Wir können die nicht ertragen, die uns warnen (Mal 3)

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Als Gott sein Volk zur Zeit Maleachis an seine Liebe erinnerte, antworteten sie: „Worin hast du uns geliebt?“ (1,2). Als Er sie für das Verachten seines Namens rügte, antworteten sie: „Womit haben wir deinen Namen verachtet? (1,6). Als Er sie tadelte, dass sie Ihm unreines Brot darbrachten, antworteten sie: „Womit haben wir dich verunreinigt?“ (1,7). Als sie angeklagt wurden, dass sie den Herrn ermüdet hatten, sagten sie: „Womit haben wir ihn ermüdet?“ (2,17). Als Er ihnen vorwerfen musste, dass sie Ihn beraubt hatten, sagten sie: „Worin haben wir dich beraubt?“ (3,8). Als Er ihnen sagen musste: „Eure Wortes sind trotzig gegen mich gewesen“, antworteten sie: „Was haben wir miteinander gegen dich beredet?“ (3,13). Und als Er sich anflehte, dass sie zu Ihm zurückkehren möchten, sagten sie: „Worin sollen wir umkehren?“ (3,7).

Ein niedriger Zustand an sich ist schon sehr ernst. Diesen jedoch nicht zuzugeben, macht die Lage vollkommen hoffnungslos. Das war der schreckliche Fall bei dem Überrest in den Tagen Maleachis.

Ist der Zustand heute ein wirklich anderer?

Aber ist es mit dem Volk Gottes wirklich anders in unseren Tagen? Wir können die nicht ertragen, die uns warnen. Wie es immer war, so auch heute: Wir steinigen die Propheten. Wie ungeduldig gehen wir mit der der geringsten Andeutung um, bei uns könnte etwas nicht in Ordnung sein. Wie jemand gesagt hat: „Der Stolz des menschlichen Herzens kann es nicht leiden, dass ihm Sünde vorgehalten wird. Noch mehr lehnt er es ab, Sünde zuzugeben.“

Wie schnell sind wir dabei, andere zu verurteilen. Und wie langsam sind wir dabei, uns selbst zu verurteilen. Hierin liegt die vollständige Hoffnungslosigkeit für jede allgemeine oder gemeinsame Wiederherstellung heute. Wir sind damit zufrieden, dass wir eine korrekte Stellung eingenommen haben. Das äußerliche und ordnungsgemäße Beobachten des religiösen Lebens reicht uns aus. Aber wir lehnen es ab zuzugeben, dass wir falsch gehandelt haben, oder dass wir sogar falsch liegen. Daher gibt es keine allgemeine Widerherstellung, keine Genesung, keine Heilung.

Keine Wiederherstellung für die Masse – aber Ermutigung für den Einzelnen

Wenn es auch für die Masse keine Wiederherstellung gibt, heißt das nicht, dass es für den Einzelnen keine Ermutigung gäbe. In der Geschichte des Volkes Gottes finden wir die hingebungsvollsten Männer Gottes in den dunkelsten Tagen. „Samuel diente dem Herrn“ (1. Sam 3) in Tagen, als die Priesterschaft verunreinigt war, die Opfergaben wurden verachtet, und die Lampe Gottes erlosch.

Es war auch nicht in den glorreichen Tagen des Königs Salomo, sondern in den Tagen des Abfalls unter König Ahab, dass Elia ein helles Zeugnis für Gott ablegte. So war es auch in den Tagen Maleachis, dass es solche gab, die inmitten der vorherrschenden Hoffnungslosigkeit nicht nur äußerlich korrekt handelten, sondern auch moralisch angenehm für den Herrn waren. Sie trafen sich mit der Anerkennung und Empfehlung des Herrn als ein kleiner Überrest inmitten eines Überrestes (3,16).

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