Vieles, aber nicht das Eine

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König Herodes gibt hier ein trauriges Bild ab: Einerseits fühlte er sich zu Johannes dem Täufer hingezogen, weil dieser ein gerechter und heiliger Mann war, aber andererseits nahm er dessen Worte nicht wirklich zu Herzen, sondern ließ sich von seinen Gefühlen und Begierden leiten. Obwohl er Johannes ins Gefängnis geworfen und ihn hatte binden lassen (V. 17), gab er doch acht auf ihn und schützte ihn vor den Nachstellungen anderer (siehe Anmerkung zu „verwahrte ihn“).

Johannes predigte die Taufe der Buße zur Vergebung der Sünden (Mk 1,4; Lk 3,3). Er war ein Mann der offenen und klaren Worte. Gewiss nahm er auch vor Herodes kein Blatt vor den Mund, sondern predigte ihm klar und deutlich die Notwendigkeit der Buße zur Vergebung der Sünden. Offensichtlich trafen die Worte von Johannes das Herz und Gewissen von Herodes, denn wir lesen, dass er vieles tat, wenn er ihn gehört hatte. Was genau er tat, teilt uns der Heilige Geist nicht mit, aber man kann sich des Eindrucks nicht verwehren, dass er vieles tat, um sein Herz abzulenken und sein Gewissen zu beruhigen.

Herodes tat vieles, aber tat er auch das Eine? Offenbar nicht, denn wir lesen nirgendwo, dass er Buße tat und seine Sünden bekannte. Das Viele, das er tat, konnte das Eine nicht ersetzen. Wie sieht es damit bei dir und mir aus? Tust du vielleicht auch vieles, um dem Evangelium von Jesus Christus aus dem Weg zu gehen und dein Gewissen zu beruhigen? Doch das Viele, das du tust, reicht niemals aus, um dich in den Himmel zu bringen. Dazu musst du das Eine tun: An Jesus Christus glauben und Ihn als deinen persönlichen Herrn und Heiland annehmen. Hast du das schon getan?

Aber was Herodes hier tat, hat auch Gläubigen etwas zu sagen. Auch wir tun manchmal vieles, um unser schlechtes Gewissen zu beruhigen – und vermeiden dabei das Eine, das der Herr uns auferlegt hat. Oder hast du noch nie das eine oder andere Gute getan und dabei ausgerechnet das nicht getan, was der Herr dir vor die Füße gelegt hat? Möge der Herr uns allen Gnade schenken, dass wir nicht „vieles“ tun, sondern das Eine, das Er uns zeigt.

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