Von Jesus Christus zeugen (FMN)

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Ein Vorbild: Johannes der Täufer

Dem Auftrag, den Herrn Jesus in dieser Welt darzustellen und von Ihm zu zeugen, wollen wir gerne nachkommen. Dabei können wir von Johannes dem Täufer lernen. Denn er wird als eine „brennende und scheinende Lampe“ beschrieben (Joh 5,35).

Brennen und scheinen - zwei wesentliche Faktoren

Johannes war eine brennende Lampe. Das Brennen können wir auf sein Herz beziehen. Dieses „brannte“ für den Sohn Gottes, den Heiland der Welt. Johannes' Herz war erfüllt von dieser Person und dessen Herrlichkeiten.

Zugleich wird Johannes auch als eine ,,scheinende“ Lampe bezeichnet. Das bezieht sich auf sein Zeugnis nach außen. Dieses war sichtbar und kraftvoll. Immer wieder zeugte er vom Sohn Gottes und wies auf Ihn hin (Joh 1,29.34.36).

Die Reihenfolge entscheidet

Entscheidend ist allerdings die Reihenfolge: zuerst brennen, dann scheinen.

Unser Zeugnis vom Herrn Jesus nach außen hin kann eben nur dann authentisch und kraftvoll sein, wenn unsere Herzen von Ihm erfüllt sind und in diesem Sinn für Ihn ,,brennen“. Nur so können wir für unseren Meister ein Zeugnis ablegen und als Lichter in dieser finsteren Welt scheinen (Eph 5,8).

Unser Auftrag heute

Paulus formuliert unseren Auftrag, von Christus zu zeugen, mit den Worten:

,,Seid unbescholtene Kinder Gottes inmitten eines verdrehten und verkehrten Geschlechts, unter dem ihr scheint wie Lichter in dieser Welt, darstellend das Wort des Lebens“ (Phil 2,15.16).

Damit haben wir als Kinder Gottes eine hohe Aufgabe. Wir sollen das neue Leben, also letztlich Christus selbst, darstellen und von Ihm zeugen, indem seine Charakterzüge an uns gesehen und durch uns verkündet werden.

So haben wir einerseits den Auftrag, Christus in dieser Welt zu verkündigen und die verlorenen Menschen auf Ihn und sein Erlösungswerk von Golgatha hinzuweisen. Andererseits sollen wir ein Leben führen, an dem die Menschen etwas von Christus an uns sehen. Das kann beispielsweise seine Liebe sein, seine Demut, seine Selbstlosigkeit, seine Heiligkeit, seine Hingabe usw. (Mt 11,29; Röm 15,3).

Ein schwaches Zeugnis?

Vielleicht fragen wir uns, warum unser Zeugnis heute oft schwach ist und unsere Flamme sozusagen nur noch „flackert“. Liegt die Ursache nicht (auch) darin, dass wir „im Hören träge geworden“ sind, dass wir zu wenig Zeit investieren, um das „Wort des Christus reichlich in uns wohnen“ zu lassen (Heb 5,11; Kol 3,16)? Wenn wir um viele irdische Dinge besorgt sind und deshalb keine Zeit für konzentriertes Bibellesen und für den regelmäßige Besuch der Zusammenkünfte haben, stellen wir unsere Lampe unter den „Scheffel“ (vgl. Mt 5,15). Dann bleiben unsere Herzen leer und unsere Zeugniskraft schwach.

Wach werden – und bleiben

Daher ist es notwendig, aufzuwachen, damit der Christus uns erleuchten kann (vgl. Eph 5,14). Von den drei Jüngern, die den Herrn auf dem Berg begleiteten und miterlebten, wie Er umgestaltet wurde, wird gesagt: „Als sie aber völlig aufgewacht waren, sahen sie seine Herrlichkeit“ (Lk 9,32). Genau das fehlt uns häufig: offene Augen für die Vortrefflichkeit unseres Herrn. Nur dann, wenn wir uns mit dem befassen, „was ihn selbst betraf“, fangen unsere Herzen an zu brennen, wie die Emmaus-Jünger es damals erlebten (vgl. Lk 24,27). Damit ist auch die nötige Voraussetzung gegeben, als helle Lichter in dieser Welt zu scheinen und von Ihm zu zeugen.

Folge mir nach – Heft 4/2023

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