Am: Sa, 13. Dezember 2025
Wir sollen und dürfen für den Herrn Jesus arbeiten. Aber vergessen wir nicht: Letztlich sind wir abhängig von der souveränen Gnade Gottes. Ein weiteres Merkmal des Reiches der Himmel, wie wir es in den Kapiteln 18-20 finden.
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In Matthäus 20 finden wir dann die letzten drei Merkmale, die der Herr Jesus in den Kapiteln 18 bis 20 Vers 28 über das Königreich der Himmel uns vorstellt.
Wir haben gesehen, dass es erstens um Demut geht, dass es zweitens um Selbstverleugnung geht, dass es drittens um Vergebungsbereitschaft geht,
dass es viertens um Treue geht im Gegensatz zur Selbstverwirklichung, dass es fünftens um Wertschätzung des Unscheinbaren geht,
dass es sechstens um Hingabe im Gegensatz zu dem Trachten nach Reichtum geht.
Dabei hatte der Herr Jesus am Schluss gezeigt, dass wenn wir ihm hingegeben leben, wenn wir bereit sind,
auf Häuser, Brüder, Schwestern, Vater, Mutter, Frau, Kinder, Äcker zu verzichten um seines Namenswillen, dass er uns belohnen wird.
Und jetzt zeigt er in Kapitel 20 in dem ersten Abschnitt bis Vers 16, dass es nicht um Verdienst in diesem Königreich geht,
sondern dass der Wille Gottes, dass es um den souveränen Willen Gottes geht in souveräner Gnade.
Es geht also nicht darum, dass wir etwas tun können, sondern dass wir ein Bewusstsein bekommen, dass alles Gnade ist. (00:01:08)
Der Herr Jesus erzählt hier das Gleichnis von dem Königreich der Himmel von einem Hausherrn,
der frühmorgens ausging, um Arbeiter für seinen Weinberg anzuwerben.
Und dann ist er sich mit ihnen einig geworden für einen Denar.
Dann geht er um die dritte Stunde aus und sieht wieder Leute auf dem Markt müßig herumstehen und sagt,
geht auch ihr in den Weinberg und was irgend recht ist, werde ich euch geben.
Das Gleiche macht er in der sechsten und der neunten Stunde ebenso.
Und dann gibt es die elfte Stunde, also kurz vor Toresschluss, kurz vor Arbeitsende,
und da findet er andere und spricht zu ihnen, was steht ihr hier den ganzen Tag müßig?
Sie sagen, weil niemand uns angeworben hat. Er spricht zu ihnen, geht auch ihr hin in den Weinberg.
Und dann am Abend, also nach der zwölften Stunde, dann lässt er die Arbeiter rufen und zahlt ihnen den Lohn,
anfangend bei den Letzten bis zu den Ersten.
Und als die um die elfte Stunde Angeworbenen kamen, empfingen sie je einen Denar. (00:02:02)
Und als die Ersten kamen, meinten sie, dass sie mehr empfangen würden.
Doch empfingen auch sie je einen Denar.
Als sie ihn aber empfingen, murrten sie gegen den Hausherrn und sprachen,
diese Letzten Arbeiter haben eine Stunde gearbeitet und du hast sie uns gleichgestellt,
die wir die Last des Tages und die Hitze getragen haben.
Er beantwortete und sprach zu einem von ihnen, Freund, ich tue dir nicht unrecht.
Bist du nicht über einen Denar mit mir einig geworden? Nimm das Deine und geh hin.
Ich will aber diesem Letzten geben, wie auch dir.
Ist es mir nicht erlaubt, mit den Meinen zu tun, was ich will?
Oder blickt dein Auge böse, weil ich gütig bin?
So werden die Letzten Erste und die Ersten Letzte sein.
Jesus macht deutlich dadurch, dass Gott souverän ist, dass Gott geben kann, wie er möchte.
Und das ist eine ganz wichtige Lektion im Reich Gottes, in dem Königreich der Himmel,
dass wir Gott zugestehen, dass er geben kann, wie er will und wem er will und wo er will.
Wir sind der Meinung, wir haben ein Verdienst, die Berechtigung auf einen Verdienst.
Und tatsächlich ist es so, dass der Herr wirklich belohnen wird. (00:03:01)
Das ist unfassbar groß, dass er belohnt, dass er uns belohnt.
Ist nicht das, was wir tun für den Herrn, eine natürliche, eine notwendige, eine folgerichtige Antwort auf die Hingabe des Herrn Jesus,
dass er alles für uns gegeben hat? Das ist es.
Und trotzdem wird Gott uns belohnen. Trotzdem wird der Herr Jesus uns belohnen.
Aber wir dürfen das ihm überlassen. Wir sollen das ihm überlassen.
Wir sollen uns nicht vergleichen mit anderen.
Und wir dürfen Gott überlassen, wie er segnet, wann er segnet, wo er segnet.
Das steht nicht uns zu, das zu bestimmen. Er hat jede Freiheit, das selber zu bestimmen.
Bist du neidisch auf deinen Bruder, der einen Dienst bekommen hat?
Bist du neidisch auf deine Schwester, die einen bestimmten Einfluss vielleicht hat inmitten der Gläubigen?
Freu dich darüber, dass Gott in seiner souveränen Gnade dem oder der anderen dies oder jenes gegeben hat.
Das ist allein seine Sache.
Für dich kommt es darauf an, da wo du hingestellt bist, für diese eine oder drei oder neun oder zwölf Stunden treu zu sein.
Was der Herr mit anderen macht, das ist seine Sache und das dürfen wir ihm überlassen.
Seien wir uns bewusst, ohne die Auswahl der Gnade, das macht Römer 9 sehr deutlich, (00:04:04)
ohne die Auswahl der Gnade wären wir alle verloren, gäbe es überhaupt keinen Segen.
Nur weil der Herr in seiner souveränen Gnadewelt dich und mich gewählt hat, gibt es überhaupt Segen für dich und mich.
Und da wollen wir den Rest ganz ihm überlassen. Er ist souverän.
Seien wir uns sicher, dass er in seiner souveränen Gnade immer gerecht ist, sonst würde er aufhören Gott zu sein.
Er ist gerecht und das wollen wir ihm zutrauen.
Der Teufel, der sät dieses Misstrauen, das ist doch nicht gerecht, das ist doch nicht fair von Gott.
Doch ist es.
Alles was Gott tut ist gerecht und ist fair.
Eigentlich ist es fair, dass wir die Verdammnis verdient haben.
Dass Gott uns aus dieser Verdammnis gewissermaßen herausgeholt hat.
Wer einmal da angekommen ist, der wird nie wieder da rauskommen.
Aber dass er uns von diesem Platz des Verlorenseins weggebracht hat, Vergebung der Sünden geschenkt hat,
ist allein das Ergebnis seiner souveränen Gnade.
Dann finden wir als nächstes Merkmal in Vers 17, dass wir hier auf dieser Erde nicht Herrlichkeit erwarten sollen, sondern leiden. (00:05:04)
Und als Jesus nach Jerusalem hinaufging, nahm er die zwölf Jünger für sich allein zu sich und sprach auf dem Weg zu ihnen.
Siehe, wir gehen hinauf nach Jerusalem und der Sohn des Menschen wird den hohen Priestern und Schriftgelehrten überliefert werden.
Und sie werden ihn zu Tode verurteilen und werden ihn den Nationen überliefern, damit sie ihn verspotten und geißeln und kreuzigen.
Und am dritten Tag wird er auferstehen.
Die Jünger haben ja bis zum Schluss erwartet, dass der Herr Jesus jetzt in machtvoller Weise sein Reich aufrichten würde.
Nein, dazu war er nicht gekommen. Er war gekommen, um zu sterben, um zu leiden.
Und der Herr Jesus macht damit deutlich, dass das auch der Platz für seine Jünger in dem Königreich ist.
Niemand von uns soll erwarten heute, dass er anerkannt wird.
Wenn das der Fall ist, mag das mal in Gottes Gnade und Barmherzigkeit berechtigt sein, dass er uns diesen Platz gibt.
Aber normal ist das nicht und wir müssen uns fragen, wenn wir überhaupt keinen Widerstand erleben,
wenn wir überhaupt keine Verachtung erleben, ob wir wirklich ein Leben in Hingabe für ihn führen.
Nein, wir sollen Leiden erwarten, aber dann kommt die Heiligkeit, die Heiligkeit mit Christus. (00:06:04)
Er ist jetzt verheiligt, wir werden mit ihm verheiligt sein.
Er wird uns entrücken, wenn er wiederkommen wird und dann werden wir die Heiligkeit genießen.
Lasst uns bereit sein, bis zu diesem Augenblick mit ihm, mit Christus zu leiden.
Dann finden wir als letztes, dass der Herr Jesus zeigt, dass es in dem Reich Gottes keinen Neid, sondern Dienstbereitschaft geben soll.
Schon in den Versen 20 bis 23 finden wir eben, dass die Mütter der Söhne des Zebedäus
und aus dem Markus-Evangelium wissen wir die beiden selbst auch, einen hohen Platz bei Christus haben wollten, damals schon.
Wie wir gesehen haben, nein, jetzt ist die Zeit des Leidens, nicht der Herrschaft.
Aber die Mitjünger, die Zehn, hören das und wurden unwillig über die beiden Brüder, Vers 24.
Und dann sieht der Herr Jesus das, als er sie aber herzugerufen hatte,
Ihr wisst, dass die Fürsten der Nationen diese beherrschen und die großen Gewalt über sie ausüben.
Unter euch soll es nicht so sein, sondern wer irgendunter euch groß sein will, soll euer Diener sein.
Und wer irgendunter euch der Erste sein will, soll euer Knecht sein. (00:07:03)
So wie der Sohn des Menschen nicht gekommen ist, um bedient zu werden,
sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele.
Sind wir auch neidisch darauf, dass einer sich vielleicht irgendetwas erworben hat, dass einer etwas bekommen hat?
Eigentlich ist in dem Leib Christi, 1. Korinther 12, es so, wenn einer verherrlicht wird, freuen sich alle mit.
Ist das wirklich so? Oder sind wir neidisch? Sind wir neidisch auf die Begabung?
Sind wir neidisch auf den Platz des Anderen? Sind wir neidisch darauf, was der Herr ihm schenkt?
Ja, das ist unser Herz. Aber im Königreich soll das nicht so sein, sondern wir sollen einfach dienen.
Wir sollen einfach dienstbereit sein und nicht darauf sehen, was der Herr dem Anderen gibt.
Wenn, und das dürfen wir, dann dürfen wir uns mitfreuen.
Dann dürfen wir für ihn beten, dass er das gut verwendet, dass er das in einer redlichen Art und Weise für den Herrn einsät.
Aber Neid? Ja, das ist unser Herz. Lasst uns da wachsam sein.
Damit endet dieser Teil über das Königreich der Himmel.
Zehn Merkmale, die wir uns zu Herzen nehmen wollen, weil sie in der heutigen Zeit noch immer gelten.
Wir leben in der geheimnisvollen, Matthäus 13, der geheimnisvollen Art dieses Reiches, dieses Königreiches. (00:08:01)
Aber jetzt, Apf. 49, beginnt der Schlussabschnitt im Leben, im Dienst des Herrn Jesus.
In den drei synoptischen Evangelien, also Matthäus, Markus und Lukas, ist das genau diese Begebenheit,
die jeweils diese Schlussetappe des Herrn Jesus einleitet.
Hier in Matthäus ist das sehr lang.
Als sie aus Jericho hinausgingen, wir sehen also, dass die Jünger mit dem Herrn Jesus in Jericho waren,
dieser Stadt, die ganz tief liegt, sehr tief liegt und von der man von Jerusalem herabgehen muss,
wo ja dieser Mensch auch unter die Räuber gefallen ist, wie der Herr Jesus in einem Gleichnis in Lukas erzählt,
folgte ihm eine große Volksmenge.
Und sie als zwei Blinde, die am Weg saßen, hörten, dass Jesus vorübergehe,
schrien sie und sagten, erbarme dich, unser Herr, Sohn Davids.
Eine ganz außergewöhnliche Ansprache.
Wo finden wir in den Evangelien, dass Juden den Herrn Jesus als Sohn Davids,
als den kommenden Messias anerkannt haben? Praktisch nicht.
Aber hier gibt es solche. Zwei Blinde, die so zu dem Herrn Jesus sprechen, (00:09:01)
die sich bewusst sind, dass es Rettung für sie nur durch den Messias gibt.
Was für eine Ermutigung für den Herrn Jesus, dass da zwei sind.
Ein vollständiges Zeugnis, dass er der Messias ist, dass er Herr ist.
Und das ist vielleicht ein Hinweis auf den Namen Gottes im Alten Testament,
Jehova Yahweh, der Herr, dass sie ihn als solchen erkannt haben und zugleich als den Messias.
Er ist der Sohn des lebendigen Gottes, der Christus.
Und sie rufen um seinen Erbarmen.
Sie sind sich bewusst, dass sie selbst ihr Glück, ihre Gesundung, sie sind blind, nicht bewirken können.
Sie stehen für das Volk Israel.
Der Zustand des Volkes Israel war Blindheit, als der Herr Jesus hier war.
Er ist Blindheit auch heute.
Und es gibt Segen nur, wenn die Augen aufgetan werden.
Wenn man erkennt, dass allein durch Christus, allein durch seine herrliche Person,
eben die Blindheit weichen kann.
Das gilt ganz grundsätzlich auch heute, obwohl es hier natürlich einen jüdischen Hintergrund hat.
Der natürliche Mensch ist blind.
Blind über seinen eigenen verlorenen Zustand.
Blind über die Notwendigkeit des Heils. (00:10:02)
Blind über seine Sünden.
Blind darüber, wer Christus ist.
Und er muss die Augen geöffnet bekommen.
Sie haben dem Herrn Jesus, obwohl sie es nicht sahen, gesehen, dass er der Retter war.
Die große Volksmenge hat das abgelehnt.
Jesus blieb stehen und rief sie und sprach,
Was wollt ihr, dass ich euch tun soll?
Die Volksmenge hatte sie angefahren.
Sie sollen schweigen.
Aber der Herr Jesus hat ein Auge, ein Ohr für sie.
Sie sagen zu ihrem Herr, dass unsere Augen aufgetan werden.
Ja, ist doch selbstverständlich.
Wie kann der Herr Jesus danach fragen?
Aber der Sünder, das Volk Israel, muss sich der Blindheit bewusst werden,
muss gestehen, muss bekennen, dass sie blind sind.
Was tun sie?
Jesus aber innerlich bewegt.
Der Herr Jesus hat nie einfach so drauf los geheilt, wenn ich das in Ehrfurcht sagen darf.
Nein, er war immer innerlich bewegt.
Wie es in Matthäus 8 heißt, er hat ihre Krankheiten und Schwachheiten auf sich genommen.
Er hat sich eins gemacht damit.
Hier durch dieses innerlich bewegt sein.
Er rührt ihre Augen an und sogleich wurden sie wieder sehend und folgten ihm nach.
Nur dann, wenn das Ergebnis ist, dass wir dem Herrn Jesus nachfolgen, (00:11:01)
dann hat dieses Augenöffnen wirklich das Ziel erreicht.
Wir sind nicht das Volk Israel.
Wir kommen nicht zu Jesus als dem Sohn Davids.
Wir kommen zu ihm als dem Retter, dem Sohn des Menschen,
als denjenigen, der er in der Herrlichkeit, damals amoralischen Herrlichkeit,
in seiner Hingabe als dieser Knecht Gottes gewesen ist.
Er hat uns die Augen geöffnet.
Hoffentlich hast du ihn als Retter angenommen.
Aber was ist die Folge?
Sind wir solche, die eben wirklich nachfolgen?
Die beiden haben das getan und sind damit ein wunderbarer Hinweis auf den künftigen Überrest,
der einmal die Augen geöffnet bekommt, wer Christus ist, was er getan hat,
und die ihm nachfolgen werden, obwohl es viele von ihnen den Tod, das Leben kosten wird
und der Tod bedeuten wird.
Für uns in Deutschland ist das nicht der Fall.
Aber wollen wir ihm nachfolgen?
Wollen wir wirklich ein Leben führen wie er?
Das können wir nur als Erlöste.
Aber als Erlöste können wir das auch.
Folgen wir ihm wirklich nach?
Sind wir seine Jünger?