Darf man beten, dass jemand tot umfällt? Dass jemand unter Zucht gerät?


Transkript der Audiodatei

Hinweis: Der folgende Text ist ein computer-generiertes Transkript der Audiodatei. Vereinzelt kann die Spracherkennung fehlerhaft sein.
(00:00:00) Kürzlich las ich einen Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der überschrieben war mit »Darf man beten, dass Trump tot umfällt?« Wie wir alle lesen und sehen und wissen, kann man in den USA große Aufgewühltheit feststellen. Und das, was durch die Regierung unter Donald Trump passiert, ist ja auch ziemlich verändernd. Und da hat jemand dann seinen Pfarrer gefragt, »Darf man beten, dass Trump tot umfällt?« und bekam dann die Antwort, dafür seien Gebete nicht gedacht. Nun, das ist uns wahrscheinlich allen klar, aber es berührt doch einen Punkt, was wir eigentlich für ein Ziel verfolgen mit unseren Gebeten. Und jeder von uns kennt Personen, die einem hartnäckig im Nacken sind, die einen wirklich irgendwie vor Probleme stellen, die eine Herausforderung sind im Leben. Und das können Personen sein, mit denen man direkt im Umfeld zu tun hat. Das können aber auch Personen sein, die eben wie Regierungen, wie Kanzler und so weiter, Dinge tun, die man für grundverkehrt hält (00:01:03) und die man jetzt nicht nur im christlichen Sinn, denn darum geht es ja in Amerika im Moment gar nicht, sondern auch in dem, was vielleicht mit Arbeitsplätzen passiert, was mit der Wirtschaft passiert, was mit der Kultur passiert und so weiter, sehr, sehr herausfordernd sind. Und da müssen wir uns Gedanken machen, was für ein Ziel verfolge ich mit dem Gebet? Manche verstehen das ja als eine Waffe und richtig positiv gut verstanden mag da sogar was dran sein, aber das Gebet ist keine Waffe, schon gar nicht gegen oder im Blick auf andere. Das Gebet ist ein wunderbares Instrument, das Gott uns in die Hand gegeben hat, nein, besser gesagt in unsere Herzen gegeben hat, im Blick auf das, was wir natürlich dann durch unseren Mund, am besten hörbar, aber auch, wenn man das nicht hört, Gott gegenüber, dem Herrn Jesus gegenüber ausdrücken können. Es besteht ja immer die Gefahr, dass wir mit Gebeten Missbrauch treiben. Ich kann in der Öffentlichkeit, sei es die kleinste Öffentlichkeit sozusagen in der Familie, kann ich ein Gebet sprechen, um durch das Gebet jemanden zu ermahnen. (00:02:02) Das ist gewiss nicht, was Gott uns damit lehren möchte, wie wir beten sollen. Ich kann das Gleiche auch in den Zusammenkünften der Gläubigen tun. Ich kann ein Gebet sprechen und eigentlich richte ich mich nicht in erster Linie an Gott, sondern richte ich mich an die Zuhörer, denen ich eine Botschaft mitgeben möchte oder denen ich vielleicht etwas mitgeben möchte, und zwar im negativen Sinn. Und das ist nicht das, was Gott uns gegeben hat. Er hat uns ein wunderbares Instrument gegeben, wo wir zu ihm kommen dürfen, wo wir mit ihm reden können. Neudeutsch, wo wir Kommunikation üben können mit ihm, wo wir eine Verbindung zu ihm haben und wo wir natürlich auch für Dinge beten dürfen in unserem Leben, im Leben von anderen, die zum Segen sind. Und das muss es ja letztlich sein. Lass uns mal sechs Punkte kurz anschauen in Verbindung mit dem Gebet. Erstens, das Vorbild des Gebetes ist der Herr Jesus. Gerade im Lukas-Evangelium, wo er als der Sohn des Menschen gezeigt wird, finden wir, dass er immer wieder gebetet hat, (00:03:01) dass er vor Wundern gebetet hat. Ist er nicht der Sohn Gottes? Trotzdem hat er gebetet. Dass er gebetet hat, bevor er die zwölf Jünger dann berufen hat. Wir sehen also, dass der Herr Jesus in großartiger Weise ein Vorbild ist. Wenn er gebetet hat, dann auch wir. Deshalb schauen wir uns seine Gebete an und lernen von seinen Gebeten. Das ist das, was wir tun dürfen. Es ist bestimmt einer der größten Mängel in unserem Leben, dass wir nicht genug beten. Dass wir nicht in einer Art und Weise, ich meine Gesinnung beten, wie der Herr Jesus das getan hat. Es geht ja nicht um wohlfeile Worte oder Wörter, aber es geht ja doch darum, dass wir uns in einer Weise ausdrücken, die auch angemessen, die durch Gottesfurcht geprägt ist. Und das können wir alles bei dem Herrn Jesus lernen, absehen, wie er gebetet hat, wann er gebetet hat, wo er gebetet hat. Die in den Umfang seiner Gebete ist ja auch bemerkenswert. Das längste vielleicht in Johannes 17 mit dem Vater. Das war kein öffentliches Gebet. Und das alles zeigt uns auch, wie wir handeln können, handeln sollen. Zweitens, das Ziel des Gebetes ist doch bestimmt, (00:04:03) dass Gott verherrlicht wird. Wenn ich mal als einen Vers aus Kolosser 3 Vers 17 heranziehen darf, wo Paulus sagt: "Und alles, was immer ihr tut, im Wort oder im Werk, alles tut im Namen des Herrn Jesus, danksagend Gott dem Vater durch ihn". Das heißt, das Gebet ist doch eines unserer Tätigkeiten, eine Sache von denen, die wir tun. Und da wollen wir das im Namen des Herrn Jesus tun. Dann wollen wir das nicht jetzt durch Worte unbedingt, aber auszudrücken, aber wollen es doch in einer Weise tun, dass der Herr verherrlicht wird, dass durch das Gebet, das heißt durch die Gebetserhörung, Christus groß wird, dass Gott verherrlicht wird, dass der Name Gottes auf dieser Erde, in unserem Leben, im Leben von Gläubigen oder überhaupt, wirklich groß gemacht wird. Wollen wir uns fragen, ist das wirklich das Ergebnis eines Gebetes? Oder beten wir, damit wir etwas haben? Wir dürfen zu Gott beten. Wir dürfen um Gesundheit beten und so weiter. Aber lasst uns mal vor Augen haben, (00:05:02) inwiefern wir selbst eigentlich egoistisch im Mittelpunkt stehen oder ob das wirklich etwas ist, was den Herrn, was Gott groß machen soll. Drittens, der Charakter des Gebetes ist, dass es unsere Abhängigkeit und unsere Kraftlosigkeit ausdrückt. Auch da, finde ich, ist der Herr Jesus das Vorbild. Der Herr Jesus war nicht kraftlos, aber der Herr Jesus hat sich bewusst in Abhängigkeit von Gott begeben. Nochmal, er ist Gott selbst. Er ist der ewige Sohn Gottes. Er kann bestimmen und das hat er auch. In Markus 3 lesen wir, dass er die berufen hat als Jünger, die er wollte. Und er hat dieses Recht. Der herr Jesus hatte einen Willen. Und der Herr Jesus hatte, weil er Gott ist, auch das Recht, diesem Willen zu entsprechen, diesem Willen auch auszudrücken, nach diesem Willen auch zu handeln. Und trotzdem finden wir ihn so oft im Gebet, wie Psalm 109 sagt: "Ich bin stets im Gebet" oder "Ich bin stets Gebet". Das heißt, der Herr Jesus hat eine bewusste Abhängigkeit von Gott ausgedrückt in seinem Leben und das ist einfach großartig. Wir sind nicht nur abhängig, (00:06:02) ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht, sind wir abhängig. Wir können nicht einen Schritt tun, ohne dass Gott uns die Lebenskraft dazu gibt. Wir sind abhängig von ihm. Und das wollen wir im Gebet ausdrücken. Wir sind aber zusätzlich kraftlos. "Alles vermag ich in dem, der mich kräftigt" (Philipper 4 Vers 13). Das heißt, wir haben dieses Bewusstsein nötig, abhängig zu sein, deshalb beten wir. Es ist also das Ziel, Gott zu verherrlichen, aber in dem Bewusstsein, in dem Charakter, ich bin abhängig, ich bin kraftlos. Ich kann das nicht erreichen, ich kann gar nichts bewirken, wenn Gott nicht die Kraft dazu gibt, wenn er die Dinge nicht so lenkt. Und das wollen wir bewusst im Gebet ausdrücken. Und deshalb kann ich ja nicht gegen jemanden beten. Wie könnte ich da gegen jemanden beten, wo ich selber gar keine Kraft habe, mein eigenes Leben zu führen? Dann denken wir viertens daran, dass unter einem anderen Gesichtspunkt das Ziel sein soll, Segen zu bewirken. Segen für die Menschen, mit denen wir zu tun haben. Segen für uns selbst. Segen ist ja nicht, indem andere irgendwie plattgemacht werden, sondern wahrer Segen ist doch, (00:07:01) dass Gott verherrlicht wird und ich in diesem Umfeld dann ein Leben führen kann, das zur Ehre Gottes ist. Deshalb beten wir doch für die Regierungen, damit wir ein Leben in Gottesfurcht, in Stille, in würdigem Ernst führen können, in dieser christlichen Freiheit, das zu tun, was eben zur Verherrlichung Gottes ist, das zu tun, was zu unserem Segen ist. Und da geht es natürlich jetzt auch um solche, die uns feindlich gesonnen sind. Was sagt der Apostel Paulus in Römer 12 in Vers 14? "Segnet die, die euch verfolgen, segnet und flucht nicht". "Rächt", Vers 19, "rächt nicht euch selbst, Geliebte, sondern gebt Raum dem Zorn, denn es steht geschrieben, mein ist die Rache, ich will vergelten, spricht der Herr. Aber wenn dein Feind hungrig ist, gib ihm zu essen. Wenn er durstig ist, gib ihm zu trinken. Denn wenn du dies tust, wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln". Das soll uns antreiben, auch im Gebet, dass es wirklich zum Segen ist. Und damit in Verbindung, fünftens, beten wir auch für unsere Feinde. Das hat der Herr Jesus schon in der sogenannten Bergpredigt gesagt, (00:08:01) Matthäus 5 Vers 44: "Ich aber sage euch, liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen". Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen. Sind wir solche, die für das Wohl beten, auch für solche, die uns Böses erwiesen haben? Nehmen wir mal jetzt die Regierung Trump. Der hat ja nichts gegen diese spezielle Person, die kennt er ja gar nicht. Aber er tut Dinge, die vielleicht für den einen oder anderen wirklich zum Schaden, zum Nachteil sind. Und dann für so jemanden zu beten, das ist eben das Gebet. Das Gebet und das, was Gott uns gegeben hat in unserem Leben, ist eben zum Wohl für andere zu sein. Ist das wirklich mein Antrieb im Gebet? Du kennst Personen, vielleicht sogar unter Gläubigen, die dir wehgetan haben. Wie betest du für sie? Was betest du für sie? Mit welchem Ziel betest du für sie? Ist das wirklich so, wie jetzt diese paar Stellen das gezeigt haben? Ja, es gibt auch, sechstens, mein letzter Punkt, Zucht. Aber das ist eine absolute Ausnahme. Ich glaube nicht, dass das ein Vorbild für uns ist. Wir lesen von Elia, dass es heißt, dass er betete, (00:09:03) dass es kein Regen geben sollte. Und dann gab es kein Regen drei Jahre und sechs Monate. Wir sehen das in Jakobus 5 und 1. Könige 17, wie eben ein Vorlauf war vor seinem Reden, das Beten. Und in seinem Fall hatte er tatsächlich den konkreten Auftrag, Zucht zu üben, und er hat das vorher in das Gebet gebracht. Wir sind nicht solche, die eben Zucht über andere bringen sollen, wollen, möchten. Oder doch? Nein, wir beten keinesfalls, dass Trump oder irgendjemand anders tot umfällt. Wir beten dafür, dass sie zur Bekehrung kommen. Wir beten dafür, dass sie etwas tun, was zur Verherrlichung Gottes ist und nicht sich selbst in den Mittelpunkt stellen. Auch da gibt es ja sowohl, was die Person von Trump betrifft, als auch bei manchen anderen seltsame Vorstellungen, auch unter Christen, wie wertvoll und was weiß ich diese Person sind. Jede Person ist wertvoll vor Gott. Aber das, was man sieht von bestimmten Personen, da kann man ja nur innerlich Abstand nehmen. Und trotzdem beten wir für sie. Und trotzdem wollen wir, dass sie sich bekehren, (00:10:02) wünschen wir, dass sie umkehren, wünschen wir, dass sie eine Politik zum Beispiel betreiben, die ist nicht wirtschaftlich, das ist gar nicht unser Thema. Da dürfen wir natürlich ein Urteil haben, meinetwegen als Fachleute. Aber dass sie etwas tun, was uns Christen den Freiraum gibt, unserem Glaubensleben in Ruhe, in Frieden, in Entschiedenheit nachzugehen. So wollen wir das Gebet richtig verstehen, wollen wir das Gebet richtig einsetzen, wollen wir dieses wunderbare Instrument, das uns Gott gegeben hat, in einer Weise nutzen, die zur Verherrlichung seines Namens ist, zum Segen der Menschen, mit denen wir zu tun haben und für die wir beten und damit auch zu unserem eigenen Segen.
Beitrag teilen

Verwandte Artikel

Wie mächtig sind eigentlich unsere Gebete? Manuel Seibel Wir dürfen beten - wunderbares "Instrument", das Gott uns geschenkt hat. Ist das nicht sogar ein mächtiges Instrument, mit dem wir den Arm Gottes bewegen können? Denken wir darüber nach anhand eines Fußballers, der zum Glauben fand (Eduard Löwen). Podcast anhören
Kampf um den Thron: Geht die Macht an Israel oder den Iran? Manuel Seibel Im Nahen Osten findet gerade ein großer Fight statt. Drei Feinde versuchen, Israel kriegerisch zu überwinden. In allen Fällen sind es terroristische Organisationen. Aber hinter ihnen steht anscheinend, jedenfalls teilweise, der Iran. Diese Macht ... Video ansehen
Durchgebetete Nächte!? Manuel Seibel Vor einiger Zeit hieß es vom Missionswerk Frontiers, dass durch Gebetsnächte Gläubige die Berufung für den Missionsdienst erhalten hätten. Was man so alles von Gebetsnächten (nicht) erwarten kann ... Podcast anhören
Manifestieren - eine neue Form des Gebets? Manuel Seibel Man lernt nie aus ... Jetzt gibt es also das "Manifestieren", um die Erfüllung eines Wunsches (noch) sicherer zu machen. Auch unsere Gebete können wir als "Manifestieren" einsetzen. Das würde in die Irre führen. Wichtig, dass wir Gebete als ... Podcast anhören
Kann sich ein Christ mit Fluchenden verbinden (Trump)? Manuel Seibel Als ich auf einen Artikel aufmerksam wurde (in idea), dass der ehemalige US-Präsident und aktuelle  Präsidentschaftskandidat Donald Trump Hinweise von Franklin Graham ignoriert, nicht mehr zu fluchen, habe ich mich gefragt, wie wir uns als ... Podcast anhören
Das Gebet hat nichts gebracht! Wirklich? Manuel Seibel Jemand ist eines gewaltsamen Todes gestorben, obwohl die Eltern viel und lang gebetet haben. Waren die Gebete vergeblich? Haben wir etwas falsch gemacht? Podcast anhören