Magdeburg, Aschaffenburg, München: "Es muss sich etwas ändern!" - tut es aber nicht! Und bei uns?


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(00:00:00) Jetzt ist es also wieder passiert. Ein weiterer Anschlag ist verübt worden, dieses Mal in München. Davor haben wir das erlebt in Mannheim, in Solingen, in Magdeburg, in Aschaffenburg. Und die Reaktionen der Politiker, der Regierung, der Regierenden war immer dieselbe. Es muss sich was ändern, es wird sich was ändern. Wir packen die Sachen an, wir werden jetzt die volle Kraft des Gesetzes anwenden. Und was hat sich geändert? Was hat sich im Blick auf die Migration geändert? Gar nichts hat sich geändert. Wir erleben zwar große Worte, aber offensichtlich wenig, was wirklich umgesetzt wird. Jetzt haben wir es natürlich mit der Politik dazu zu tun, und wir könnten anfangen, über die Politik zu reden, aber das ist ja nicht unser Thema als Christen. Wir sollen ein klares Urteil haben, das schon, aber wir wollen uns als erstes an die eigene Nase fassen. Ich meine jetzt nicht im Blick auf Migration. Das ist ja nicht unser Thema, weil wir nicht regieren, weil wir keine Regierungen wählen, sondern weil wir die Dinge aus der Hand Gottes nehmen, wie sie sind. Da brauchen wir uns darüber keine weiteren Gedanken zu machen. Damit sage ich nicht, dass wir nicht ein Urteil haben können, (00:01:03) aber das ist nicht unser Thema. Unser Thema ist in dem Zuge, gibt es auch in unserem Leben, persönlich und gemeinschaftlich, gibt es Situationen, wo wir durch bestimmte Dinge irgendwie ernüchtert werden und sagen, es muss sich was ändern, es wird sich was ändern, aber es tut sich nichts. Ich denke an einen Vers, wie Sprüche 28 in Vers 13, wo es heißt, wer seine Übertretungen verbirgt, wird kein Gelingen haben, wer sie aber bekennt und lässt, wird Barmherzigkeit erlangen. Also es reicht nicht zu bekennen, es reicht nicht zu sagen, ja, das war ein schlechtes Verhalten von mir. Das ist natürlich die Voraussetzung, bekennen, und bekennen schließt immer mit ein Bußeltun, traurig darüber sein, was man getan hat, sondern man muss es auch lassen, man muss das Leben auch verändern. Ich habe das erlebt, wo jemand in Hurerei gekommen ist und so erschüttert war, dass er wirklich innerlich erschrocken war, wirklich das nicht fassen konnte, was er getan hat, (00:02:02) und dann war dieser Schrecken kurze Zeit später vorbei, und dann ging es genau weiter. Da war eben keine wirkliche Buße, da war keine Veränderung des Lebens. Bußeltun heißt 180 Grad umkehren, also umkehren, 180 Grad drehen. Und das passiert dann oft nicht. Wir haben das ja auch erlebt in nicht-sündigem Bereich. Man ist nachts unterwegs, man wird richtig müde, und dann passiert irgendwas. Man ist so erschrocken, dass man hellwach ist, und man meint, jetzt geht es ganz normal weiter. Und dann erlebt man, es sind nur 5 oder 10 Minuten später, und man ist schon wieder müde. Dann kann ein solches Erwachen, ein solches Erschrecken, kann ganz, ganz kurzzeitig eintreten, aber es ändert sich nichts im Leben. Wir können sagen, wir ändern etwas, aber wir ändern nichts. Jesus spricht darüber ein Gleichnis in Matthäus 21, Vers 28, Und er trat hin zu dem Ersten und sprach, Mein Sohn, geh heute hin und arbeite im Weinberg. Er beantwortete und sprach, Ich will nicht. Dann reute es ihn, und er ging hin. (00:03:02) Und er trat hin zu dem Zweiten und sprach ebenso. Der beantwortete und sprach, Ich gehe, Herr. Und ging nicht. Wer von den beiden hat den Willen des Vaters getan? Sie sagen, der Erste. Jesus spricht zu ihnen, Wahrlich, ich sage euch, dass der Zöllner, die Zöllner und die Huren euch vorangehen in das Reich Gottes. Da zeigt der Herr Jesus, man kann sagen, ich tue das, so haben die Juden damals zur Zeit des Herrn Jesus gesprochen, aber sie taten es nicht. Wir können etwas sagen und nicht danach handeln. Das ist ja das, was wir in der Politik, jedenfalls in Teilen jetzt erlebt haben in den vergangenen Jahren, was diese Thematik der Migration betrifft. Wir wollen eben nicht auf die Politiker mit dem Finger zeigen, sondern wir wollen auf uns selbst zeigen. Wie oft haben wir gesagt, ich muss das ändern. Und wir haben es nicht geändert. Siehst du, ein Herzensentschluss ist nicht einfach, sich etwas zu überlegen, ist nicht einfach, einen Wunsch zu äußern, ist nicht einfach zu sagen, es muss sich etwas ändern, sondern Herzensentschluss bedeutet, dass ich erkenne, dass sich etwas ändern muss, (00:04:01) einen Entschluss, der in uns gereift ist, und ich handle auch danach. Die Ausgänge des Lebens, sagt Salomo auch in dem Buch der Sprüche, sind in unseren Herzen. Von dem Herzen gehen eben diese Ausgänge des Lebens aus. Und da ist die Frage, ob wir eben wirklich das erkennen, dass wir dann auch entsprechend handeln müssen. Behüte dein Herz mehr als alles, was zu bewahren ist, denn von ihm aus sind die Ausgänge des Lebens. Sprüche 4 Vers 23. Und das Herz, das ist eben jetzt nicht die Pumpe, natürlich nicht, sondern das Herz, das ist die Entscheidungszentrale unseres Lebens. Und wenn sich das nicht ändert, dann bleiben wir da bei dem, was wir getan haben. Dann reden wir zwar, und deshalb sind wir so wenig glaubwürdig, weil wir viel reden, aber wenig tun. Ich sage, ich höre auf damit. Aber ich tue es dann am Ende nicht. Ich sage, ich pflege nicht mehr Gemeinschaft mit dieser Welt. Aber nach drei Wochen tue ich es wieder. Ich höre auf mit dieser Sucht, mit diesem Rauchen, mit dieser Sucht, mit diesen Drogen, mit dieser Sucht, mit diesem Alkohol. (00:05:02) Vielleicht habe ich einen Unfall gebaut und bin irgendwie erschüttert, und dann fange ich aber schnell wieder damit an. Das ist eben nicht wirkliche Umkehr, das ist nicht Buße tun und wirklich umkehren. Ich sage, ich nehme mir das zu Herzen, aber habe es mir gar nicht zu Herzen genommen. Das war kurzzeitig in meinem Herzen. Aber wie bei Saul, dass er irgendwie erkannt hat, was er mit David getan hat, als dieser ihm von dem Mantel etwas abgeschnitten hat. Und dann hat er aber nach kurzer Zeit so weitergemacht. Und David hat das gewusst und hat das Saul auch vorgehalten. So kann das eben bei uns auch sein. Wir erkennen in unserem Herzen, das ist kein guter Weg, den ich gehe. Wir werden vielleicht angesprochen, wir werden besucht von Geschwistern, von Brüdern, die sagen uns, der Weg, den du da gehst, der ist nicht gut. Ja, ich will mal darüber nachdenken. Und dann bleibt es bei dem Nachdenken immerhin. Aber es kommen eben keine Folgen aus diesem Nachdenken. Man macht einfach weiter, obwohl man gehört hat, obwohl man bezeugt gehört hat, dass es ein verkehrter Weg ist. Das gibt es im gemeinschaftlichen genauso wie in dem persönlichen Weg. Ich höre auf mit der Pornografie, ich höre auf mit der Selbstbefriedigung. (00:06:02) Aber ich habe ja gar keine Kraft, also mache ich einfach weiter, statt die Dinge wirklich anzugehen. Da ist ständig Streit bei uns in der Ehe. Das muss aufhören, das muss ein Ende finden. Ja, muss es auch, tut es aber nicht. Wenn wir eben nicht die entsprechenden Maßnahmen auch ergreifen, nicht gesetzliche Maßnahmen, aber da sind eben doch Veränderungen, da sind Weichen zu stellen, damit sich das eben wirklich ändert. Wir brauchen nicht auf die Politiker zu zeigen, wir brauchen nur an unser eigenes Leben zu schauen. Wie oft haben wir gesagt, das will ich ändern, und wir haben das nicht getan. Wollen wir das mal zum Anlass nehmen, darüber nachzudenken, eine echte Bestandsaufnahme zu machen und dann zu ändern, uns zu ändern. Die Dinge zu verändern, wirklich zu erkennen, wir selber sind gefordert zu ändern und danach auch zu handeln. Das liegt nicht an dem Herrn. Du brauchst auch nicht den Herrn zu bitten, dass er dir diese Sucht oder die andere wegnimmt, dieses Problem. Deine alte Natur, die hast du, solange du hier auf dieser Erde lebst, weiter an dir. Es liegt an uns, was wir aus diesen Hinweisen machen, die uns gegeben werden, aus diesem Bewusstsein machen, das wir haben, dass da Dinge nicht gut laufen. (00:07:02) Wollen wir wirklich konsequent sein? Konsequent heißt, in dem Augenblick, wo das wieder auftritt, und wenn es Pornografie ist, sofort ein Stoppschild uns vor die Nase zu halten und dann buchstäblich aufzuhören. Und wenn wir eben merken, wir schaffen das alleine nicht, dann suchen wir uns eben Hilfe, um aufzuhören damit. Wollen wir anfangen, Realität werden zu lassen, das was wir sagen, oder wollen wir weiter so unglaubwürdig sein, auch anderen gegenüber, weil wir in unserem eigenen Leben zu sagen, wir ändern, aber wir ändern das nicht. Der Herr hilft uns dabei. Er gibt uns die Kraft, wenn wir auf ihn bauen. Wir finden schöne Vorbilder wie Gideon in Gottes Wort, die schwach wirkten, aber kraftvoll, stark waren, weil sie die Kraft des Herrn benutzt haben, um eben zu seiner Ehre Dinge zu ändern, sich zu ändern und damit den Herrn zu ehren.
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