Gideon: Kraft aus Schwachheit (1)

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Hier geht es um eine äußerst interessante Phase von Gideons Vorbereitungskurs. Er wird aufgerufen, praktisch und durch persönliche Erfahrungen  in das große und universelle „Gesetz“ für Diener Gottes einzutreten. Dieses lautet: „Wenn ich schwach bin, dann bin ich stark.“

Dies ist ein äußerst wertvolles Gesetz, das ein unverzichtbares Element in der Erziehung aller Diener Christi darstellt. Niemand sollte sich einbilden, dass er jemals im Werk des Herrn gebraucht werden oder jemals im göttlichen Leben Fortschritte machen könnte, ohne ein gewisses Maß an echtem Zugang zu diesem unschätzbaren Prinzip zu haben. Wir halten es für absolut wesentlich bei der Bildung des Charakters des wahren Dieners Christi. Wo es nicht bekannt ist oder nicht gefühlt wird, wo es nicht bis zu einem gewissen Grad verwirklicht wird, gibt es mit Sicherheit einen Mangel an Bereitschaft, sich Gottes Willen unterzuordnen. Das hat mit einem nicht gebrochene Eigenwillen zu tun, mit gelebtem Egoismus in der einen oder anderen Form. Man lebt dann mehr oder weniger in Vertrauen auf sich selbst. Man braucht sich nicht zu wundern, dass alles Mögliche im Leben wirksam wird, das ein trauriges Hindernis wird für alles das, was gut, nützlich und heilig ist.

Andererseits, wenn man das oben zitierte große „Familienmotto“ gelernt hat – wenn man in der göttlichen Gegenwart zu sagen gelernt hat: „Wenn ich schwach bin, dann bin ich stark“ –, wenn die eigene Natur sozusagen auf der Waage des Heiligtums gewogen wurde, dann wird man immer ein gewisses Maß an Gebrochenheit, Sanftmut und Zartheit des Geistes finden. Nicht nur das, sondern ein solcher Diener besitzt ein weites Herz und die Bereitschaft zu jedem guten Werk; auch jene wunderbare Elastizität des Geistes, die es ermöglicht, sich über all die kleinlichen, selbstsüchtigen Erwägungen zu erheben, die das Werk Gottes so traurig behindern.

Kurz gesagt, das Herz muss zuerst gebrochen und dann heil oder ganz gemacht werden. Und wenn es ganz gemacht ist, muss es Christus und seinem gesegneten Dienst ungeteilt hingegeben werden.

 

Entnommen aus: Gideon und seine Kameraden

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