Das Seil und die Kuh (Die gute Saat, FMN)

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Ein Missionar bekam Besuch von einem Einheimischen, der ziemlich bedrückt wirkte. Ihm lag etwas auf dem Gewissen und er wollte darüber reden. Nach einigem Zögern gestand er schließlich, dass er gestohlen hatte. – „Hm, gestohlen … Was hast du denn gestohlen?“ – „Oh, es war nur ein Seil.“ – „Nun gut“, sagte der Missionar, „dann geh zu dem Bestohlenen, gib ihm das Seil zurück, und bekenne ihm, was du getan hast. Sag ihm, dass es dir leidtut.“

Einige Tage später erschien der Dieb erneut und sagte, dass er keine innere Ruhe gefunden habe. Der Missionar fragte dann: „Hast du mir denn wirklich die ganze Geschichte erzählt?“ – „Nein, … am Ende des Seils war noch was dran.“ – „Und was war das?“, fragte der Missionar. – „Da … da … war noch eine Kuh dran!“

Dieser Tatsachenbericht illustriert eine allgemeine Neigung: Aus Furcht vor der Strafe oder auch nur, weil wir das Gesicht nicht verlieren wollen, bekennen wir uns viel bereitwilliger zu dem „Seil“ als zu der „Kuh“. Und unsere Mitmenschen begnügen sich oft damit, dass wir wenigstens einen Teil der Schuld anerkennen.

Gott aber gibt sich nicht mit einem Teilgeständnis zufrieden. Er erwartet von uns ein ungeschminktes Bekenntnis unserer ganzen Lebensschuld. Davor brauchen wir uns nicht zu scheuen, denn vor Ihm können wir das Gesicht nicht verlieren. Er kennt uns ja schon ganz und gar, auch unsere geheimsten Gedanken. Und wenn wir Ihm unsere Sünden aufrichtig bekennen, will Er uns nicht bestrafen, sondern die ganze Schuld vergeben. – Gott ist „treu und gerecht“, wenn Er uns die Sünden vergibt, weil Jesus Christus, sein eigener Sohn, für Sünder gestorben ist.

Folge mir nach – Heft 4/2025

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