Wir müssen glauben, dass Er ist und was Er ist. Wir müssen mit Gott im Vorborgenen unserer eigenen Seele Umgang pflegen, neben und unabhängig von allem anderen. Unsere persönliche Verbindung mit Gott muss echt Wirklichkeit sein, eine lebendige Tatsache, eine reale und unmissverständliche Erfahrung, die zur Wurzel unseres Leben gehört und zu allen Zeiten und unter allen Umständen den Halt und die Stütze unserer Seele bildet. Bloße Meinungen reichen nicht aus; Dogmen und Glaubensbekenntnisse sind nicht genug. Es ist nicht genug zu sagen: „Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen“. Weder dies noch irgendeine andere Form von allein Worten genügt. Es geht um eine Herzensfrage, eine Angelegenheit zwischen der Seele und Gott selbst. Nichts anderes kann die Seele zu jeder Zeit stützen. Das gilt ganz besonders in einer Zeit wie der heutigen, in der wir von so vielem umgeben sind, das hohl und oberflächlich ist.
Wenige Dinge neigen mehr dazu, die Grundlagen des Vertrauens der Seele zu erschüttern, als eine große Menge an unechten Bekenntnissen. Man kann dies in gewissem Maß aus der Tatsache ableiten, dass der Finger der Ungläubigen ständig auf die groben Ungereimtheiten im Leben der Lehrer und Bekenner des Glaubens gerichtet wird. Und obwohl es wahr ist, dass solche Ungereimtheiten, selbst wenn sie zehntausendfach vervielfältigt würden, den Gottlosen niemals vor den gerechten Konsequenzen seines eigenen Unglaubens schützen können, da jeder vor dem Richterstuhl Christi Rechenschaft über sich selbst und für sich selbst ablegen muss, so bleibt doch wahr, dass ein unechtes Bekenntnis dazu führt, Vertrauen zu erschüttern. Daher die dringende Notwendigkeit eines einfachen, ernsthaften, persönlichen Glaubens an Gott – eines nicht hinterfragten, kindlichen Vertrauens seinem Wort gegenüber, einer ständigen Abhängigkeit von seiner Weisheit, Güte, Macht und Treue.
Dies ist der Anker der Seele, ohne den es unmöglich ist, inmitten der unruhigen Gewässer der Christenheit sicher zu fahren.
Quelle: bibelpraxis.de/a8444.html