Am: Sa, 29. November 2025
Der Herr Jesus ist jetzt der abwesende, verherrlichte Herr im Himmel. In dieser Zeit sind seine Jünger ohne Ihn auf der Erde. In drei Kapiteln zeigt der Herr eine Anzahl an Merkmalen, die seine Jünger prägen sollen. Er beginnt mit dem, was Er von Herzen war: demütig.
Transkript der Audiodatei
Hinweis: Der folgende Text ist ein computer-generiertes Transkript der Audiodatei. Vereinzelt kann die Spracherkennung fehlerhaft sein.
(00:00:00)
Wir haben gesehen, dass der Jesus in Matthäus 16 die Versammlung Gottes eingeführt hat.
Diese Versammlung, die der ewige Ratschluss Gottes ist, oder die Teil des ewigen Ratschlusses
Gottes ist, kam wie aus dem Nichts, aber sie kam eben, weil das Volk Israel den Herrn Jesus
verworfen hat.
Wir haben in Kapitel 17 gesehen, dass das nicht bedeutet, dass der Jesus nicht im tausendjährigen
Reich auch seinem irdischen Volk, dem Volk Israel, Segen bringen wird.
Für beides muss er in den Tod gehen, muss er leiden.
Und wir haben abschließend in Kapitel 17 gesehen, dass der Jesus zeigt, dass sein irdisches
Volk erst erkennen muss, dass er nicht nur Messias ist, dass er nicht nur Mensch ist,
sondern auch, dass er der ewige Sohn Gottes ist.
Jetzt in den Kapiteln 18, 19 und 20 bis Vers 28 finden wir, dass der Jesus seinen Jüngern
Belehrungen gibt für diesen Zeitraum, in dem er als der Verherrlichte im Himmel sein
wird.
Das ist der Zeitpunkt, wo die Versammlung Gottes auf der Erde ist und er wiederkommen
wird in Macht und Herrlichkeit, um sein Reich aufzurichten. (00:01:03)
Und hier finden wir zehn Abschnitte, in denen der Jesus Belehrungen über das Königreich
gibt.
Das ist eben jetzt keine Belehrung über die Versammlung Gottes, obwohl wir sehen werden,
dass sie enthalten ist, sondern es sind Belehrungen, wie sich solche, die ihn als Herrn, als Retter
und Herrn anerkennen in einer Zeit der Verwerfung des Herrn Jesus hier auf dieser Erde.
Und das ist bis heute der Fall, wie sie sich nach seinen Gedanken recht verhalten sollen.
Er zeigt in den Versen 1 bis 14 von Kapitel 18, dass Jünger durch Demut, nicht durch
Hochmut geprägt sind.
Er zeigt zweitens in den Versen 15 bis 20, wo er tatsächlich noch einmal auch über
die Versammlung spricht, dass es nicht um Rache geht, sondern darum, den Widersacher
gewinnen zu wollen.
Dann zeigt er in den Versen 21 bis 35 von Kapitel 18, dass man nicht auf seinen Rechten
besteht als jemand, der in seinem Reich ist, sondern dass man vergebungsbereit ist.
Er zeigt in Kapitel 19 in den ersten zwölf Versen, dass es in dem Reich nicht geht um (00:02:02)
Selbstverwirklichung, sondern um Treue.
In den Versen 13 bis 15, dass man nicht diejenigen verachtet, die unscheinbar sind, sondern Wertschätzung
ihnen gegenüber zeigt.
In den Versen 16 bis 26, dass es nicht um ein Tracht nach Reichtum geht, sondern dass
es in dieser Zeit in seiner Königsherrschaft oder seiner Herrschaft im Königreich, dass
es um eine Hingabe für den Herrn und für andere geht.
Siebtens finden wir, dass in den Versen 27 bis 30 von Kapitel 19 kein Verlangen nach
Ehre heute uns prägen soll, sondern das Warten auf die Wiedergeburt, auf die zukünftige Zeit.
Kapitel 20 beginnt dann damit, dass es nicht um Verdienst geht, sondern dass alles, was
wir geschenkt bekommen, letztlich das Ergebnis der souveränen Gnade Gottes ist.
Kapitel 20 Vers 17 bis 23 zeigt uns, wir haben jetzt keine Erwartung von Herrlichkeit, sondern
Leiden.
Wir sollen leidensbereit sein.
Und abschließend, zehnter Punkt, wir sollen nicht durch Neid geprägt sein, Kapitel 20 (00:03:05)
Vers 24 bis 28, sondern bereit sein, dem Herrn Jesus zu dienen, von Herzen zu dienen, für
ihn da zu sein.
Der Jesus beginnt diese Belehrungen, indem er als erstes zeigt, dass Demut das Recht,
die rechte Gesinnung ist, in der Zeit seiner Abwesenheit in seinem Königreich.
In jener Stunde traten die Jünger zu Jesus und sprachen, wer ist denn der Größte im
Reich der Himmel?
Und als er ein Kind herzugerufen hat, stellte er es in die Mitte.
Ja, wir sind oft damit beschäftigt, wer ist der Größte, wer ist der Herausragende, wer
steht im Mittelpunkt?
Der Jesus zeigt, ihr müsst werden wie die Kinder, nicht an einem Verstand, natürlich
nicht, aber er möchte deutlich machen, dass es wirklich darum geht, dass wir demütig
sind.
Und der Jesus zeigt, dass er der Demütige war.
Er hatte ein Herz für die Kinder, er hat nicht diejenigen gesucht, die ihm Ehre gegeben
hätten, sondern er hat den Kindern die Botschaft verkündigt und zeigt, was wahre Größe ist. (00:04:03)
Er zeigt uns damit auch, wie wir uns Kindern und Kleinen, die eben verachtet sind, gegenüber
verhalten sollen.
Und er zeigt dann auch die Fürsorge des Vaters für die Kinder, wenn sie sterben, wenn sie
heimgehen.
Viele, die früh gestorben sind, weil eben die medizinischen Möglichkeiten noch nicht
da waren.
Viele, die abgetrieben worden sind.
Sie alle haben einen wunderbaren Segen, den der Jesus in Vers 10 nennt.
Ich sage euch, dass ihre Engel in den Himmeln alle Zeit das Angesicht meines Vaters schauen,
was in den Himmeln ist.
Ihre Engel, das heißt, das, was stellvertretend, ja, Engel sind Stellvertreter Gottes hier
auf der Erde, das, was stellvertretend für sie im Himmel ist, das ist ihre Seele, sieht
den Vater.
Wunderbar, dass wir das wissen dürfen, dass unser Heimgegangen und hier mal besonders
die Kinder, dass sie den Vater in der Person des Herrn Jesus natürlich sehen.
Der Jesus nimmt das dann zum Anlass in den Versen 15 bis 20 zu zeigen, dass, wenn jemand
gegen uns sündigt, ja, man kann ja nicht nur gegen Kinder sündigen, etwas Böses (00:05:02)
gegen die Kleine tun, sondern es ist genauso möglich, dass jemand gegen uns sündigt und
wenn uns Demut dann prägt, dann werden wir dann eben auch nicht hart werden.
Nein, wir sollen uns dann selbst verleugnen, sollen durch Selbstlosigkeit geprägt sein.
Dann sollen wir nicht das Herum posaunen, sondern überführe ihn zwischen dir und ihm
allein.
Wenn er auf dich hört, hast du deinen Bruder gewonnen.
Das ist wirklich eine entscheidende Frage.
Da sündigt jemand gegen mich, bin ich bereit, den unteren Weg zu gehen, zu ihm zu gehen?
Dass er etwas bekennen muss, ist überhaupt keine Frage, aber hier zeigt der Jesus unsere
Gesinnung.
Gehen wir zu so jemandem hin?
Wollen wir die Sache möglichst verborgen halten?
Sind wir bereit, dafür zu sorgen, dass möglichst niemand davon etwas erfährt, sondern dass
das bereinigt wird und dass wir seine Seele gewinnen, nicht unser Recht gewinnen, sondern
dass wir ihn gewinnen für die Sache des Herrn, dass wir ihm zeigen können in einer Gesinnung
der Demut, wie es Recht ist zu handeln.
Überführe ihn zwischen dir und ihm allein. (00:06:02)
Wenn er aber nicht hört, so nimm noch einen oder zwei mit dir, damit durch den Mund von
zwei oder drei Zeugen jede Sache bestätigt werde.
Er möchte dann, dass wir immer noch nicht das Herum posaunen oder irgendwie handeln,
sondern dass wir noch einen oder zwei mitnehmen, um auf sein Gewissen einzudringen.
Wir wollen ihn doch gewinnen, wir wollen doch nicht einen Bruder verlieren, wir wollen doch
nicht, dass Gericht über ihm ausgesprochen wird, dass er unter die Zucht Gottes kommt.
Wenn er aber nicht auf sie hört, so sage es der Versammlung.
Hochbemerkenswert, dass der Jesus hier die Versammlung einführt.
Er hatte das in Kapitel 16 getan und hatte über die Versammlung nach dem ewigen Ratschluss
Gottes gesprochen.
Also alle Erlösen von dem Pfingsttag Apostelgeschichte 2 an bis zur Entrückung.
Und hier spricht der Jesus wieder von der Versammlung, sage es der Versammlung, da wird
ganz deutlich, er meint die örtliche Versammlung.
Und der Jesus erklärt nichts.
Warum?
Weil die örtliche Versammlung dem Wesen nach absolut der Versammlung nach dem Ratschluss
Gottes entspricht.
Das ist nichts anderes.
Es ist nur die Versammlung Gottes, beschränkt auf den Zeitpunkt jetzt und auf den Ort, wo (00:07:01)
man sich versammelt.
Aber dem Wesen nach ist die örtliche Versammlung nichts anderes als die weltweite, nur dass
sie die örtliche Darstellung dieser weltweiten ist und den Wesenszügen dieser Versammlung
entspricht.
Und der Herr Jesus zeigt jetzt hier, dass die Versammlung in der Tat Autorität besitzt
zu binden und zu lösen.
Wahrlich, ich sage euch, was irgend ihr auf der Erde binden werdet, ihr, die ihr diese
örtliche Versammlung bildet, wird im Himmel gebunden sein und was irgend ihr auf der Erde
lösen werdet, wird im Himmel gelöst sein.
Der Jesus zeigt also, dass die Versammlung Autorität hat, dass die Versammlung aufnimmt.
Es nimmt nicht ein Bruder auf, es nimmt nicht eine Brüderstunde auf, es nimmt nicht Brüder
auf, es nimmt nicht irgendwelche Geschwister auf, sondern die örtliche Versammlung, die
die zusammenkommen im Namen des Herrn, wie es dann gleich heißt, die als Versammlung
zusammenkommen.
Sie nehmen auf und notfalls müssen sie ausschließen, wenn Böses dagewesen ist.
Der Jesus sagt, in was für einer Haltung man aufnimmt.
Wahrlich, wiederum sage ich euch, wenn zwei von euch auf der Erde übereinkommen werden
über irgendeine Sache, welche sie auch erbitten mögen, so wird sie ihnen zuteil werden von (00:08:03)
meinem Vater, der in den Himmeln ist.
Also wenn sie in dieser Haltung der Abhängigkeit von dem Herrn handeln, dann werden sie zum
richtigen Ergebnis kommen, ob sie aufnehmen können oder nicht, ob sie ausschließen müssen
oder nicht.
Und dann haben wir ja gesehen, dass das sogar im Himmel Auswirkungen hat.
Das heißt, wenn eine Handlung, das Aufnehmen oder das Ausschließen, sogar im Himmel anerkannt
wird, wie viel mehr sollte es auf der Erde von allen, die in dieser Weise zusammenkommen,
im Namen des Herrn zusammenkommen wollen, sollte es anerkannt werden?
Ja, sie müssen es tun, weil sie ansonsten aufhören, aufgeben, Versammlung Gottes auf
der Erde darzustellen.
Und dann zeigt der Jesus, was die Grundlage der Autorität ist, um aufzunehmen, auszuschließen.
Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich in ihrer Mitte.
Da, wo man in seinem Namen unter seiner Autorität im Gehorsam ihm und seinem Wort gegenüber
zusammenkommt, da ist der Jesus sogar selbst in der Mitte und autorisiert zum Aufnehmen
und Ausschließen.
Das macht doch deutlich, warum das dann im Himmel anerkannt ist, weil es ja in seinem (00:09:03)
Namen in Übereinstimmung mit ihm geschieht.
Natürlich bindet sich der Himmel nicht an etwas, was im Ungehorsam ist.
Aber wir gehen ja a priori, wie man das so ausdrückt, davon aus, dass ein Zusammenkommen
im Namen des Herrn zusammenkommt, im Namen des Herrn handelt, sonst hätten wir keine
Gemeinschaft mit ihnen.
Sonst würden sie ja gar nicht die Versammlung Gottes an ihrem Ort darstellen.
Also wunderbarer Segen, den wir hier finden, der verbunden ist eben mit dem örtlichen
Zusammenkommen, mit der örtlichen Versammlung, dass man Autorität besitzt, aufzunehmen und
ich schenke Gott, dass wir das sehen, dass das ein wunderbarer Segen, eine wunderbare
Verantwortung, ein wunderbares Vorrecht ist, diejenigen, die kommen und die dem Herrn gehorsam
sein möchten, die sich bekehrt haben und dem Herrn folgen möchten, die seine Autorität
anerkennen, dass wir sie aufnehmen und dann auch Gemeinschaft mit ihnen haben.
Wir tun das als solche, die versammelt sind in seinem Namen.
Und dann schließt der Herr Jesus einen langen Abschnitt, Verse 21 bis 35 an, wo er zeigt, (00:10:05)
in was für einer Haltung wir zueinander stehen sollen, nämlich vergebungsbereit.
Und das ist das dritte Merkmal in dem Königreich hier auf dieser Erde, in diesem Königreich,
wie der Jesus in Matthäus 13 gesagt hat, das heute in verborgener Form existiert, das
heißt nicht ein öffentliches, amtliches Königreich in Macht und Herrlichkeit, sondern da, wo
die Autorität des Herrn Jesus angenommen wird, akzeptiert wird.
Und da muss man vergebungsbereit sein.
Und das gilt natürlich ganz besonders, wenn es um die Versammlung Gottes geht.
Versammlung Gottes kann nur funktionieren, wenn wir vergeben, denn wir sündigen alle.
Es gibt nicht einen, der nicht noch sündigt.
Und nur wenn wir bereit sind zu vergeben, wenn wir diese Haltung haben, dann werden
wir auch ein Miteinander haben.
Da sagt der Herr Jesus auf die Frage von Petrus, Herr, wie oft soll ich meinem Bruder, der
gegen mich sündigt, vergeben?
Bis siebenmal?
Das war ja schon viel.
Siebenmal für dieselbe Sache zu vergeben?
Jesus spricht zu ihm nicht bis siebenmal, sage ich dir, sondern bis siebzigmal sieben. (00:11:01)
Und dann erklärt er das an einem Beispiel, wo jemand selber Vergebung erfahren hat.
Und das sind wir alle, die wir uns bekehrt haben.
Wir haben alle Errettung, Vergebung erfahren.
Und dann ist derjenige aber nicht bereit, eine viel kleinere Schuld an einem anderen
zu vergeben.
Sind wir nicht oft auch so?
Wie oft sind wir hart statt vergebungsbereit?
Wie oft bestehen wir auf Rechten?
Haben wir überhaupt Rechte?
Und sind nicht bereit, unserem Bruder, unserer Schwester zu vergeben?
Lasst uns von dem Herrn Jesus hier lernen.
Lasst uns lernen, demütig zu sein.
Lasst uns lernen, den Bruder zu gewinnen.
Lasst uns lernen, Versammlung Gottes noch nach Gottes Gedanken, wie er sie im Neuen Testament
nach seiner Ordnung vorgestellt hat, zu verwirklichen.
Und lasst uns vergebungsbereit sein.
Lasst uns einander vergeben, denn wir selbst benötigen diese Vergebung mindestens ebenso oft.