei Isaak und Rebekka, aber von Schwester war ja keine Rede.
Das war einfach böse, das war Lüge, das war Verleugnen seiner Ehefrau.
Wie kam das? Das war seine Sünde, natürlich war das seine Sünde,
aber die Dinge sind nicht aufgearbeitet worden. Es ist nicht in der Familie darüber gesprochen worden,
was für eine dunkle Geschichte da war, die ja gewaltige Folgen hatte. Das dürfen wir nicht übersehen,
dass durch Hagar, aus Ägypten in 1. Mose 12, dann auch ein Ismael ein Halbbruder von Isaak geworden ist.
Also wir haben es hier wirklich mit gewaltigen, mit traurigen, mit nachhaltigen Folgen zu tun,
aus einem sündigen Handeln. Das heißt, erstens, warum widmen wir uns einem solchen Thema?
Weil Tod schweigend von dunkler Vergangenheit nicht hilfreich ist. Es ist nicht hilfreich.
Wir meinen zwar, damit kann man irgendwie schützen, das Gegenteil ist der Fall,
wie wir aus Gottes Wort finden. Zweitens, das beste Beispiel dafür ist Abraham.
Er hat eine schwerwiegende Sünde begangen und statt, dass sie aufgearbeitet wurde,
dass er auch mit seinem Sohn darüber gesprochen hat, hat er das Tod geschwiegen
und Gottes Wort bringt das ans Licht. Gottes Wort bringt ans Licht, was das für Folgen hat,
wenn wir über solche Dinge schweigen, dass das bei unseren Kindern dann genauso weitergehen kann.
Denn es kommt drittens, der Zeitpunkt, wo die Dinge sowieso geklärt werden.
1. Korinther 4 Vers 5: "So urteilt nicht irgendetwas vor der Zeit, bis der Herr kommt,
der auch das Verborgene der Finsternis ans Licht bringen und die Überlegungen der Herzen offenbaren wird,
und dann wird einem jeden sein Lob werden von Gott", wenn es etwas zu loben gibt, nämlich für die Gläubigen.
Das ist der Richterstuhl des Christus. Davon lesen wir noch in 2. Korinther 5 Vers 10:
"Denn wir alle müssen vor dem Richterstuhl des Christus offenbar werden,
damit jeder empfange, was er in dem Leib getan hat, nachdem er gehandelt hat, es sei Gutes oder Böses".
Ja, es werden die Dinge so oder so einmal offenbar werden.
Aber da werden Dinge offenbar werden, die wir nicht hier schon bekannt und in Ordnung gebracht haben.
Und manchmal müssen wir Dinge auch vor unseren Kindern,
müssen wir Dinge auch vor den Glaubensgeschwistern offenbar machen,
müssen wir dazu stehen, müssen wir sie bekennen.
Das soll immer in dem kleinstmöglichen Bereich sein, nicht in dem größtmöglichen Bereich,
sondern in dem kleinstmöglichen Bereich.
Aber der kann manchmal sein, Familie, der kann manchmal sein, die örtliche Versammlung,
der kann manchmal sein, die Versammlung, die Gemeinde in einer Region oder sogar in einem Land.
Die Dinge werden so oder so ans Licht kommen.
Und so wie bei Abraham kann Gott eben, und macht Gott das auch,
das Beispiel des Zeitungsartikels zeigt das,
dass Dinge auf einmal eben doch hochkommen, auf einmal doch bekannt werden,
was wir da gemacht haben, was ich da gemacht habe, was wir da entschieden haben.
Und dann ist der Schaden viel, viel größer, als wenn wir selbst die Dinge angegangen wären,
die Dinge selber bekannt hätten, die Dinge selber aufgearbeitet hätten.
Deshalb sagt auch Jakobus in Jakobus 5,16:
"Bekennt nun einander die Sünden und betet füreinander, damit ihr geheilt werdet.
Das insbrünstige Gebet eines Gerechten vermag viel".
Wir sollen die Dinge bekennen.
Damit ist natürlich nicht gemeint, dass wir alles allen sagen sollen.
Das ist gerade nicht gemeint, das meint Jakobus nicht.
Er meint, dass die Sünde, die ich gegen meinen Bruder A begangen habe, auch meinem Bruder A bekenne.
Und die der Bruder B gegenüber Schwester C getan hat, dass er sie gegenüber Schwester C bekennt.
Da geht es also um das konkrete Bekennen gegenüber denen, die betroffen sind.
Aber es gibt eben Dinge, da ist meine Familie betroffen, da muss ich meiner Familie das bekennen.
Es gibt Dinge, da ist die örtliche Versammlung betroffen.
Da ist vielleicht eine Sünde, sagen wir der Hurerei oder der Steuerhinterziehung,
also der Habsucht oder etwas anderes Gewalttätiges.
Und das muss ich an dem Ort bekennen, wo das aufgetreten ist,
wo Gott Gottes Wort dazu Stellung bezieht, dass das zu behandeln ist.
Ein paar Dinge, die man als Beispiel nehmen kann.
Dinge, die vor meiner Ehe gewesen sind, die böse waren.
Bekennen wir die? Bekennen wir die dem Ehepartner, dem Herrn?
Und sagen wir unseren Kindern, das ist der Bereich, das ist der Bereich der Familie.
Wie ist das mit dem grundsätzlichen Versagen in der Ehe, wo man Dinge wirklich verkehrt gemacht hat?
Und das geht jetzt nicht darüber, dass man sich einmal gestritten hat oder dreimal gestritten hat,
sondern wo Dinge wirklich über das Maß, das eben leider durch die alte Natur,
das sündige Fleisch in uns bewirkt wird.
Bekennen wir sie dem Ehepartner? Bekennen wir sie in der Familie auch unseren Kindern?
Besser heute die Dinge offenbar machen, als dass das am Richterstuhl des Christus kommt.
Dann ist der Lohn dahin und dann haben wir unsere Kinder nicht geschützt,
haben wir unsere Kinder nicht bewahrt.
Wie ist das bei Corona gewesen?
Viele sträuben sich ja in der Gesellschaft offensichtlich, aber auch unter uns Gläubigen davor,
dass wir die Dinge aufarbeiten, die da gegangen sind, die passiert sind.
Das ist ja nicht immer ein Schwarz-Weiß-Denken, aber haben wir sie inmitten der Geschwister aufgearbeitet?
Entscheidungen, ob, wann, wo, wie, Brotbrechen, Singen gemacht worden ist?
Das ist ja oftmals von wenigen entschieden worden, die das einfach den anderen auferlegt haben.
Das sind Dinge mit dem Brotbrechen, mit einzelnen Bechern, der Kelch war auf einmal hunderte Kelche,
statt ein Kelch, wie Gott das Wort davon spricht und so weiter,
sind das Dinge, die wir inmitten der Geschwister aufgearbeitet haben, wo Konflikte entstanden sind,
wo Regeln aufgestellt worden sind, 3G, 2G, wo wir doch in der Gesellschaft sehen,
was das für Konflikte sind und untereinander auch.
Und wenn wir sie nicht aufarbeiten in einer gesunden, in einer geistlichen Art und Weise,
dann können wir sicher sein, dass sie an anderer Stelle wiederkommen werden.
Das haben wir doch auch bei anderen Dingen erlebt, oder nicht?
Wie ist das mit Versammlungsentscheidungen am Ort?
Bis heute erlebt man, dass es Gläubige gibt, die fast traumatisiert sind,
wenn man über Geschwister spricht, von denen man sich getrennt hat,
oder die getrennt, die jetzt auf der anderen Seite sozusagen stehen.
Da wird in Bitterkeit noch heute darüber geredet.
Das zeigt doch, dass da Dinge aufzuarbeiten sind.
Wo wir auch fragen müssen, das betrifft immer den Ort selbst,
wo man sich einmal an die Situation erinnern muss, in der man gewesen ist.
Gibt es da noch Dinge, die zu bekennen sind, von denen man sich getrennt hat?
Diejenigen, die einen anderen Weg gehen.
Gibt es da Dinge, die aufzuarbeiten sind in dem Miteinander der Brüder?
Wollen wir das alles totschweigen und unsere Kinder kriegen das dann irgendwie mit
durch Gespräche, durch Verwandtschaft oder durch andere Situationen,
vielleicht auch dadurch, dass jemand zurückkommt oder dann eben jemand später
auch weggeht und in eine andere, ein anders Zusammenkommender geht,
andere Art. Dass dann auf einmal Dinge hochkommen und das ist viel, viel schwerwiegender.
Das ist eine Sache, die viel mehr Schaden anrichtet, wenn man das gleich
nach Gottes Gedanken gelöst hat.
Wie ist das mit falschen Liebschaften, die man vor der Ehe, während der Ehe gehabt hat?
Sind das Dinge, die wir in der Familie bekennen?
Wie ist das mit Abtreibungen, die man begangen hat?
Haben wir das unserer Familie, ich meine jetzt nicht den Eltern, den Geschwistern,
sondern den Kindern in der kleinen Familie, haben wir da ein Bekenntnis abgelegt?
Naja, bei Abtreibungen geht es noch mehr.
Eine Abtreibung hat natürlich auch, weil das ja das Töten eines Menschen ist,
hat natürlich auch eine Komponente, die die Versammlung Gottes selbst betrifft.
Wie ist das bei beruflichen Fehlentwicklungen, wo ich berufliche Entscheidungen,
die verkehrt waren, die böse waren, wo ich nach völlig falschen Maßstäben
das entschieden habe, habe ich das meinen Kindern, meiner Familie bekannt?
Dinge, wo ich vor einen Richter gekommen bin, wo das vielleicht keiner mitbekommen hat,
weil das ohne Präsenz oder in einer Weise stattgefunden hat,
dass das kein anderer mitbekommen hat.
Meinen wir, wir könnten das totschweigen?
Das müssen wir aufarbeiten nach Gottes Gedanken.
Wie ist das mit Erbstreitigkeiten?
Das kommt oftmals dann irgendwie heraus, statt dass wir das in der Familie bekennen.
Wie ist das mit Verleugnungen?
Lassen wir uns das nicht einfach totschweigen.
Mir hat das zu denken gegeben, als ich diesen Artikel gelesen habe,
was für schwerwiegende Folgen das manchmal auch auf eine längere Sicht haben kann.
Und es ist besser, die Dinge zu ordnen, bevor sie geordnet werden,
geordnet werden müssen durch andere.
Und der Schaden für mich, für uns als Familie, für Enkelkinder, für Groß-,
für Urenkel dann viel, viel größer ist, als wenn wir die Dinge gottgemäß
in einer geistlichen Weise angesprochen und auch verarbeitet haben hätten.
Quelle: bibelpraxis.de/a9141.html
Di, 2. September 2025
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