Ist es egal, mit wem ich in der Öffentlichkeit rede?


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(00:00:00) Mit wem reden wir eigentlich? Es hat mich überrascht, als ich kürzlich einen Artikel in Idea las, dass man Johannes Hartl, den bekannten Katholiken und Charismatiker, zu dem 14. Kongress christlicher Führungskräfte nach Karlsruhe eingeladen hatte. Der fand Anfang März 2025 statt. Und da hat Johannes Hartl die Einführung, die Einleitungsrede gehalten. Und das stellt ihn natürlich an eine prominente Stelle. Und ich habe mir ja die Frage gestellt, mit wem reden wir? Ich meine jetzt in der Öffentlichkeit. Wenn wir irgendjemandem begegnen, dann werden wir in aller Regel, wenn es jetzt nicht jemand ist, von dem wir direkt wissen, dass es ein böser Lehrer ist oder jemand, der in Unmoral lebt, mit dem wir keine Gemeinschaft pflegen dürfen, nach 1. Korinther 5, 2. Johannes und so weiter, dann werden wir ja kurz reden. Aber wenn wir in die Öffentlichkeit gehen, wenn es um ein Miteinander in der Öffentlichkeit geht, wie handhaben wir das? Gehen wir mal kurz auf Johannes Hartl ein. Er ist Katholik. Katholik im vollen Sinne des Wortes. Er war ja lange Jahre Leiter des Gebetshauses in Augsburg, (00:01:03) eine Einrichtung der katholischen Kirche, eben in sehr charismatischer Weise. Aber katholisch bedeutet, dass er der Marienverehrung nicht nur ausgesetzt ist, sondern sie propagiert, sie vertritt. Dass er natürlich Glaubensüberzeugung der katholischen Kirche vertritt. Denken wir an die Sakramente, an die heilsnotwendigen Sakramente aus Sicht der katholischen Kirche. Alles, das ist ja nicht nur irgendwie in Teilen verkehrt, sondern das ist grundverkehrt. Das ist etwas, was Gottes Wort letztlich zur Seite rückt. Das ist das, was zum Beispiel der Galaterbrief in höchstem Maß verurteilt. Das ist, was Menschen sich ausgedacht haben und dann zu einer Kirche gebaut haben. Natürlich die Kirche, die begann am Pfingsttag, Apostelgeschichte 2. Und das hat sich dann daraus entwickelt, weil der Mensch eben die Position eingenommen hat, wie der Papst, die eigentlich nur Christus, nur Gott zusteht. Und dann kommt hinzu, dass er eben im hohen Sinn charismatisch ist. (00:02:01) Das kann ja jeder nachvollziehen, kann ja jeder nachprüfen. Und zwar nicht charismatisch in dem Sinne, dass er eine Persönlichkeit besitzt, das tut er auch, die eben beeindruckend ist, sondern eben das, was mit der charismatischen Bewegung in Verbindung steht, mit der Beziehung zu Geistern und Geistern, wo in Sprachen geredet wird und so weiter, wo also die gesamte Palette des charismatischen, unbiblischen Glaubenslebens vorgestellt wird, von einer neuen Geisterweckung und so weiter, was alles nicht in Übereinstimmung ist mit Gottes Wort. So, und jetzt ist das Besondere bei diesem Johannes Hartl, dass er außerordentlich geschätzt wird und akzeptiert wird, gerade im evangelikalen Bereich, weil er eben nicht die Wortarten führt im Mund, die man von der katholischen Kirche gewohnt ist, sondern weil er sehr frei formuliert, weil er sehr anziehend formuliert, weil er in einer Weise auftritt, dass man beeindruckt ist und das beeindruckt viele Menschen. Und deshalb ist er anscheinend ein großer Partner (00:03:04) im evangelikalen Bereich. Und man sieht das ja auch bei Idea, der frühe Idea Spektrum, jetzt Idea, dass sie kein Problem mit diesem Mann haben, obwohl er Glaubensinhalte und in einer Art und Weise vertritt, die ganz im Widerspruch zu Gottes Wort sind. Und man hört immer wieder auch von Gläubigen, von einer eher, wie man so sagen würde, konservativen Prägung, dass sie so beeindruckt sind von der Frische, von der Authentizität, von der Glaubwürdigkeit, von der Art und Weise von Johannes Hartl, dass sie keinen klaren Blick mehr haben, dass da so viel im Widerspruch zu Gottes Wort ist. So können wir wirklich auch unsere Sinne vernebeln lassen, unseren Blick trüben lassen, dadurch, dass Emotionen unser Urteil bestimmen und nicht Gottes Wort. Ja, ich möchte das mal aufgreifen, um anhand dieses Kongresses, und da gibt es ja auch andere Möglichkeiten, sich in der Öffentlichkeit mit Personen zu zeigen, (00:04:01) in der Öffentlichkeit mit Personen zu sprechen, bewusst auch, dass andere das sehen oder dass man das für andere tut, was das eigentlich bedeutet. Und das Erste ist, dass ich Interesse an dieser Person, an einer solchen Person erwecke. Ist ja klar, wenn ich an so einem Kongress den eröffne, mit einem, mit einer Speech, mit einer Rede von Johannes Hartl, dann erweckt das Interesse an seiner Lehre, dann erweckt das Interesse an seiner Person. Und dann werde ich mal weiter nachschauen, wenn ich das spannend finde, wenn ich das faszinierend finde, was hat er denn sonst noch gemacht, geschrieben oder wo tritt er sonst noch auf. Genauso das mache ich, wenn ich auf andere Art und Weise in der Öffentlichkeit mich mit einer Person verbinde, eine Person mit mir verbinde, dann erwecke ich Interesse an dieser Person. Und das sollten wir uns immer bewusst sein. Mit allem, was diese Person bringt, an richtiger oder auch an falscher Lehre, an richtigen oder auch an falschen Verbindungen, an richtiger oder auch an falscher gemeindlicher Bindung. Zweitens ist das eben mehr als nur ein Interessewecken, es ist auch eine Empfehlung. (00:05:02) Letztendlich empfehle ich diese Person. Wenn ich mich in der Öffentlichkeit mit ihr auseinandersetze, und wenn das eben jetzt nicht ein Streitgespräch ist, wozu ich irgendwo eingeladen bin, um gegen diese Positionen zu agieren, sondern eben wie bei so einem Kongress, wo ich ihm eine prominente Position gebe. Wenn ich mich in der Öffentlichkeit mit so jemandem unterhalte und damit jedenfalls in vielen Bereichen eben in die gleiche Richtung laufe, was diejenigen betrifft, die das wahrnehmen, was ich tue, dann ist das eine Empfehlung dieser Person. Und das müssen wir uns immer vor Augen halten, dass ich denjenigen, mit dem ich mich öffentlich positioniere, dass ich den auch empfehle, jedenfalls ein Stück weit. Drittens, lasst uns nicht übersehen, dass man seine eigenen Überzeugungen damit auch offenbart. Denn mit wem ich mich umgebe, mit wem ich mich dann auch befasse in der Öffentlichkeit, mit wem ich mich bewusst in der Öffentlichkeit positioniere, das zeigt, was meine eigenen Überlegungen, meine eigenen Denkrichtungen, meine eigenen Überzeugungen sind. (00:06:03) Das findet ihr in Gottes Wort. Und natürlich sind das negative Beispiele, die uns das ja oft am besten klar machen, bei einem Lot. Lot hat durch den Wohnort mit den Personen, mit denen er sich umgeben hat, mit denen er gelebt hat, mit denen er sich sozusagen in der Öffentlichkeit verbunden hat, hat er seine eigenen Überzeugungen gesagt. Ja, er war gläubig. Aber das waren seine täglichen Lebensüberzeugungen. Das war das, was er im Leben gemacht hat. Oder ein Demas, der die Welt liebgewonnen hat, wie Paulus das in 2. Timotheus 4 sagen muss. Das sind die Personen, mit denen ich sichtbar mache, wo ich selber hin tendiere. Dann ist es, viertens geht es noch weiter über die eigenen Überzeugungen und Denkrichtungen hinaus. Letztlich mache ich mich eins mit einer solchen Person. Ich sage noch mal, wenn es darum geht, dass ich irgendwo eingeladen bin, vielleicht für ein Streitgespräch, ein sogenanntes Streitgespräch, mal unabhängig davon, ob das sinnvoll ist oder nicht, da hinzugehen, das ist eine andere Frage. Aber da geht es natürlich dann nicht darum, eine Einsmachung. Aber wenn ich mich selbst, wie in so einem Kongress, (00:07:02) oder auf anderen Möglichkeiten, Kanälen oder was es da gibt, auch in der Öffentlichkeit, Veranstaltung, bewusst mit einer solchen Person verbinde, dann mache ich mich auch eins mit ihr. Und das muss ich eben auch in der Auswirkung, sowohl in der Auswirkung, als auch in dem, wie Gott das sieht. Gott zeigt uns, das ist natürlich im religiösen Bereich, in 1. Korinther 10, in Verbindung mit dem Tisch des Herrn, äußere Teilnahme bedeutet innere Gemeinschaft. Und da, wo ich freiwillig mich mit jemandem verbinde, ist das natürlich eine Einsmachung. Und das geht dann so weit, dass es eben auch fünftens Gemeinschaft bedeutet. Was das Böse betrifft, dann lernen wir aus 1. Korinther 5, Versen 9 und 11, dass ein Unterschied gemacht wird zwischen Umgang und Gemeinschaft. Wir dürfen mit einem in Sünde lebenden nicht nur keine Gemeinschaft haben, das ist ja eigentlich moralisch unmöglich, mit jemand, der in Sünde lebt, Gemeinschaft zu pflegen. (00:08:02) Aber Paulus sagt ausdrücklich, wir dürfen nicht einmal Umgang mit einem solchen haben, während wir mit der Welt natürlich Umgang haben müssen. Aber lasst uns nicht vergessen, lasst uns nicht übersehen, nach Sprüche 22 Vers 24 führt eben Umgang sehr schnell zu Gemeinschaft. Da heißt es, durch Salomo ausgedrückt, geselle dich nicht zu einem Zornigen und habe keinen Umgang mit einem hitzigen Mann, Vers 25, damit du seine Pfade nicht lernst und einen Fallstrick für deine Seele davonträgst. Umgang führt früher oder später eben auch dazu, dass ich Gemeinschaft habe und dass das abfärbt auf mich selbst. Und das ist der sechste Punkt dann, das macht etwas mit mir. Wenn ich mit solchen Personen Umgang habe, wenn ich mich mit solchen Personen eins mache, wenn ich mich mit solchen Personen umgebe, wenn ich mit solchen Personen eben zusammen auftrete, dann führt das zu etwas in meinem eigenen Leben. In negativer Weise sagt der Apostel Paulus in 1. Korinther 15 Vers 33, lasst euch nicht verführen, böser Verkehr verdirbt gute Sitten. (00:09:04) Also das ist ein biblisches Prinzip im Negativen. Umgekehrt natürlich, wenn ich mich zu Personen geselle, die vorbildlich sind, die nach den Gedanken des Herrn im persönlichen und gemeinschaftlichen Glaubensleben seine Ehre vor Augen haben, dann macht das auch etwas mit mir, dann hilft mir das weiter. Aber wir drücken eben diese Gemeinschaft aus und wir können gar nicht anders, als Einfluss auszuüben in solchen Beziehungen und das tun die anderen natürlich auch. Und mit wem ich mich dann umgebe, mit wem ich mich eins mache, mit wem ich diese Gemeinschaft pflege, der färbt auch auf mich ab. Und das dürfen wir nicht übersehen. Dass meine eigenen Überzeugungen dadurch beeinflusst werden, vielleicht weiter in diese Richtung beeinflusst werden, denn warum habe ich überhaupt diesen Kontakt in der Öffentlichkeit, warum mache ich bewusst diesen Schritt in der Öffentlichkeit mit einer solchen Person, wie jetzt in diesem Fall Johannes Hartl, weil es eben meine Empfindungen zeigt (00:10:02) und die werden dadurch gefördert und weiter in diese Richtung geschoben. Und das dürfen wir nicht übersehen. Auch wenn wir ein Urteil über solche Dinge haben, und wir sollen urteilen, wir müssen urteilen, weil wir ja für uns selbst lernen müssen, weil wir auch, wenn wir Eltern sind oder wenn wir verantwortlich sind an einem Ort oder wenn wir Jugendstunde machen, dann auch anderen eine Hilfe sein wollen, dann müssen wir ein Urteil haben nach der Schrift. Und dann sollten wir auch solche Dinge bedenken. Das ist natürlich etwas völlig anderes, wenn ich jemandem das Evangelium weitergebe. Wenn ich auf dem Marktplatz stehe und das Evangelium weitergebe, da mache ich keinen Unterschied zwischen A, B und C, sondern da gebe ich jedem dieses Evangelium weiter, egal was für eine Position er vertritt. Aber hier ging es mir darum, eben ausgehend von diesem Kongress christlicher Führungskräfte, dass man bewusst eine Person mit sich verbindet, von der man die Überzeugungen kennen kann, kennen könnte und wo man damit auch eine Botschaft weitergibt, eine Botschaft über sich selbst, über die Person, über die Beziehung, die ich mit dieser Person haben kann. (00:11:01) Und das sollte uns nachdenklich stimmen im Blick auf uns selbst und natürlich auch im Blick auf das, was wir sehen und was uns dann eben zu einem Urteil bringt, was wir nach der Schrift und in Demut, aber auch in Klarheit haben sollten und uns eben entsprechend auch verhalten können.
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