Das sind erstaunliche Worte aus dem Mund des gesegneten, heiligen Sohnes Gottes. Der Wurm ist das Bild der tiefsten Erniedrigung. Jeder Sünder aus dem Geschlecht Adams könnte mit Recht von sich selbst so sprechen, denn die Sünde hat uns die eigentliche Würde des Menschseins genommen. Wir verdienen es, bis auf den Staub erniedrigt zu werden. Aber in diesen Worten hören wir den Einen sprechen, der der absolut einzigartige und sündlose Sohn Gottes ist.
Dieser Psalm spricht von Ihm als dem großen Sündopfer – in freiwilliger Gnade gab Er sich selbst als Opfer, um die Strafe für die schreckliche Geißel der Sünde zu tragen, indem Er an die Stelle der Schuldigen trat und diese schreckliche Last allein trug. Man hat festgestellt, dass sich das Wort „Wurm“ in diesem Vers auf einer Schnecke oder Laus bezieht, durch deren Tod die scharlachrote Farbe der Stiftshütte gewonnen wurde. Dies ist in der Tat eine passende Anwendung auf das Opfer des Herrn Jesus. Keiner hat jemals einen so niedrigen Platz eingenommen wie Er – derjenige, der der höchsten Stellung im Universum würdig ist.
Der Gedanke an das Wunder dieses freiwilligen Opfers sollte die Herzen aller Menschen überall mit tiefstem Respekt und Bewunderung erfüllen. Doch gerade zu der Zeit, als Er sich für die Menschheit hingab, wurde er unbarmherzig beschimpft und furchtbar verachtet. Mit was für schändlichen Beschimpfungen überhäuften sie diesen bescheidenen, gütigen Mann der Schmerzen, der Gewalt, Anspeien und beleidigende Worte schweigend ertrug wie ein Lamm, das vor seinen Scherern schweigt.
Die Menschen behandelten den Erlöser auf diese schändliche Weise. Das aber sollte eine Botschaft haben an sein erlöstes Volk. Möge es unsere Herzen bewegen, diese traurige Schande gewissermaßen wieder gutzumachen, indem wir Ihm jetzt die tiefste Anbetung darbringen und das Lied freudiger Anbetung bringen, das in der Ewigkeit unaufhörlich erklingen wird: „Gepriesen sei der Name des HERRN von nun an bis in Ewigkeit!“ (Ps. 113,2).
Quelle: bibelpraxis.de/a8977.html