In dem Moment, in dem ich das Kreuz vor Augen habe und zu Herzen nehme, bekommt alles seinen Platz. Es geziemte Ihm; es geziemte Gott, indem Er viele Söhne zur Herrlichkeit brachte, um den Urheber ihres Heils durch Leiden vollkommen zu machen: Gerade das entsprach Gott. Seine Majestät wird so auf die höchste Weise aufrechterhalten. Der Sohn muss leiden, wenn Er sich dieser Sache annimmt.
Dann finde ich vollkommene Gerechtigkeit gegen die Sünde, aber damit einhergehend unendliche Liebe zu mir, einem armen, wertlosen Sünder. Ich finde also den Sohn des Menschen verherrlicht und Gott in Ihm verherrlicht. So sind alle moralischen Fragen sind in der Gegenwart des offenbarten Wesens Gottes für immer geklärt. Alles ist vollkommen geregelt entsprechend der Natur Gottes und für Gott, und zwar durch das, was zwischen Gott und Christus allein geschehen ist, vollkommen entsprechend ihrer Vollkommenheit.
Was mich selbst betrifft, so sage ich, wenn ich das Kreuz betrachte, dass der einzige Anteil, den ich daran hatte, meine Sünden und meine Feindschaft waren, die Christus gekreuzigt hat. Ich werde durch dieses Holz an den Platz gestellt, der mir zukommt, und gedemütigt. Und doch sehe ich darin das große gerechte Fundament aller göttlichen Ratschlüsse und die unendliche Liebe zu mir. Das aber bringt mich auch dazu, mich selbst zu erkennen. Nichts hat jemals die volle Entwicklung und Offenbarung des Bösen so deutlich gemacht wie das Kreuz. Mögen die Menschen sagen, was sie wollen: Die vollkommene Darstellung des Bösen war dort, und zwar von unserer Seite, aber auch die volle Darstellung des Guten vor und von Gott.
Wenn ich die gegenwärtige Wirkung all dessen in dieser Welt betrachte, so gibt es im weitesten Sinne keine. Die Welt hat sich nicht verändert oder verbessert, wenn man den allgemeinen Zustand der Dinge betrachtet. Christus ist in den Himmel gegangen, nachdem er durch sich selbst unsere Sünden gereinigt hat. Aber was den Zustand der Welt im Allgemeinen betrifft, gibt es keine Wirkung, obwohl viele Seelen gerettet werden. Es entstehen neue Formen des Bösen - Untreue gegenüber dieser Liebe und Gerechtigkeit usw., aber der Zustand der Welt bleibt derselbe, nur verändert durch die Verwerfung von Christus.
Entnommen aus: Die Gegenwart des Heiligen Geistes auf der Erde als Folge der Erhöhung Christi
Quelle: bibelpraxis.de/a9128.html