Abraham und die Trennung von der Welt

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Gott sagt zu Abraham als solchem, der von der bösen, gegenwärtigen Welt getrennt war: „Und ich will dich zu einer großen Nation machen und dich segnen, und ich will deinen Namen groß machen“ (1. Mo 12,2). Die Menschen dieser Welt suchen sich selbst einen großen Namen zu machen. Sie sagen: „Machen wir uns einen Namen“ (1. Mo 11,4). Aber Gott sagt zu dem abgesonderten Mann: „Ich will dich segnen, und ich will deinen Namen groß machen.“

Die Neigung unserer natürlichen Herzen ist immer, uns selbst einen Namen zu machen. Und das Fleisch wird alles zum Anlass nehmen, sogar die Dinge Gottes, um sich selbst zu erhöhen. Diese Neigung konnte man sogar unter den Jüngern des Herrn sehen, als sie sich stritten, wer von ihnen für den Größten zu halten sei.

Die Zerstreuung der Menschen in Babel und die Spaltungen in der Christenheit sowie jeder Streit innerhalb des Volkes Gottes kann auf diese eine Wurzel zurückgeführt werden: Die Eitelkeit des Fleisches will sich selbst groß machen.

Die demütige Gesinnung des Herrn Jesus war von einer Art, sich keinen Ruf zu erarbeiten. „Darum hat Gott ihn auch hoch erhoben und ihm einen Namen gegeben, der über jeden Namen ist“ (Phil 2,9). Gott hat seinen Namen groß gemacht. Und demjenigen, der die demütige Gesinnung Christi hat und Ihm außerhalb des Lagers folgt, indem er auf Gottes Ruf hört, sagt Er: „Ich will deinen Namen groß machen.“ Gott kann einem Gläubigen in seiner Welt der Herrlichkeit einen viel größeren Namen machen, als wir ihn uns selbst in dieser gegenwärtigen, bösen Welt zu machen imstande sind.

Ein ehrliches Bekenntnis vorausgesetzt, würden manche zugeben, dass der wahre Beweggrund für sie, in einer falschen Stellung zu bleiben, der verborgene Wunsch ist, groß zu sein. Daher schrecken sie vor einem Weg in der Unbekanntheit außerhalb der religiösen Welt dieser Tage zurück. Können wir in der Schrift nicht erkennen, wie wir es auch aus unserer tagtäglichen Erfahrung heraus wissen, dass diejenigen, die geistlicherweise groß inmitten des Volkes Gottes waren, immer abgesonderte Menschen waren – Menschen, die auf den Ruf Gottes hörten. Jedes Abweichen von dem Weg der Absonderung dagegen hat zu einem verminderten Einfluss und einem Verlust an geistlicher Größe inmitten des Volkes Gottes geführt.

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Artikelreihe: Das Glaubensleben Abrahams

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