Säen und ernten (1)

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Saat und Ernte gibt es aber auch im geistlichen Bereich: Unser ganzes Leben ist in dieser Hinsicht eine Zeit der Aussaat, die eine entsprechende Ernte nach sich zieht. Alles, was wir denken, sagen und tun, stellt im weitesten Sinn des Wortes eine Saat dar, die entsprechende Ergebnisse zur Folge hat. Auch die Verkündigung des Wortes wird in der Bibel mit einer Saat verglichen, die Frucht hervorbringt – je nach der Beschaffenheit des „Herzensbodens“ viel, wenig oder gar keine Frucht (Mt 13,3-8).

Was säen wir?

In der Natur gilt: Jedes Samenkorn bringt eine ganz bestimmte Pflanze mit entsprechender Frucht hervor, die in ihrem Aussehen, ihrer Form und ihrem Geschmack typisch ist für das Samenkorn. Aus Möhrensamen werden keine Tomaten und aus Nelkensamen nie Geranien entstehen. Die Saat bestimmt die Ernte. Dieses Prinzip gilt auch im Geistlichen: Was ein Mensch sät, das wird er auch ernten (Gal 6,7).

Die Frucht des Geistes

Jeden Tag, den wir erleben, säen wir entweder für das Fleisch oder für den Geist. Die Folgen dieser Saat können gegensätzlicher nicht sein: Wenn wir für das Fleisch säen, werden wir vom Fleisch Verderben ernten; wenn wir aber für den Geist säen, werden wir von dem Geist ewiges Leben ernten (Gal 6,8; Hiob 4,8; Spr 22,8). Der Heilige Geist, der in uns wohnt, möchte die Frucht des Geistes in uns hervorbringen: Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Gütigkeit, Treue, Sanftmut, Enthaltsamkeit (Gal 5,22). Er will, dass bei uns etwas von Christus und seinen Schönheiten gesehen wird. Je mehr wir dem Geist gestatten, in uns zu wirken, desto deutlicher wird die Frucht des Geistes in unserem Leben sichtbar werden. Fragen wir uns täglich: Entspringt die Saat, die ich heute ausstreue, meiner sündigen Natur oder dem Geist, der in mir wohnt? Sind der Beweggrund und das Ziel dessen, was ich gerade säe, das Fleisch oder der Geist?

Gute Werke

Gute Werke sind ein wichtiger Bereich, in den wir Zeit und Energie investieren dürfen. Es ist ein weites Arbeitsfeld, auf dem wir alle – Jung und Alt, Brüder und Schwestern – tätig werden können. Alles, was für die anderen nützlich, hilfreich, förderlich und zuträglich ist, gehört zu diesen guten Werken. Auch wenn unser Hauptaugenmerk bei der Ausübung guter Werke auf der Familie des Glaubens liegt, darf sich unsere Wohltätigkeit auf alle Menschen erstrecken. Paulus ermahnt uns in Galater 6, im Gutes tun nicht müde zu werden, „denn zu seiner Zeit werden wir ernten, wenn wir nicht ermatten“ (V. 9). Wer im Vertrauen auf Gott gute Werke tut und damit „in Vorleistung geht“, wird einmal mit einer entsprechenden Ernte belohnt werden. Darum lasst uns nicht müde werden, die Gelegenheiten zu guten Werken zu nutzen, die Gott uns in seiner Gnade jeden Tag schenkt!

Das Evangelium

Das Prinzip von Saat und Ernte gilt auch für die Verbreitung des Evangeliums. Ohne Aussaat gibt es keine Ernte und ohne die Verkündigung des Evangeliums keine Bekehrungen. Wenn wir das Evangelium nicht verbreiten, wird auch niemand die gute Botschaft hören und folglich niemand zum Glauben kommen (Röm 10,14; 1. Pet 1,23). Der Auftrag, den der Herr damals kurz vor seiner Himmelfahrt seinen Jüngern gab, gilt auch uns: „Geht hin in die ganze Welt und predigt der ganzen Schöpfung das Evangelium“ (Mk 16,15). Unsere Verantwortung liegt nicht darin, den „Herzensboden“ unserer Mitmenschen auf seine Beschaffenheit hin zu untersuchen, sondern den Samen des Evangeliums auszustreuen. Ist es uns ein tägliches Anliegen, das Evangelium zu verbreiten und unseren Mitmenschen von Jesus Christus zu erzählen?

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