Der Waschbär (Die gute Saat, FMN)

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Anne hielt sich einen kleinen Waschbär als Haustier. Er war zutraulich und verspielt und sooo lieb. Wenn er auf ihrer Schulter saß und ihr neugierig in die Augen blinzelte, dann zerfloss ihr Herz, und sie musste ihn umarmen und ihm einen dicken Kuss geben.

Der kleine Waschbär wuchs heran – inzwischen war er fast zwei Jahre alt –, war immer noch verspielt, brachte aber mittlerweile 14 Kilogramm auf die Waage. Man warnte Anne, denn Waschbären verändern sich im Alter von zwei Jahren. Sie werden dann unberechenbar und auch gefährlich. Anne sagte lachend: „Bei mir ist das anders. Mein Kleiner wird mich nicht beißen.“ – Wenige Monate später lag sie in der Unfallklinik für plastische Chirurgie und musste operiert werden …

Anne sagte: Bei mir ist das anders! Und dann wurde sie gebissen. – Petrus sagte: „Ich aber nicht.“ Und dann verleugnete er den Herrn Jesus: einmal, zweimal, dreimal (Markus 14,66-72). – Ein Mann namens David dachte auch: „Ich doch nicht!“ Und dann erwartete eine Frau, die mit einem anderen Mann verheiratet war, ein Kind von ihm. David ließ den Mann umbringen; aber die traurigen Folgen wichen nicht mehr von seinem Haus (2. Samuel 11 und 12). – Und ich? Ich denke: „Ich weiß, wann ich Schluss machen muss!“ Und ich verspreche dir: „Mir wird das nicht passieren!“ … Und dann?

Jeder kann sich in seinem Leben einen „Waschbär“ halten: eine Gewohnheit, ein Vergnügen, zunächst klein und unbemerkt, dann größer und stärker werdend. Man hängt daran, will gar nicht davon lassen – bis es „weh tut“. Gibt es keine Hilfe und Befreiung? Doch! „Wenn nun der Sohn euch frei macht, werdet ihr wirklich frei sein“ (Johannes 8,36). Das mag ein harter Weg werden, da mögen auch Narben zurückbleiben. Aber es ist möglich, denn Gott hat es gesagt!

Der Kalender: Die gute Saat

Folge mir nach – Heft 12/2024

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