Am: Di, 27. Mai 2025
Hanna war traurig und weinte - das darf man und muss sich solcher Tränen nicht schämen. Aber sie wusste, zu wem sie gehen konnte im Gebet, auch wenn sie von dem höchsten Repräsentanten Gottes - Eli - missverstanden wurde.
Transkript der Audiodatei
Hinweis: Der folgende Text ist ein computer-generiertes Transkript der Audiodatei. Vereinzelt kann die Spracherkennung fehlerhaft sein.
(00:00:00)
Hanna war begnadigt, und doch war sie einsam.
Hanna hatte einen Mann, und doch war sie unverstanden.
Hanna wurde geliebt, und doch wurde sie gekränkt.
Das haben wir in den vergangenen Podcasts gesehen.
Jetzt finden wir, nachdem sie zu dem Zelt der Zusammenkunft zu Eli gegangen war
und dort ihr Herz ausgeschüttet hat, obwohl ihre Seele verbittert war,
das heißt es in Vers 11 "Und sie tat ein Gelübde und sprach,
HERR der Heerscharen, wenn du das Elend deiner Macht ansehen
und meiner Gedenken und deine Magd nicht vergessen wirst
und wirst deiner Magd einen männlichen Nachkommen geben,
so will ich ihn dem Herrn geben alle Tage seines Lebens,
und kein Schermesser soll auf sein Haupt kommen".
Wir finden hier, dass Hanna entsprechend der alttestamentlichen Zeit
gesetzlich denkt, gesetzlich handelt.
Man könnte fast sagen, einen Vertrag mit Gott schließt.
Ähnlich finden wir das ja bei Jakob auch in 1. Mose 28, nachdem er geträumt hat
und Gott ihm Dinge zugesagt hat, dass er dann sagt,
wenn du das gibst und wenn du das tust und wenn jenes,
dann werde ich dir den Zehnten geben. (00:01:03)
Nun hier finden wir aus dem Herzen von Hanna hervorgesprochen,
natürlich nachvollziehbarerweise, dass sie wirklich kämpft im Gebet geradezu,
dass Gott ihr ein Kind schenkt.
Aber sie tut das auf gesetzliche Weise, wenn, dann.
Nochmal, bei Hanna können wir das nachvollziehen,
sie war, sie lebte in einer Zeit des Gesetzes
und doch ist das ein schlechtes Vorbild für uns.
Wir dürfen zu Gott mit allem kommen, aber wir dürfen von ihm erwarten,
dass er uns segnet. Wir dürfen von ihm erwarten,
dass er nicht nur sein Herz, sondern auch seine Hände öffnet.
Nicht, dass wir nach Geld rufen sollten.
Aber das, was Hanna hier tut, ist doch ein Stück weit,
Gott etwas abzuringen. Und da wollen wir lernen.
Das möchte ich dir auch als gläubige Frau, als gläubige Schwester sagen.
Versuche nicht, Gott etwas abzuringen.
Wenn er dir etwas vorenthält, wenn er gewisse Begrenztheit gibt,
dann bringt es nichts, Gott irgendetwas abringen zu wollen.
Noch mehr dafür zu beten, mit noch anderen Personen, (00:02:03)
mit möglichst vielen Personen dafür zu beten.
Noch länger, noch intensiver zu beten.
An sich alles recht, wir dürfen persönlich beten,
wir dürfen lange beten, wir dürfen intensiv beten,
wir dürfen auch mit anderen zusammen beten,
wir dürfen auch anderen unsere Not sagen.
Aber wenn ich das tue mit dem Gedanken, dann wird er ja erhören,
dann wird meine Bitte erhört werden, dann sind wir auf dem Holzweg.
Ja, Gott lässt sich manchmal etwas abbringen und wenn das der Fall ist,
dann ist das zu unserem Schaden.
Aber das sollte nie unsere Einstellung sein,
das sollte nie unser Begehren sein.
Lasst uns nicht einen "Handel" mit Gott machen.
Lasst uns nicht beten und ich glaube, wir alle haben das schon getan.
Ich kann mich jedenfalls an Zeiten erinnern, wo auch ich das getan habe.
Wenn du das tust, dann.
Und in aller Regel machen wir das dann vielleicht einmal
und dann haben wir es wieder vergessen.
Nein, wir brauchen mit Gott keinen "Handel" zu schließen.
Wir dürfen davon ausgehen, wir wissen aus dem Wort Gottes,
dass er jemand ist, der von Herzen gibt, der gerne gibt,
der viel gibt, der überreichlich gibt
und der aus einem Herzen voller Gnade und Barmherzigkeit und Liebe gibt. (00:03:03)
Lasst uns so mit ihm umgehen und nicht wie Hanna das hier tut.
Wir werden später sehen, dass sie das tatsächlich eingehalten hat.
Das ist wirklich beeindruckend.
Aber dieses Gelübde, diese Art eben zu meinen,
wir könnten Gott etwas abringen,
wir könnten mit Gott eben einen Vertrag schließen,
das wird nicht unserer Beziehung zu ihm gerecht.
Er ist der große Gott, er ist der große Herr.
Wir dürfen dankbar zu ihm kommen,
wir dürfen auch mit bekümmertem Herzen zu ihm kommen,
aber nicht auf diese Art und Weise.
Vers 12 heißt es dann weiter:
"Und es geschah, als sie lange vor dem HERRN betete".
Ja, Hanna hat ihr Herz wirklich ausgeschüttet.
Und wir sehen hier, dass sie in wirklicher Abhängigkeit von Gott eben betet.
Sie zeigt damit, dass sie sich bewusst ist,
sie selbst kann das nicht bewirken, sie selbst hat nicht die Kraft.
Aber da gibt es den einen, der diese Kraft,
der diese Macht besitzt, der alles geben kann, wenn er das möchte.
Und so betet sie in bewusster Abhängigkeit. (00:04:01)
Das ist wirklich vorbildlich auch für uns.
Diese Frau ist eine Beterin.
Sie hat etwas erbeten und Gott hat ihr es geschenkt, Samuel.
Aber sie ist jemand, die wirklich ins Gebet gegangen ist,
um mit Gott über diese Sorge zu sprechen.
Du kannst alles mit Gott teilen.
Wenn du dieses Bewusstsein hast, ich bin von ihm abhängig,
dann wirst du in der rechten Weise auch zu ihm beten.
Dann finden wir in Vers 13: "Hanna aber redete in ihrem Herzen.
Nur ihre Lippen bewegten sich, aber ihre Stimme wurde nicht gehört.
Und Eli hielt sie für eine Betrunkene.
Und Eli sprach zu ihr: Bis wann willst du dich wie eine Betrunkene gebärden?
Tu deinen Wein von dir".
Das ist etwas ganz Furchtbares.
Vor allen Dingen, wenn wir bedenken später,
was aus der Familie Elis hervorkommt,
was deutlich wird, was in seinem Haus gewesen ist,
mit was für einer Schärfe, mit was für einer Verurteilung
er hier gesprochen hat.
Das ist wirklich traurig.
Er hat sie nicht erkannt.
Und das der Hohepriester, der Hohepriester, (00:05:02)
der eigentlich vor Gott stand,
der eigentlich in Gemeinschaft mit Gott leben sollte,
der Opfer brachte, derjenige war,
der der Repräsentant Gottes auch inmitten des Volkes war,
der der Repräsentant des Volkes vor Gott
und der der Repräsentant Gottes vor dem Volk war
und der sozusagen als erster Zugang zu Gott hatte,
der der Einzige war, der in das Allerheiligste gehen durfte,
der der Einzige war, der in dieser intensiven Weise
von Gott benutzt wurde und mit Gott sprechen konnte,
der hat keine Ahnung, was da diese Frau vor ihm tut eigentlich.
Das ist traurig.
Und wir haben das eben schon bei einem Podcast gesehen,
im Blick auf Hanna, dass ihr Ehemann sie nicht verstanden hat,
dass natürlich ihre Mitstreiterin Peninna sie nicht verstanden hat,
das ist klar.
Vielleicht erlebst du das auch.
Vielleicht erlebst du das sogar von einem geistlichen Ehemann.
Vielleicht erlebst du das von geistlichen Geschwistern,
dass sie nicht erkennen, was dein eigentliches Begehr ist,
was du in deinem Herzen trägst und dass du eine Beterin bist.
Wie kommt Eli dazu, sie eine Betrunkene zu nennen, (00:06:02)
sie auf eine Ebene zu stellen mit solchen,
die ausgeschlossen werden müssten?
Auch das gibt es.
Auch das gibt es im Volk Gottes,
dass Personen ausgeschlossen werden,
obwohl sie nicht ausgeschlossen gehören.
Dass Personen ausgeschlossen werden, obwohl sie die Geistlichen sind.
Und das hat Hanna hier sozusagen erlebt,
unverstanden selbst von dem höchsten Repräsentanten,
dem der Gott sozusagen am nächsten stand.
Dann sehen wir in Vers 15:
"Aber Hanna antwortete und sprach:
Nein, mein Herr, eine Frau beschwerten Geistes bin ich.
Weder Wein noch starkes Getränk habe ich getrunken,
sondern ich habe meine Seele vor dem HERRN ausgeschüttet".
Hier sehen wir wirklich,
dass eine geistliche Frau vor dem Priester stand.
Eine Frau, die geistlicher war als der Priester selbst.
Eine Frau, die mehr in Gemeinschaft mit Gott lebte als der Priester selbst.
Ich sage nochmal, wenn wir an die Familie denken,
die Eli, der Eli vorstand.
Und wenn wir jetzt an die Familie denken,
der Elkana durch Hanna vorstand oder mit Hanna vorstand. (00:07:02)
Was für ein gewaltiger Unterschied.
Da sehen wir, wie geistlich sie war.
Und das erleben wir auch heute,
wenn wir an Priscilla und Aquila denken.
Da war sie offensichtlich die Geistlichere.
Manchmal ist in einem örtlichen Zusammenkommen,
gibt es eine Schwester, die wirklich geistlich ist.
Wo man sich mit unterhalten kann
und die trotzdem ihren Platz als Schwester einnimmt.
Und wo man aber merkt,
dass sie viel stärker die Dinge des Herrn auf ihrem Herzen trägt,
als alle Brüder zusammen.
Dass sie eine Einsicht besitzt, die den Brüdern mangelt.
Dass sie traurig ist über den schwachen geistlichen Zustand,
über das Schwache,
was auch in dem Dienst des Wortes weitergegeben wird.
Und sie ist jemand,
die wirklich das Wort Gottes verstanden hat.
So sehen wir hier, dass sie wirklich geistlich ist.
Und dass sie doch, und das ist irgendwie beeindruckend,
dass sie doch die Autorität des Priesters akzeptiert.
Obwohl sie geistlich war, finden wir als weiteres Merkmal,
dass sie das nicht dahin bringt,
dass sie sich über die Autorität stellt, (00:08:02)
sondern dass sie sich dieser Autorität,
die Gott gegeben hat,
mag sie noch so ungeistlich sein, unterordnet.
Wir als Eltern haben ja nicht deshalb Autorität,
weil wir geistlicher sind als unsere Kinder,
sondern weil wir Eltern sind.
Und leider müssen wir manchmal sagen,
jedenfalls wenn Kinder heranwachsen,
dass wir als Eltern ungeistlicher sein können.
Nicht, dass das der Regelfall ist, aber das kann sein.
Gott hat geistliche Autoritäten in der Versammlung Gottes gegeben.
Zum Beispiel am Ort solche, die einen Ältestendienst tun.
Und da kann es sehr gut sein,
dass diejenigen, die unter diesem Dienst stehen,
sagen wir Schwestern, die eben keine Ältesten sein können,
weil das Brüder sind, nach 1. Timotheus 3,
dass sie geistlicher sind als diese Autoritäten.
Aber wie wichtig ist gerade dann,
dass man sich diesen Autoritäten unterordnet,
dass man gerade in einer solchen Konstellation zeigt
und offenbart, dass man diese Autoritäten von Gott
nicht deshalb anerkennt, weil sie geistlich sind,
sondern weil sie von Gott sind,
weil Gott Autoritäten eingesetzt hat.
Das ist ja bei der Obrigkeit genauso.
Eine Obrigkeit ist ja in aller Regel nicht geistlich oder geistlicher,
weil sie in den meisten Fällen von ungläubigen Personen ausgeübt wird. (00:09:01)
Aber wir sollen uns dieser Autorität trotzdem unterordnen.
Ist das nicht, was der Herr Jesus getan hat?
Obwohl er natürlich viel einsichtiger, vollkommen einsichtig,
viel weiser, vollkommen weiser war
im Vergleich zu seinen Eltern,
hat er sich seinen Eltern untergeordnet.
Und gerade wenn du eine Schwester bist,
die wirklich mit dem Herrn lebt,
die ein Leben an der Hand des Herrn Jesus führt,
die in Gottes Wort forscht,
die in Gottes Wort liest und geistlich ist,
wenn du dann an deinem Platz bleibst,
wenn du eben nicht deinen Platz verlässt
und jetzt versuchst, irgendwie Einfluss zu üben,
Autorität auszuüben,
sondern wenn du das einfach dem Herrn überlässt,
wenn du das dem Herrn vorstellst,
wenn du in der stillen Art und Weise der Unterordnung
den Dienst tust, den der Herr dir übertragen hat,
dann ist das wertvoll, so wie wir das bei Hanna hier finden.
Dann ist das etwas, was Gott belohnen wird,
wo er reichlichen Lohn geben wird.
Was ist eigentlich aus Maria von Bethanien geworden?
Wir wissen das nicht.
Sie war doch eine geistliche Frau.
Sie war doch die Frau, die den Herrn am meisten verstanden hat.
Wir lesen im Neuen Testament in den Briefen nichts mehr von ihr,
auch in der Apostelgeschichte.
Sie hat anscheinend einfach an ihrem Platz das getan, (00:10:02)
was sie verstanden hat und den Herrn dadurch geehrt.
Und dadurch hat sie sich viel Lohn erworben,
so wie wir das hier bei Hanna finden.
Geistlich und doch die Autorität anerkennend,
die Gott über sie gestellt hat.
Das möchte ich dir als Schwester,
aber das gilt uns allen, als Vorbild geben.
Wenn du geistlich bist und wir wünschten,
wir hätten nur geistliche Schwestern,
sich dann nicht über den Ehemann,
nicht über die Brüder zu stellen,
sondern einfach in Stille und im Verborgenen den Dienst zu tun.
Da, wo man kann natürlich im guten, gesegneten Einfluss üben,
aber nicht eben, indem man davon spricht,
an dieser Schwester ist ein Bruder verloren gegangen.
Dass man nicht sagen muss,
diese Schwester führt sich auf wie ein Bruder,
obwohl sie eine Schwester ist und sie verlässt damit den Platz,
den Gott ihr gegeben hat.
Nein, nimm Hanna zum Vorbild.
Das ist wirklich gesegnet.