Früher betrachtete jeder von uns seinen Körper als das Medium, in dem er seinen eigenen Willen ausführen konnte. Jeder von uns behauptete: „Ich bin der Herr über meinen Körper! Er soll meinem eigenen Vergnügen dienen.“
Haben wir ihn nun nach unserer Bekehrung einem anderen übergeben, damit er seinem Willen dient und zu seinem Dienst und seiner Ehre eingesetzt wird? Solange wir das nicht tun, leisten wir keinen wirklich vernünftigen Dienst für Ihn. Wir können im Evangelium nicht nutzbringend sein, ohne zu erkennen, dass ein solcher Kurs die einzig richtige Antwort ist.
Dazu gehört natürlich das, was uns in Vers 2 von Römer 12 aufgetragen wird. Die Nichtanpassung an diese Welt – oder an das jetzige Zeitalter – wird uns kennzeichnen, insofern wir notwendigerweise dem Willen Gottes anpassen. Aber Gott hat seine eigene Art, dies zu bewirken.
Manchmal sehen wir angepasste Christen, die traurigerweise diesem Zeitalter angepasst sind und deren Körper ständig Zeugnis davon ablegen. Manchmal sehen wir auch reformierte Christen, die mit viel Mühe versuchen, Christus äußerlich nachzuahmen und das zu tun, was Er tun würde. Was uns aber hier vor Augen geführt wird, ist der erneuerte Christ, die Erneuerung, die vom Geist im Inneren auf den Körper im Äußeren übergeht.
Unser Vers spricht nicht von dem, was Gott für uns getan hat oder gerade tut. Er spricht von dem, was wir tun sollen. Die Verantwortung wird uns auferlegt. Wir sollen uns nicht nach der Zeit richten, sondern wir sollen verwandelt werden. Beides, das Negative und das Positive, müssen wir Tag für Tag verwirklichen. Die Erneuerung unseres Geistes und die dadurch bewirkte Verwandlung sind nicht etwas, das in einem Augenblick ein für allemal vollbracht ist, sondern etwas, das das ganze Leben hindurch aufrechterhalten und verstärkt werden muss.
Entnommen aus: Ein Kommentar zum Römerbrief
Quelle: bibelpraxis.de/a9119.html