Mit dem Kreuz Christi ist viel mehr gemeint, als dass es nur das Mittel zur Vergebung des Sünders wäre. Wenn man es nur als das große Heilmittel für die Not des Menschen betrachtet, so wahr es auch sein mag, beraubt man es doch eines großen Teils seiner Bedeutung, verdunkelt die Wahrheit und verschließt Gottes Herrlichkeit. Denn was ist in dieser erstaunlichsten aller Tatsachen nicht zum Vorschein gekommen?
Gottes heiliger Hass und sein Gericht über die Sünde, seine erstaunliche Liebe zum Sünder, die unendliche Gnade, die Erniedrigung und das Leiden des Erlösers, die Kühnheit und die List des Satans, die abscheuliche Bosheit des Menschen unter den bestmöglichen Umständen und trotz der größten Wohltaten, ohne Rechtfertigung oder Entschuldigung oder Beschönigung: All das traf sich gewissermaßen im Kreuz wie nirgendwo sonst.
An diesem Kreuz sehen wir die Anmaßungen des Menschen zerschlagen, die Sünde verurteilt und weggetan, Satan besiegt und überwunden, das Gericht getragen und Gott verherrlicht in Christus, der keine Sünde kannte und für uns zur Sünde wurde, damit wir in Ihm Gottes Gerechtigkeit würden. Nur dort sind die göttlichen Eigenschaften und Wege, die unsere Sünde sonst beiseiteschieben wollte oder zu verletzen schien, nun für immer für die Gläubigen versöhnt worden. Am Kreuz hat Gott eine feste Grundlage dafür gelegt, dass die verderbte Schöpfung wie auch das Volk Gottes neu gemacht werden und bis in alle Ewigkeit zur Ehre Gottes leuchten.
Quelle: bibelpraxis.de/a8879.html