Am: Sa, 6. Dezember 2025
Auch in Kapitel 19 finden wir Merkmale des Königreiches der Himmel: Treue, Wertschätzung der Unscheinbaren und Hingabe. Es lohnt sich, darüber auch für unser Leben nachzudenken.
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(00:00:00)
Wir haben gesehen, dass mit Matthäus 18 ein Abschnitt beginnt, in dem Merkmale des Reiches
der Himmel, des Königreiches der Himmel vorgestellt werden.
Und wir haben drei bereits vor uns gehabt, Demut, Selbstverleugnung und Vergebung bzw.
Vergebungsbereitschaft.
Jetzt in Kapitel 19 finden wir, dass der Geist Gottes durch Matthäus, durch den Herrn Jesus
zeigt, dass Treue und nicht Selbstverwirklichung das Merkmal in diesem Königreich ist.
Es geschah, als Jesus diese Reden vollendet hatte, von Kapitel 18, wo es ja ganz besonders
auch um die Versammlung ging, das zweite Mal, dass die Versammlung dort von dem Herrn Jesus
eingeführt wurde und vorgestellt wurde, begab er sich weg von Galiläa und kam in das Gebiet
von Judäa jenseits des Jordan und große Volksmengen folgten ihm und erhallte sie.
Und die Pharisäer kamen zu ihm, versuchten ihn und sprachen, ist es einem Mann erlaubt,
aus jeder Ursache seine Frau zu entlassen?
Und Jesus macht deutlich, dass das eben nicht der Fall ist.
Er aber antwortet und sprach, habt ihr nicht gelesen, dass der, der sie schuf, sie von (00:01:02)
Anfang an als Mann und Frau machte?
Und sprach, deswegen wird ein Mann den Vater und die Mutter verlassen und seiner Frau anhangen
und die zwei werden ein Fleisch sein.
Gott möchte in der Ehe Treue.
Gott möchte, dass Familien, dass Ehen sozusagen das Herz, der Kern des Königreiches sind,
in dem gesunde Ehen und gesunde Familien Segen bewirken.
Und das ist nur möglich, indem man treu ist, indem man einander treu ist und indem man
Gott treu ist.
Damals gab es mehrere Schulen, vielleicht besonders zwei, die sich gegeneinander stellten und
die Frage stellten, wann ist es erlaubt, den Ehepartner zu erlassen, zu entlassen?
Und Jesus macht deutlich, das ist doch überhaupt nicht die Frage.
Gott hat aus den beiden eins gemacht.
Er machte aus Mann und Frau eine ganz neue Einheit, einen neuen Menschen und deshalb
ein Fleisch.
Und deshalb kommt es überhaupt nicht in Frage, dass man über die Frage von Trennung nachdenkt. (00:02:01)
Wenn zwei Menschen in der Ehe verbunden werden, sind sie ein neuer Mensch, sind die beiden
eins.
Und wenn sie auseinander gehen, dann trennt man nicht zwei Menschen voneinander, sondern
dann schneidet man einen Menschen in zwei.
Da verstehen wir sofort, das kann nur zerstörerisch sein.
Und das war nie der Gedanke Gottes.
Was nun Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden.
Sie sollen treue einander bleiben.
Und der Herr zeigt hier, dass das genau sein Gedanke ist.
Ich sage euch, wer irgendeine Frau entlässt, nicht wegen Hurerei, und eine andere heiratet,
begeht Ehebruch.
Und wer eine Entlassene heiratet, begeht Ehebruch.
Gott möchte das nicht.
Der Herr Jesus möchte nicht, dass Ehebruch in die Familien, in die Ehen hineinkommt.
Er spricht hier ganz grundsätzlich, aber wenn es um das Königreich der Himmel geht,
ist völlig klar, dass es um solche geht, die sich zu Christus bekennen, die sagen,
sie sind Christen, die das vielleicht durch Taufe bekannt haben.
Und da sagt der Herr, da kommt eine Ehescheidung nicht infrage.
Er gibt hier eine Ausnahme an, das hatte er schon in Kapitel 5, Hurerei.
Hurerei ist etwas, was die Ehe in ihrem Kern, in ihrem Innersten erschüttert. (00:03:04)
Und da sagt er, dass ein solcher Fall die Ehe derart angeht, dass der unschuldige Teil,
das Opfer, das ist das Recht hat, sich scheiden zu lassen.
Weil es eben in einer solchen Weise angegriffen worden ist in der Ehe, dass es eine solche
Sünde ist, die damals natürlich eigentlich die Steinigung des sündigenden Teiles bedeutete,
aber in der heutigen Zeit eben nicht mehr.
Da kann man weiterleben, da passiert so etwas nicht.
Und da sagt der Herr, das muss man nicht mit sich machen lassen.
Nicht, dass der Herr sagt, man muss sich dann auch scheiden lassen, man muss den anderen
entlassen.
Es ist möglich, Gnade zu üben, aber dazu muss der andere natürlich erstens wollen
und zweitens ist das nicht in das Belieben und in das Recht dessen gestellt, der gesündigt
hat, sondern wenn die Gnade triumphiert, dann ist das etwas Großartiges, aber das kann man
nicht verlangen.
Aber das große Thema hier ist Treue, Treue beieinander zu bleiben. (00:04:01)
Der Herr Jesus zeigt in diesem Zusammenhang auch, dass es solche gibt, die um des Reiches Gottes
Willen auf eine Ehe verzichten.
Er spricht hier nicht von solchen, die eigentlich gern heiraten wollten, aber durch bestimmte
Umstände das nicht konnten, sondern er sagt, dass es Verschnittene gibt, die sich selbst
verschnitten haben, um des Reiches der Himmel Willen, so wie Paulus bereit war, um des Dienstes
für Gott, um des Dienstes für den Herrn Jesus Willen auf eine Ehe zu verzichten.
Dazu muss man in der Lage sein, dazu darf man nicht ständig in Anfechtung leben im
sexuellen Bereich, das ist klar, aber wenn jemand bereit ist, um des Herrn Willen, um
des Reiches der Himmel Willen, um des Dienstes Willen auf eine Ehe zu verzichten und eben
diese Kraft der Sexualität, der Apostel Paulus nennt das in 1. Korinther 7 eine Gabe, eine
Gnadengabe, dass das eben nicht ständig zu einer Gefahr führen wird, dann ist das natürlich
etwas, wo er sich für den Herrn und für die Gläubigen oder auch Ungläubigen im Dienst
des Evangeliums viel, viel freier fühlen kann, als jemand, der Rücksicht nehmen soll und (00:05:03)
nehmen wird und nehmen muss auf seinen Ehepartner und auch auf die Kinder.
Dann gibt es ein fünftes Merkmal, Abvers 13, 2 Verse, 3 Verse 13-15, nämlich die Wertschätzung
des Unscheinbaren.
In dem Reich der Himmel ist nicht das Große, was im Mittelpunkt steht, sondern da ist das
Unscheinbare, worauf man nicht nur Rücksicht nimmt, sondern das man wertschätzt.
Dann wurden Kinder zu ihm gebracht, damit er ihnen die Hände auflege und bete, die
Jünger aber verwiesen es ihnen.
Jesus aber sprach, laßt die Kinder und wehrt ihnen nicht zu mir zu kommen, denn solcher
ist das Reich der Himmel.
Und er legte ihnen die Hände auf und ging von dort weg.
Wunderbarer Segen, den der Herr Jesus den Unscheinbaren, denen die nichts gelten in dieser Welt, den
Kindern entgegenbringt.
In der heutigen Zeit, wenn das wieder diskutiert wird, Abtreibungsmöglichkeiten möglichst
auszuweiten.
Diejenigen, die sich nicht wehren können, die keine Stimme haben, die werden übergangen
mit einem egoistischen Hinweis, der Bauch gehört der Frau, der Bauch gehört mir, ich (00:06:01)
habe ein Selbstentscheidungsrecht.
Nun wird Gott solche unter seine Zucht bringen, er wird solchen deutlich machen, was sie getan
haben, was das in seinen Augen ist, nicht einfach nur Totschlag, sondern Mord.
Aber hier sehen wir das Gegenteil.
Hier sehen wir, dass der Geist Gottes zeigen möchte, dass der Herr Jesus zeigen möchte, dass
er das wertschätzt, was unscheinbar ist.
Ob das auch bei uns der Fall ist, ob wir treu sind in der Ehe, in der Familie und ob wir
das Unscheinbare wertschätzen und ein Segen für sie haben, ganz besonders an sie denken.
Und dann finden wir in den Versen 16 bis zum Schluss des Kapitels 30, dass ein sechster
Charakterzug dieses Königreiches der Himmel gezeigt wird, nämlich Hingabe.
Dass der Gläubige, dass der Christ geprägt ist durch Hingabe und nicht durch Trachten
nach Reichtum.
Wie sagte Apostel Paulus, dass diejenigen, die reich werden wollen, in jeden Fallstrick
fallen, dass sie Gegenstand von jeder Art von Versuchung sind und dass dadurch, dass
sie eben nach dem Reichen suchen, dass ihnen das vor Augen ist, sie in jedes Böse kommen (00:07:04)
können.
Denn die Geldliebe ist eine Wurzel alles Bösen, der nachstrebend einige von dem Glauben abgeirrt
sind und sich selbst mit vielen Schmerzen durchbohrt haben, sagt Paulus in 1.
Timotheo 6 Vers 10.
Das wollen wir uns zu Herzen nehmen und nicht übersehen, was für Folgen, was für eine
Tragweite diese Geldliebe hat.
Da kam jemand zu dem Herrn Jesus, in Matthäus 19 Vers 16 lesen wir das.
Lehrer, was muss ich Gutes tun, um ewiges Leben zu haben?
Und der Herr Jesus sagt zu ihm, was fragst du mich über das Gute?
Einer ist gut, nämlich Gott.
Und das war das Problem, dass dieser Mensch in dem Herrn Jesus zwar einen guten Menschen,
einen vielleicht sogar vollkommenen Menschen sah, aber er erkannte nicht, dass der Herr Jesus
Gott ist, Gott selbst ist, gepriesen in Ewigkeit.
Wenn du aber ins Leben eingehen willst, du haltest die Gebote.
Und da sagt dieser Mensch, das habe ich doch gehalten.
Er sprach zu ihm, das alles habe ich beachtet, was fehlt mir noch?
Ihm war irgendwie bewusst, dass ihm etwas fehlte, dass er zwar vieles formell getan (00:08:01)
hat, dass ihm aber inneres, wahres Glück, wahrer Freude, wahrer Friede fehlte.
Und da sagt der Herr Jesus, wenn du vollkommen sein willst, so geh hin, verkaufe deine Habe
und gib den Armen und du wirst einen Schatz in den Himmeln haben und komm, folge mir nach.
Konnte dieser Mann dadurch, dass er jetzt seinen ganzen Reichtum verkaufte, sich den
Himmel erwerben?
Natürlich nicht.
Es ist überhaupt nicht möglich, sich den Himmel, die Gegenwart Gottes zu erkaufen, zu
erarbeiten, zu erwirken.
Wir sind Sünder und bleiben Sünder, solange wir nicht das Erlösungswerk des Herrn Jesus
annehmen.
Aber der Herr Jesus möchte diesen Menschen deutlich machen, dass er gerade dadurch, dass er ihm
zeigte, dass er nicht bereit war, alles zu verkaufen, dass er dadurch zeigte, dass ihm
wirklich etwas fehlte, nämlich eine lebendige Beziehung zu dem Herrn Jesus, eine lebendige
Beziehung zu Gott, eben neues Leben.
Als aber der Jüngling das Wort hörte, ging er betrübt weg, denn er hatte viele Besitztümer.
Er war nicht in der Lage, das wegzugeben, weil er an diesem Reichtum hing.
Und erst, wenn man erkennt, kein Reichtum kann mich irgendwie weiterbringen, kann mich (00:09:03)
zu Gott bringen, kann mir das Heil erwerben, sondern allein das Werk des Herrn Jesus, nur
wenn ich vor ihm niederfalle, wenn ich ihn als Retter annehme, damals gab es das Erlösungswerk
noch nicht.
Das war der Herr Jesus ja im Begriff erst zu vollbringen.
Aber den Herrn Jesus als Retter anzunehmen, das konnte man, sich vor Gott niederwerfen
als Sünder anerkennen, das konnte man damals auch und dazu war dieser Mann nicht bereit.
Dazu hing er an seinem Reichtum, an seinem Besitz, an seinem Geld.
Hingabe ist eben das Gegenteil und nur wer errettet ist, nur wer erlöst ist, der ist
in der Lage, sich hinzugeben.
Aber fragen wir uns, woran hänge ich?
Hänge ich an meinem Besitz?
Hänge ich an meiner Ehre?
Hänge ich an meinen Errungenschaften oder bin ich bereit, mich hinzugeben, wie der Herr Jesus
das hier deutlich macht?
Was bei Menschen unmöglich ist, bei Gott sind alle Dinge möglich, fügt der Herr Jesus
in Vers 26 an.
Sind wir bereit, wirklich uns für ihn hinzugeben?
Sind wir bereit, wirklich, wie der Herr Jesus das in Vers 29 sagt, jeder, der verlassen hat, (00:10:01)
Häuser oder Brüder oder Schwestern oder Vater oder Mutter oder Frau oder Kinder oder
Ecker um meines Namens willen, wird hundertfach empfangen und ewiges Leben erben.
Nochmal, es geht dem Herrn Jesus hier nicht darum, dass wir durch das Tun das ewige Leben
bekommen, sondern wir zeigen dadurch, dass wir ihn als Retter angenommen haben, dass
wir erkannt haben, dass wir selbst dazu gar nicht in der Lage sind, sondern nur durch
ihn.
Und dann wird als Ergebnis unseres Lebens wird am Ende das ewige Leben stehen.
Ganz ähnlich, wie der Apostel Paulus das in Römer 6 am Ende sagt, jetzt aber von der
Sünde freigemacht und Gott zu Sklaven geworden, habt ihr eure Frucht zur Heiligkeit als das
Ende, aber ewiges Leben, das mündet in das ewige Leben, dass wir in der Herrlichkeit,
wenn auch der Körper verwandelt sein wird, wenn der Herr Jesus uns einen neuen, einen
Auferstehungskörper, einen sündlosen Körper geben wird, dann werden wir das ewige Leben
seinem Vollmaß erfassen.
Ja, der Apostel Johannes zeigt uns im Neuen Testament, dass wir heute schon Besitzer des
ewigen Lebens sind, auf der Grundlage der Gnade Gottes.
Es ist moralisch gesehen geistlicherweise das ewige Leben, dann aber in Vollkommenheit. (00:11:05)
Wollen wir also diese Punkte des Reiches Gottes zu uns reden lassen, weil sie auch bei uns
vorhanden sein sollen?
Sind wir treu in unseren Beziehungen, Ehefamilie zum Beispiel?
Sind wir solche, die ein Auge, ein Herz haben für die Unscheinbaren?
Sind wir solche, die durch Hingabe geprägt sind und nicht danach trachten, Reichtum
zu besitzen?
Das ist die Botschaft von Matthäus 19, die wir uns zu Herzen nehmen wollen.