Was Henry A. Ironside von seinem Schuster-Chef lernte ...

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Eine Zeit lang arbeitete ich als Junge bei einem schottischen Schuhmacher oder "Schuster", wie er es vorzog, genannt zu werden, einem Mann namens Dan Mackay. Er war ein aufrichtiger Christ und sein kleiner Laden war ein echtes Zeugnis für Christus in der Nachbarschaft. Die Wände waren buchstäblich mit Bibeltexten bedeckt, die in der Regel aus altmodischen Bibelblatt-Sammlungen stammten, so dass man, wohin man auch schaute, das Wort Gottes direkt vor Augen hatte. Da gab es Johannes 3,16, Johannes 5,24, Römer 10,9 und vieles mehr.

Auf dem kleinen Tresen vor der Bank, auf welcher der Besitzer des Ladens saß, lag eine Bibel, in der Regel aufgeschlagen, und ein Stapel Evangeliumstraktate. Kein Paket verließ den Laden, ohne dass eine gedruckte Botschaft darin eingewickelt war. Und wann immer sich die Gelegenheit bot, wurden die Kunden freundlich und taktvoll auf die Bedeutung der Wiedergeburt und die Glückseligkeit des Wissens hingewiesen, dass die Seele durch den Glauben an Christus gerettet ist. Viele kamen zurück, um nach mehr Literatur zu fragen oder um sich genauer zu erkundigen, wie sie Frieden mit Gott finden könnten, mit dem gesegneten Ergebnis, dass Männer und Frauen gerettet wurden, oft direkt im Schuhgeschäft.

Meine Hauptaufgabe war es, Leder für Schuhsohlen zu klopfen. Ein Stück Rindsleder wurde zurechtgeschnitten und dann in Wasser eingeweicht. Ich hatte ein flaches Stück Eisen über den Knien und schlug mit einem Flachhammer auf die Sohlen, bis sie hart und trocken waren. Das schien mir eine endlose Arbeit zu sein, und ich war es oft leid, so zu arbeiten

Erschwerend kam hinzu, dass es einen Häuserblock entfernt einen weiteren Laden gab, an dem ich auf dem Weg von und nach Hause vorbeikam. Darin saß ein lustiger aber gottloser Schuster, der die Jungen der Nachbarschaft um sich scharte und sie mit Geschichten unter der Gürtellinie erfreute, die ihn bei ehrbaren Eltern zu einer gefürchteten Bedrohung für die Gemeinschaft machten. Doch irgendwie schien er zu gedeihen, und das vielleicht in größerem Maße als mein Arbeitgeber Mackay. Wenn ich in sein Fenster schaute, fiel mir oft auf, dass er die Sohlen gar nicht einschlug, sondern sie aus dem Wasser nahm und sofort festnagelte, feucht wie sie waren und mit dem Wasser, das von ihnen spritzte, während er jeden Nagel einschlug.

Eines Tages wagte ich mich hinein, wovor ich eigentlich gewarnt worden war. Zaghaft sagte ich: „Mir ist aufgefallen, dass du die Sohlen anziehst, solange sie noch nass sind. Sind sie genauso gut, wie wenn sie eingeschlagen wären?“ Er warf mir einen bösen Blick zu, als er antwortete: „So kommen sie umso schneller zurück, mein Junge!“

Da ich das Gefühl hatte, etwas gelernt zu haben, erzählte ich meinem Chef von dem Vorfall und schlug vor, dass ich vielleicht Zeit verschwendete, indem ich das Leder so sorgfältig trocknete. Mr. Mackay unterbrach seine Arbeit und schlug in seiner Bibel die Stelle auf, in der es heißt: „Was immer ihr tut, das tut zur Ehre Gottes.“

„Harry“, sagte er, „ich schustere keine Schuhe nur für die vier oder sechs Bits (0,50 oder 0,75 Dollar), die ich von meinen Kunden bekomme. Ich tue dies zur Ehre Gottes. Ich erwarte, dass ich jeden Schuh, den ich jemals repariert habe, auf einem großen Haufen am Richterstuhl Christi sehe, und ich möchte nicht, dass der Herr an jenem Tag zu mir sagt: ‚Dan, das war eine schlechte Arbeit. Du hast hier nicht dein Bestes gegeben.‘ Ich möchte, dass er sagen kann: ‚Gut gemacht, guter und treuer Diener.‘“

Dann fuhr er fort zu erklären, dass er dazu berufen war, Schuhe zu reparieren, so wie manche Männer zum Predigen berufen sind, und dass sein Zeugnis nur dann für Gott zählen würde, wenn er dies gut machte.

 

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