Wie säen wir?
Es geht nicht nur um die Frage, was wir säen, sondern auch, wie wir säen. In diesem Punkt dienen uns die Vorgänge in der Natur ebenfalls als Vorbild. Nicht nur die Saat an sich, sondern auch die Art und Weise, wie wir säen, entscheidet über die Höhe des Ertrags. Darum ist es ausschlaggebend, wie wir säen.
Reichlich
Wenn der Bauer im Frühjahr seine Äcker sparsam besät, dann wir er im Spätsommer auch wenig ernten. Wenn er dagegen seine Äcker großzügig besät, dann wird er auch eine entsprechend reiche Ernte einfahren. Diese „Regel“ gilt auch in geistlicher Hinsicht: „Wer sparsam sät, wird auch sparsam ernten, und wer segensreich sät, wird auch segensreich ernten.“ (2. Kor. 9,6). Wer viel sät, indem er sein Leben dem Herrn zur Verfügung stellt und überströmend ist im Werk des Herrn (Röm 12,1; 1. Kor 15,58), der wird auch viel ernten – nicht unbedingt zu seinen Lebzeiten, aber auf jeden Fall beim Kommen des Herrn Jesus. Wollen wir nicht alle zu denen gehören, die in Bezug auf Gott reich sind (Lk 12,21)?
Mit Ausdauer
Darüber hinaus ist es wichtig, ausdauernd und fleißig zu säen. Wer auf jede Wolke am Himmel achtet und sich durch jeden Umstand beeinflussen lässt, wird kaum in der Lage sein, den Samen auszustreuen (Pred 11,4). Er wird immer einen Grund finden, das Säen auf einen vermeintlich günstigeren Zeitpunkt zu verschieben. Doch beim Säen sollen wir nicht müßig sein, sondern jede Gelegenheit, die sich uns bietet, eifrig nutzen, um für den Herrn und seine Sache zu „säen“, denn wir wissen nicht, „welches gedeihen wird: ob dieses oder jenes, oder ob beides zugleich gut werden wird“ (Pred 11,6). Selbst wenn die Umstände ungünstig scheinen, dürfen wir die Zeit ausnutzen und den Samen des Wortes ausstreuen (2. Tim 4,2).
Mit Tränen
Allerdings geht uns das Säen nicht immer leicht von der Hand. Oft ist es mit großer Mühe und Sorge verbunden, manchmal sogar mit Tränen. Wenn das der Fall ist, kann uns ein Wort aus Psalm 126 neuen Mut machen: „Die mit Tränen säen, werden mit Jubel ernten. Er geht hin unter Weinen und trägt den Samen zur Aussaat; er kommt heim mit Jubel und trägt seine Garben“ (V. 5.6). Das, was in Vollkommenheit auf den Herrn zutrifft, dürfen wir auch für uns in Anspruch nehmen: Einmal wird der Augenblick kommen, wo alle Mühen und Beschwerden für immer vergessen sein werden. Dann werden wir in der Gegenwart des Herrn jubeln und uns an den Ergebnissen unserer Arbeit erfreuen.
In Hoffnung
Der Bauer sät, um zu ernten. Er investiert Arbeit und Mühe in der Hoffnung, einige Zeit später ernten zu können. Dabei vergeht zwischen Saat und Ernte normalerweise eine mehr oder weniger lange Zeit. Auch der Gläubige sät auf Hoffnung. Er weiß, dass die Zeit des Erntens bald kommen wird, aber bis dahin geht er geduldig seiner Arbeit nach (Jak 5,7.8). Gott hat uns auf der Erde zurückgelassen, um Ihm zu dienen und Frucht zu bringen. Auch wenn manche Früchte unserer Arbeit bereits auf der Erde sichtbar werden – die gesamte Ernte wird sich erst im Himmel zeigen. Dort wird der Herr Jesus uns einmal für alles belohnen, was wir für Ihn getan haben (Off 22,12).
Wozu säen wir?
Jede Mühe und jede Arbeit, sei sie noch so klein und unbedeutend, werden wir im Himmel einmal wiederfinden. Selbst für einen Becher kaltes Wasser, den wir in seinem Namen weitergegeben haben, wird der Herr uns einmal belohnen (Mt 10,42). Gott wird unser Werk und die Liebe, die wir für seinen Namen bewiesen haben, nicht vergessen (Heb 6,10). Vom Hochzeitskleid der himmlischen Braut, das aus feiner Leinwand, glänzend und rein, bestehen wird, heißt es: „Die feine Leinwand sind die Gerechtigkeiten (oder gerechten Taten) der Heiligen.“ Alles wird zur Schönheit der Braut und zur Verherrlichung des Herrn beitragen (Off 19,8). An jenem Tag wird der Herr Jesus in seinen Heiligen verherrlicht und in allen denen, die geglaubt haben, bewundert werden (2. Thes 1,10). Ist es nicht der Mühe wert, jetzt und heute dafür zu arbeiten?
Wie lange säen wir?
Solange wir auf der Erde leben, haben wir die Möglichkeit, zu säen. Doch diese Zeit ist begrenzt. Sie wird mit jedem Tag kürzer. Spätestens beim Kommen des Herrn wird die Zeit des Säens für immer vorbei sein. Gelegenheiten, die wir jetzt ungenutzt verstreichen lassen, werden dann nie mehr nachgeholt werden können und Verlust bedeuten. Darum ist es so wichtig, dass wir die Zeit auskaufen und jede Gelegenheit, die sich uns bietet, mit Ausdauer und Eifer nutzen, um für den Herrn und seine Interessen zu „säen“. Heute ist es noch möglich, morgen kann es schon zu spät sein!
Quelle: bibelpraxis.de/a9132.html