Wache auf, der du schläfst!

Lesezeit: 2 Min.

Ein Schlafender ist von einem Toten kaum zu unterscheiden. Das ist im geistlichen Bereich nicht anders: Auch ein schlafender Christ ist von einem Toten, das heißt Ungläubigen, fast nicht zu unterscheiden, denn sowohl bei dem schlafenden Christen als auch bei dem Ungläubigen sind keine (deutlichen) Zeichen des neuen Lebens erkennbar. Beide werden den Ansprüchen, die Gott an sie stellt, nicht gerecht.

In unserem Vers ist von einem Gläubigen die Rede, der schläft. Er lebt nicht in praktischer Gemeinschaft mit seinem Herrn und ist seinen Interessen gegenüber gleichgültig. Außerdem rechnet er nicht mit dem Kommen des Herrn (Mt 25,5). Gott kann so jemanden nicht für sein Werk und die Förderung seiner Interessen auf der Erde benutzen. Ein schlafender Christ ist letztlich unbrauchbar für Gott und nutzlos für seine Mitmenschen. Weil sein Leben kein Zeugnis für Christus ausstrahlt und äußerlich nichts von Christus erkennen lässt, ist er geistlicherweise nicht von einem Ungläubigen zu unterscheiden.

Was für ein trauriger und unnormaler Zustand ist es, wenn ein Kind Gottes sich mitten unter geistlich Toten aufhält und ihrem Zustand gleicht! Doch es gibt Hoffnung für so jemanden. Der Herr ruft ihm zu: „Wache auf, der du schläfst, und stehe auf aus den Toten!“ Der Gläubige soll erkennen, dass es höchste Zeit ist, aus dem Schaf aufzuwachen (Röm 13,11). Er soll nicht schlafen wie die Übrigen, sondern wachen und nüchtern sein (1. Thes 5,6). Wer erkennt, dass er im praktischen Leben eingeschlafen ist, soll seinen traurigen Zustand erkennen und wieder die praktische Gemeinschaft mit seinem Herrn suchen und für Ihn leben. Wer das tut, dem wird der Christus leuchten.

Wenn wir in Gemeinschaft mit dem Herrn und in Abhängigkeit von Ihm leben, wird Er unseren Weg erleuchten: Er wird uns seinen Willen zeigen und uns auf unserem Lebensweg führen und leiten. Dann werden wir auch nach außen hin wieder ein kraftvolles Zeugnis für Ihn sein und ein Leben zu seiner Ehre führen.

Beitrag teilen

Verwandte Artikel

Schlafen – Fehlende Wachsamkeit oder Ruhe im Glauben? Klaus Brinkmann So mancher hat es schon erlebt, dass er vor lauter Sorgen nachts kein Auge zugetan hat. Andere haben, trotz der schlimmsten Umstände, aber im vollen Vertrauen auf Ihren Herrn, Ruhe gefunden. Artikel lesen
Ein Besuch in Antiochien Christian Rosenthal Gott hat eine wunderbare Einheit aus allen Glaubenden gebildet: Die eine Versammlung. In der Apostelgeschichte wird uns am Beispiel von Antiochien gezeigt, wie "Versammlungsleben" in der Praxis aussehen kann und wie gesundes Wachstum aussieht. Diese ... Video ansehen
Og der Schläfrige Stefan Drüeke Friedrich der Weise, so würde man vielleicht gerne heißen - aber Og der Schläfrige? Warum musste Israel vor 2500 Jahren diesen König unbedingt besiegen, um in das verheißene Land zu kommen? In der Antwort liegen wichtige praktische Belehrungen ... Video ansehen
Wenn KI die "Hüllen fallen" lässt ... Manuel Seibel Jetzt ist es soweit, dass KI nicht nur Informationen liefert, Texte übersetzt oder verbessert, sondern auch noch die Begierden der Menschen bedient. Es war zu erwarten. Und nun? Podcast anhören
Wenn die klare Sprache durch wachsweiche Formulierungen ersetzt wird Manuel Seibel Durch Gender-Vorschriften, in den Kirchen, aber auch unter Gläubigen macht sich ein Trend breit: Man wird in den Formulierungen weicher, ersetzt klare Begrifflichkeiten durch Scheinlösungen und versucht auf diese Weise, weniger angreifbar zu sein. ... Podcast anhören
Ganz sanft im Schlafe möcht‘ ich sterben ... Manuel Seibel Mancher, eigentlich jeder wünscht sich, dass er ein sanftes Sterben erlebt. Nicht jeder wartet auf das Sterben. Aber wer an das Sterben denkt, dem kann mulmig werden. Zu Recht? Artikel lesen