Der Wert gläubiger Frauen in Gottes Wort (22): Hanna (1: in schwieriger Lage)


Transkript der Audiodatei

Hinweis: Der folgende Text ist ein computer-generiertes Transkript der Audiodatei. Vereinzelt kann die Spracherkennung fehlerhaft sein.
(00:00:00) Eine besonders wertvolle Frau, die wir im Alten Testament finden, ist Hanna. Schon als Jugendlicher hat mich diese Frau beeindruckt, wenn man die Begebenheit liest von ihr, von Peninna und von ihrem Ehemann Elkana. Natürlich dann auch in Verbindung mit Samuel, seiner Geburt und wie sie sich ihm gegenüber verhalten hat. Das Erste, was wir feststellen in 1. Samuel 1 Vers 2 ist, dass dieser Elkana, der ausführlich beschrieben wird von seiner Herkunft, zwei Frauen hatte. Der Name der einen war Hanna und der Name der anderen Peninna. Und Peninna hatte Kinder, aber Hanna hatte keine Kinder. Das heißt, das erste Merkmal, was wir finden, ist, dass diese Frau Hanna heißt: Gnade, Begnadigte, Anmut. Peninna dagegen heißt Koralle, Perle, Rubin. Bemerkenswert, dass zwei Frauen mit zwei herausragenden Namensbedeutungen doch so unterschiedlich sind. (00:01:06) Sowohl in ihrem Charakter, wie man das feststellen wird, als auch in ihrem Leben, in dem, was Gott das Wort über sie beschreibt, als auch im Blick auf die Umstände. Hanna war kinderlos, Peninna hatte Kinder. Nun, das Erste ist also der Name, der uns vorgestellt wird. Gnade, Begnadigte, Anmut. Was macht das in Verbindung mit Hanna? Nun, erstens sehen wir, dass sie lernen musste, dass dieser Name auch wirklich Bedeutung war für ihr Leben. Ob sie als Jugendliche, als junge Frau dieses Bewusstsein hatte, wissen wir nicht. Aber wir lesen in diesem ersten Kapitel, wie schwer es für sie gewesen ist, wirklich diese Gnade, diese Begnadigung, diese Anmut aus der Hand Gottes anzunehmen. Das ist vielleicht auch für dich als Frau, als Schwester nicht immer einfach. Vielleicht bist du nicht verheiratet und würdest gerne heiraten. (00:02:01) Vielleicht bist du verheiratet und hast keine Kinder. Vielleicht bist du verheiratet und hast einen Mann, der sich noch immer nicht bekehrt hat. Du warst auch ungläubig, als du in die Ehe gegangen bist. Und dein Ehemann hat sich im Unterschied zu dir nicht bekehrt und macht dir das Leben schwer. Ob auf direkte Art und Weise, dass er dir wehtut, moralisch, seelisch, körperlich oder dass er einfach nicht verstehen kann und verstehen will, was du für einen Schritt gegangen bist. Trotzdem dieses Bewusstsein zu haben, was auf jeden von uns, die wir an den Herrn Jesus glauben, zutrifft. Wir sind Begnadigte. Wir haben Gnade empfangen und dürfen so anmutig sein für Gott und auch für unsere Mitgläubigen. Dieses Bewusstsein musste Hanna lernen. Sie hat es gelernt. Das Zweite, was wir hier lernen, ist, dass sie in äußerst schwierige Verhältnisse hineingekommen ist. Das heißt, das, was sie erleben musste, nämlich dass sie nicht die einzige Ehefrau war. Wir werden hier nicht bekannt gemacht mit den Umständen, die dazu geführt haben. Ob es ihre Kinderlosigkeit gewesen ist, die dazu geführt hat, dass Elkana noch einmal geheiratet hat, wissen wir nicht. (00:03:09) Aber wir können sagen, dass die Umstände, wenn ein Mann mehrere Frauen hatte und seien es "nur zwei", immer kompliziert waren, immer schwierig waren, immer herausfordernd waren. Und das war es für Hanna auch. Wir leben in einem Land, wo dieses Problem nicht da ist. Obwohl es ist nicht doch da. Es gibt Männer, die eben doch Ausschau halten nach einer anderen Frau, die, wenn sie das nicht buchstäblich, das heißt, durch eine Beziehung mit einer lebenden Person tun, es vielleicht über das Internet tun, durch Pornografie oder durch andere Art und Weisen. Die Kontakte pflegen mit anderen Frauen als der eigenen Ehefrau. Da kann man genau das erleben, was Hanna eben auch erlebt hat, wo man sich in einer Ehe am Ende doch einsam fühlt. Obwohl wir feststellen werden, und wir werden mehrere Podcasts brauchen, um uns mit Hanna auseinanderzusetzen, (00:04:04) den Wert dieser Frau zu erkennen, auch wie Gott mit ihr gegangen ist, dann war sie geliebt von ihrem Mann und doch war sie einsam. Wie kann man in einer solchen Konstellation glücklich sein? Das haben manche Frauen erleben müssen, wenn ihre Männer vielleicht buchstäblich, heute über Smartphone, mit anderen Frauen Kontakt pflegen, wenn sie das eben über das Internet tun, und das muss überhaupt nichts damit zu tun haben, dass eine Frau nicht ihrem Ehemann das gibt, was in einer Ehe von Gottes Wort her, nach Gottes Gedanken auch recht ist, aber dass er sich im Internet eben über pornografische Inhalte eine zweite, eine dritte, eine zehnte, eine hundertste Frau hält. Und das macht eine Ehefrau, macht sie einsam. Vielleicht ist es auch einfach, in einer Ehe unverstanden zu sein. Oder es ist eben so, dass der Ehemann sich buchstäblich getrennt hat, um einer anderen Beziehung nachzugehen, in unmoralischer, in einer Art und Weise, die Gottes Wort als böse, als Hurerei, als Sünde bezeichnet. (00:05:07) Und Hanna hatte einen gläubigen Ehemann. Hanna hatte an und für sich sogar einen treuen Ehemann. Wir sehen, dass er wirklich immer wieder zu dem Zelt der Zusammenkunft ging, auch an den Festzeiten. Also das war an sich ein hingebungsvoller Mann, aber auch als solche können wir unsere Ehefrauen irgendwie in eine Situation bringen, in der es schwer für sie ist. So hat das Elkana getan. Das dritte, was wir dann finden, ist, dass Hanna kinderlos war. Das war in Israel natürlich eine ganz besondere Schmach, keine Kinder haben zu können. Das, wo man auf den Messias wartete, der ja in 1. Mose 3 schon nach dem Sündenfall Eva angekündigt war und dann später eben in Israel erst recht, wo von einem König die Rede war, 5. Mose 17, einem Propheten gleich mehr, 5. Mose 18. Also wir finden immer wieder Hinweise darauf, dass der Kommende kommen sollte und kommen würde. (00:06:04) Und dann keine Kinder zu haben, das war eine Schmach. Damit musste Hanna fertig werden. Vielleicht hast du genau dieses Empfinden, du hättest gerne Kinder. Ich habe eben schon gesagt, vielleicht hast du die Situation, dass du gerne heiraten würdest, aber es kam durch bestimmte Umstände eben nicht dazu, obwohl du gerne heiraten wolltest. Vielleicht hast du eine körperliche Einschränkung, vielleicht hast du eine seelische Einschränkung oder in was für einem Bereich auch damit fertig zu werden. Wir lesen, dass Hanna natürlich ganz besonders dadurch, dass sie dann auch gekränkt wurde, herausgefordert wurde in dieser Hinsicht. Wie auch immer deine Einschränkungen sein mögen, wie vielleicht auch die Behandlung deiner Person von anderen in deiner Familie oder von Gläubigen oder von Ungläubigen sein mag, das ist manchmal nicht einfach. Dann trotzdem ein Leben mit dem Herrn und für den Herrn zu führen, das wünsche ich dir von Herzen. Das vierte, was uns dann vorgestellt wird, ist in Vers 5: (00:07:04) "Aber Hanna gab er Elkana ein doppeltes Stück Fleisch, denn er liebte Hanna, aber der HERR hatte ihren Mutterleib verschlossen". Da finden wir, dass sie eine Geliebte war, dass sie wirklich auch empfinden durfte, dass ihr Mann, obwohl er durch die andere Frau Peninna Kinder bekam und Kinder hatte, doch eine besondere Beziehung zu ihr gepflegt hat. Das muss an sich dem Herzen von Hanna auch wohlgetan haben, dass sie wirklich dieses Bewusstsein haben durfte, ich bin geliebt. Das wünsche ich dir von Herzen, dass du dieses Bewusstsein hast, wenn du in einer Ehe lebst, dass du von deinem Ehemann geliebt bist. Wenn du noch unverheiratet bist, dass du Eltern hast, die dich wirklich bedingungslos lieb haben, die nicht, weil du Leistung bringst oder weil du dies oder jenes für sie oder für andere tust, dich lieb haben, sondern weil du ihre Tochter bist. Und ganz gewiss darfst du das in besonderer Weise immer wissen im Blick auf Gott. (00:08:04) Projektiere nicht das, was du von Menschen erlebst, vielleicht von deinem Ehemann, vielleicht von deinen Eltern, auf Gott. Gerade wenn wir Defizite haben, dann wäre es bedauerlich, wenn du denkst, dass Gott eben auch so ist. Nein, Gott liebt dich nicht, weil du irgendetwas tust, weil du irgendetwas beweisen musst, sondern weil er dich geschaffen hat. Und natürlich ist diese Liebe ganz besonders sichtbar, wenn du den Herrn Jesus als Retter angenommen hast, weil er Gott seinen Sohn gegeben hat. Und der Jesus liebt dich eben in gleicher Weise. Er hat dir diese Liebe überhaupt erst offenbar gemacht. Aber dann haben wir fünftens gesehen, gerade auch gelesen, dass Gott den Mutterleib verschlossen hatte. Also die Kinderlosigkeit war nicht einfach Folge von einer Krankheit, einer Erkrankung, das gibt es heute auch, sondern dass Gott ganz aktiv ihren Mutterleib verschlossen hatte. Er wollte etwas in ihrem Leben bewirken. Wir denken an Hiob, der vollkommen genannt wird in Hiob 1. (00:09:04) Aber Gott hatte ein Ziel in seinem Leben und so war das auch bei Hanna. Vielleicht hat Gott auch in deinem Leben ein besonderes Ziel vor Augen, das er erreichen möchte. Und da ist es gut, wenn wir alle in einer Situation, wo wir erleben, dass es vielleicht einen Mangel gibt, dass es etwas gibt, wo wir uns eine Veränderung wünschen, die aber im Moment nicht erreicht wird, dass wir diese Situation trotzdem aus der Hand Gottes annehmen. Dass wir eben, selbst wenn wir oft nicht sagen können, kommt das jetzt direkt von Gott oder kommt das mittelbar von Gott oder hat Gott das einfach zugelassen, aber dass wir ruhig werden innerlich über die Wege, die Gott mit uns geht. Und dann als Letztes für diesen Podcast lesen wir in Vers 6: "Und ihre Widersacherin kränkte sie mit vieler Kränkung, um sie aufzubringen, weil der Herr ihren Mutterleib verschlossen hatte". Nun, Peninna wusste ganz gewiss nicht, dass es Gott war, der den Mutterleib verschlossen hatte. (00:10:03) Aber sie nutzte die Situation, indem sie sich als Widersacherin erwies und dass sie wirklich dann eine Kränkung nach der anderen auf sie losließ, mit vieler Kränkung. Das kann man natürlich und man hört das immer mal wieder, dass gerade Frauen, das im Blick auf Frauen ganz besonders tun können, kränken wegen Kinder, wegen Kinderlosigkeit, vielleicht auch wegen Kindern, die einen falschen Weg gehen, vielleicht wegen eines anderen Mangels, vielleicht weil man nicht verheiratet sein kann, Kränkung. Wie gehen wir damit um? Für Hanna war das bitter, lesen wir später, war das echt schwer und bitter ist das. Solange man nicht verbittert wird, ist das auch nicht tragisch. Man darf auch trauern, man darf traurig sein, aber sie wurde gekränkt. Das erlebst du vielleicht auch, vielleicht im Arbeitsplatz, vielleicht in der Familie als das sogenannte schwarze Schaf, vielleicht inmitten der Geschwister, dass du keine Freundin hast, die wirklich an deiner Seite steht, keine Freundin hast, mit der du einen intensiven Austausch pflegen kannst. (00:11:05) Trotzdem das aus der Hand Gottes anzunehmen, trotzdem dann zu sagen, ich möchte weiter mit dem Herrn leben, auch wenn das schwer ist, auch wenn ich von Menschen gemobbt werde, wenn ich von Menschen schlecht behandelt werde. Das erleben ja gerade Christen immer wieder und Hanna hat das hier inmitten des Volkes Gottes erlebt. Auch das kann man erleben müssen, dass inmitten des Volkes Gottes man böse behandelt wird, obwohl man an sich Gutes tut und ein gutes Leben führen möchte. Natürlich müssen wir auch zugeben, dass wir oft selber versagen und einen gewissen Anlass geben für falsches Verhalten. Und trotzdem, für eine Kränkung gibt es überhaupt keinen Anlass und gibt es überhaupt keine Berechtigung. Hanna hat das ertragen und ich wünsche dir, dass wenn du in einer solchen Situation bist, du das mit der Hilfe des Herrn, an der Seite des Herrn, in der Kraft des Herrn, dann auch schaffst zu bewältigen. Hanna ist da wirklich ein Vorbild für uns, auch wenn wir beim nächsten Mal sehen werden, dass sie sich auch in der einen oder anderen Hinsicht schwer getan hat. (00:12:05) Aber sie hat das an der Seite von Elkana, ihres Mannes, der sie geliebt hat und den sie geliebt hat und an der Hand Gottes, wenn ich das so ausdrücken darf, wirklich ertragen.
Beitrag teilen

Artikelreihe: Der Wert gläubiger Frauen für Gott und Menschen

Verwandte Artikel

Der Wert gläubiger Frauen in Gottes Wort (23): Hanna (2: traurig und verbittert) Manuel Seibel Hanna war eine Frau, die zwar begnadigt war (Namensbedeutung), die es aber schwer hatte. Nicht einmal ihr eigener Ehemann verstand sie richtig. So wundert es uns nicht, dass sie sogar verbittert wurde, auch wenn es nicht gut war. Podcast anhören
Der Wert gläubiger Frauen in Gottes Wort (24): Hanna (3: betend und geistlich) Manuel Seibel Hanna war traurig und weinte - das darf man und muss sich solcher Tränen nicht schämen. Aber sie wusste, zu wem sie gehen konnte im Gebet, auch wenn sie von dem höchsten Repräsentanten Gottes - Eli -  missverstanden wurde. Podcast anhören
Der Wert gläubiger Frauen in Gottes Wort (27): Hanna (6: reich und treu) Manuel Seibel Hanna kümmerte sich vorbildlich um ihren Sohn. Zugleich sind wir über ihren (geistlichen) Reichtum erstaunt: Mit drei Stieren kommen sie zum Haus Gottes, um Gott anzubeten. Auch (oder gerade?) Mütter können geistlich reich sein! Podcast anhören
Der Wert gläubiger Frauen in Gottes Wort (25): Hanna (4: Friede im Herzen) Manuel Seibel Es ist schon erstaunlich, was ein Gebet für Veränderungen bewirkt. Gar nicht in erster Linie in den Umständen, auch wenn sich diese bald bei dieser hingebungsvollen Frau ändern würden, als vielmehr in ihrem eigenen Herzen. Podcast anhören
Der Wert gläubiger Frauen in Gottes Wort (28): Hanna (7: Hingabe und Weissagung) Manuel Seibel Hanna war durch eine dauerhafte Dankbarkeit geprägt, auch durch Hingabe. Gott konnte sie sogar für eine herrliche Weissagung im Alten Testament benutzen. Eine wirklich vorbildliche Frau - auch für die heutige Zeit. Podcast anhören
Der Wert gläubiger Frauen in Gottes Wort (26): Hanna (5: dankbar und verantwortungsvoll) Manuel Seibel Hanna war inzwischen eine gesegnete Frau. Nun wird sie zu einer dankbaren, die alles Gott zuschreibt, und zu einer fürsorglichen, die sich um ihren Sohn in liebevoller und aufopferungsbereiter Weise kümmert. Auch darin ist sie ein schönes Vorbild! Podcast anhören