Am: Do, 22. Mai 2025
Hanna war eine Frau, die zwar begnadigt war (Namensbedeutung), die es aber schwer hatte. Nicht einmal ihr eigener Ehemann verstand sie richtig. So wundert es uns nicht, dass sie sogar verbittert wurde, auch wenn es nicht gut war.
Transkript der Audiodatei
Hinweis: Der folgende Text ist ein computer-generiertes Transkript der Audiodatei. Vereinzelt kann die Spracherkennung fehlerhaft sein.
(00:00:00)
Wir haben schon gesehen, was Hannah für eine Person war, dass sie eine Begnadigte war,
die Gnade erwiesen bekam und doch erst lernen musste, was das wirklich bedeutet.
Sie wurde in schwierige Lebensverhältnisse gestellt, weil ihr Ehemann Elkanah nicht nur
sie geheiratet hatte, sondern auch eine zweite Frau und somit wirklich komplizierte Beziehungsgeflechte
das Ergebnis waren, besonders dadurch, dass sie selbst keine Kinder bekam, aber Peninnah
diese zweite Frau Kinder hatte und diese das dazu benutzte, Hannah wirklich zu kränken.
Der Ehemann von Hannah, Elkanah, war an und für sich ein gottesfürchtiger Mann, der
eben jährlich zu dem Fest gegangen ist nach Silo, wo der Hohepriester war, wo das Zelt
der Zusammenkunft war und dann heißt es in Versieben und so, wie er das Jahr für Jahr
tat, dorthin zu gehen nämlich, so kränkte sie, Peninnah, sie, Hannah, so oft sie zum
Haus des Herrn heraufzog und sie weinte und aß nicht. (00:01:03)
Das heißt, wir sehen, dass Hannah traurig war, dass sie trauerte über die Situation,
die sie erleben musste, dass sie weinte und nichts essen konnte, wirklich traurig war,
trauerte in der Situation, gehasst zu sein von der anderen Frau, keine Kinder zu haben
und damit irgendwie mehr oder weniger allein umgehen zu müssen.
Ja, vielleicht erlebst auch du das, dass du in einer Situation bist, wo du dich einsam
fühlst.
Du bist zwar in einer Familie, vielleicht sogar mit vielen Kindern, aber letztlich bist
du einsam, vielleicht weil der Ehemann, vielleicht weil Kinder ungläubig sind, vielleicht weil
sie dich nicht verstehen, vielleicht weil bestimmte Umstände dazu führen, dass du
Dinge nicht mit ihnen teilen kannst, obwohl wir als Ehepartner unbedingt, ich rede jetzt
nicht von der Ehe mit einem Ungläubigen, wo eine Person zum Glauben gekommen ist, sondern
in mehr oder weniger normalen Verhältnissen, selbst wenn sie schwierig sind, wo es eigentlich
normal sein sollte, typisch sein sollte, dass man sich austauscht, aber da kann man trotzdem (00:02:04)
traurig sein, traurig werden und dann darfst du das auch.
Trauer ist nichts Verbotenes.
Vielleicht hast du den Umstand zu verkraften, dass dein Ehepartner oder gerade jemand von
deinen Eltern oder jemand von deinen Freunden oder vielleicht ein Kind gestorben ist, heimgegangen
ist, und dann ist es normal, dass man trauert, dann darfst du diese Trauer zulassen, so wie
Hannah das zugelassen hat und das sichtbar war und das war überhaupt nicht schlimm.
Man braucht sich nicht zu schämen dafür, dass man trauert.
Und dann heißt es, achtens, in Vers 8, dass sie sich unverstanden fühlen musste.
Wir lesen in Vers 8, Elkanah, ihr Mann, sprach zu ihr, Hannah, warum weinst du und warum
isst du nicht und warum ist dein Herz betrübt?
Das zeugte ja davon, dass er das registriert hat, dass er gemerkt hat, wie die Umstände
für seine Frau gewesen sind, aber dann fügt er hinzu, bin ich dir nicht besser als zehn
Söhne. (00:03:01)
Mit anderen Worten, er wusste die Ursache ihrer Trauer oder jedenfalls den Anlass dafür,
weil das eben der Anlass dafür war, dass sie gekränkt werden konnte und später sehen
wir, als Gott ihr dann ein Kind gegeben hat, dass von Peninnah auch keine Rede mehr ist,
dass auch von dieser Kränkung natürlich keine Rede mehr sein konnte, weil Peninnah
nichts mehr tun konnte.
Musste nicht Elkanah selber eigentlich erkennen, was er da angerichtet hat durch diese zweite
Ehe?
Wir wissen ja nun nicht, ob Peninnah die erste oder Hannah die erste Frau war, jedenfalls
wird Hannah zunächst erwähnt in Vers 2 und wie schon überlegt bei dem letzten Podcast,
ist es gut möglich, dass er eine zweite Frau nahm, eben um Kinder, um Nachwuchs haben
zu können, um sein Erbteil zu erhalten.
Aber wir sehen, wie schief das geht.
Er war letztlich mit der Anlass dazu, dass es Hannah nicht gut ging.
Er wusste, was die Ursache dafür war, nämlich dass keine Kinder da waren und dass das dann
eben von Peninnah genommen wurde als bewusstes Mittel, um ihr wehzutun, um Hannah wehzutun. (00:04:05)
Oder hat das Elkanah überhaupt nicht mitbekommen, hat er das nicht registriert, weil davon keine
Rede war?
Bin ich dir nicht besser als zehn Söhne?
Das zeigt, dass er überhaupt kein Verständnis hatte, dass er keine Empathie besaß, wie
wir heute sagen würden, kein Mitempfinden, dass es doch nicht darum ging, dass er irgendwie
sie besonders liebte.
Und für sie als Frau, als Mutter, nein, als Frau, als gläubige Frau in Israel, war gerade
der Nachwuchs, war das, worum es ging und das, worauf sie sich freute, dass eine Frau
in Israel eben hoffte, irgendwie doch die Mutter oder Großmutter des Messias sein zu
dürfen.
Das war Segen, das war äußerer Segen, den sie empfand, der ihr mangelte.
Und so hat er kein Verständnis.
Vielleicht erlebst du das auch, dass dein Ehemann oder die Geschwister am Ort oder
deine Familie irgendwie gar nicht wirklich erfassen, was dein Problem ist, was deine
Not ist.
Womöglich wäre es gut, wenn du das auch einmal artikulierst, das hat Hannah ja auch (00:05:04)
hier nicht weiter getan, sie ist dann einfach weggegangen.
Aber es wäre gut, wenn du dich mitteilst, das ist ja auch ein Kommunikationsproblem
oft, dass wir Ehen in Familien haben, dass wir uns nicht aussprechen, dass wir nicht
wirklich über unsere Gefühle reden, dass wir unsere Gefühle nicht erklären und davon
ausgehen, dass unser Ehepartner oder unsere Kinder oder unsere Eltern diese Gefühle per
se schon wissen und kennen und erfassen.
So war sie unverstanden, so fühlte sie sich einsam und das ging sogar so weit, dass es
dann in Vers 10 heißt, und sie war in der Seele verbittert und sie betete zu dem Herrn
und weinte sehr.
Vers 9, sie stand eben auf von dem Essen, sie konnte ja nicht essen, obwohl sie das
beste Stück sozusagen von ihrem Mann bekam und ging dann zu dem Tempel.
Sie war in der Seele verbittert.
Das ist doch etwas Trauriges, wenn eine Wurzel der Bitterkeit, wie das der Schreiber des
Hebräerbriefes nennt, in dem Leben einer gläubigen Person aufkommt. (00:06:05)
Ja, wir können hier verstehen, dass Trauer da ist, wir können verstehen, dass es für
Hannah außerordentlich schwer gewesen ist, aber Verbitterung zuzulassen heißt letztendlich,
die Wege Gottes nicht anzunehmen, nicht bereit zu sein, die Wege Gottes in unserem Leben
auch als aus seiner Hand kommend anzunehmen.
Wir können hier nicht immer sagen oder oft eben nicht, wie das hier bei Hannah ausdrücklich,
aber eben im Nachhinein gesagt wird, der Herr hatte verschlossen, der Herr hatte das so
geführt.
Bei uns wissen wir nicht, ob das ein direktes führendes Herrn so ist oder ob das einfach
von dem Herrn zugelassen worden ist.
Hier jedenfalls führt es dazu, dass Verbitterung stattfindet.
Und das musst du in deinem Leben auch überlegen.
Wenn du siehst, dass andere Familien intakt sind und deine nicht, das kann zu Verbitterung
führen.
Wenn du merkst, dass dein Ehepartner Augen hat für andere und selbst wenn er im körperlichen (00:07:02)
Bereich sauber bleibt, eben doch irgendwie herumschäkert, Augen hat für andere, das
kann einen bitter machen, aber es soll dich nicht verbittern.
Es soll nicht dazu führen, dass du eben innerlich rebellierst gegen Gottes Wege.
Vielleicht gibt es in der örtlichen Versammlung, im örtlichen Zusammenkommen jemand, der dir
wirklich weh tut und das führt zu Verbitterung.
Geh zu dem Herrn, das tut Hannah hier, wir haben das gelesen, sie betete zu dem Herrn
und weinte sehr.
Jetzt weinte sie nicht nur, sondern weinte sehr.
Wir dürfen ihm unser Herz ausschütten, unbedingt, aber wenn dann eine Situation kommt,
dass wir verbittern, das führt nie dazu, dass wir innerlich ruhig werden, dass wir
Frieden bekommen, sondern Verbitterung ist eine Auflehnung dagegen, Auflehnung gegen
den Mann vielleicht.
Und ja, wir als Ehemänner, wir machen manches verkehrt, manches falsch, aber auch eine Auflehnung
gegen Gott und das ist traurig, das ist nicht schön. (00:08:01)
Aber wir sehen hier eben zehntens, dass sie weiß, an wen sie sich wenden kann und das
darfst du auch wissen.
Wenn dein Mann eben kein offenes Ohr, kein offenes Herz für dich hat, da gibt es doch
den Herrn, zu dem du immer kommen darfst, dem du alles sagen darfst und dem du alles
auch mit offenem Visier weitergeben kannst, wo du dein ganzes Herz ausschütten kannst,
wo du weinen darfst, wo du auch sehr weinen darfst und wo es nie Vorwürfe gibt.
Wir finden das so beeindruckend bei den Jüngern, die so wenig den Herrn verstanden haben und
was sagt er dann?
Ihr seid es, die mit mir ausgeharrt haben.
Also wir dürfen wirklich beeindruckt sein, wie der Herr uns annimmt, wie er eben nichts
vorwirft, wie das ausdrücklich gesagt wird, sondern dem wir wirklich unser ganzes Herz,
unsere Not sagen können, auch die Herausforderung, mit denen du zu tun hast, vielleicht im Unterschied
zu anderen.
Da wird alles an die rechte Stelle gerückt, da sehen wir dann auf einmal, dass wir nicht
schlimmer sind, nicht böser sind als andere, dass die Umstände vielleicht auch bei anderen (00:09:04)
viel schwieriger sind, als wir das auf den ersten Blick meinen.
Sage das dem Herrn, bei ihm bist du immer an der richtigen Adresse.