Am: Di, 21. Februar 2023
Tim Lobinger war auch in der Leichtathletik-Szene etwas Besonderes. Sehr offen ist der bekannte und erfolgreiche Stabhochspringer in den letzten Jahren mit seiner Krebs-Erkrankung umgegangen. Jetzt ist er daran gestorben. Seine Familie sagt: Er hat gewonnen. Jetzt ist er in der Ewigkeit angekommen. Wo mag sie für ihn sein?
Transkript der Audiodatei
Hinweis: Der folgende Text ist ein computer-generiertes Transkript der Audiodatei. Vereinzelt kann die Spracherkennung fehlerhaft sein.
(00:00:00)
Tim Lobinger hat es erwischt. Wie bitte? Erwischt? Nein, das gibt es nicht bei einem Menschen,
der stirbt. Gott steht über allem. Gott weiß den Anfang und das Ende. Unser Leben ist in
Gottes Hand. Auch das von Tim Lobinger. Letzte Woche verstarb er nach schwerer, mehrfacher
Krebserkrankung im Kreise seiner Familie. 50 Jahre alt ist er geworden. Nur 50 Jahre.
Er hat lange Zeit, wie es heißt, gegen den Krebs gekämpft und hat verloren. Die Familie sagt
etwas anderes. Er hat auf seine Weise gewonnen, sagen sie. Er sei friedlich eingeschlafen. Er hat
den Kampf nicht verloren, sondern auf seine Weise gewonnen. Warum geht mir dieser Tod nah? Weil Tim
Lobinger ein Leichtathlet gewesen ist. Ein Leichtathlet, der eine besondere Sportart gemacht
hat, die ich selber als Jugendlicher auch betrieben habe. Jedenfalls zeitweise. Stabhochsprung. Das
ist ein Sport, der speziell ist, wo Personen, die diesen Sport betreiben, stundenlang miteinander (00:01:02)
einen Wettkampf haben. Deshalb gibt es auch so eine gewisse, wie man so sagt, Verbrüderung unter
den Sportlern, die diesen Sport betreiben, weil sie so lange miteinander im Wettkampf sind und
deshalb nicht nur Konkurrenten sind, sondern auch eine Art Freundschaft miteinander haben. Nun,
Tim Lobinger mit 50 Jahren. Er war ein bekannter, ein sehr bekannter Athlet. Auf der einen Seite
sagen viele, ein großartiger Mensch, ein begnadeter Athlet. Aber wenn man so die Bilder
noch einmal vor Augen hat, sich erinnert an das, was seine Wettkämpfe ausgemacht hat,
dann wissen wir, dass Leichtathleten letztlich Egoisten sind und sein müssen, um gewinnen zu
können. Sie müssen besser sein als ihre Gegner. Sie müssen besser sein als ihre Konkurrenten.
Und wenn ich von diesem Tod lese, dann denke ich zum Beispiel an Hebräer 9 Vers 27.
Ebenso wie es den Menschen gesetzt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht, so wird auch
der Christus, nachdem er einmal geopfert worden ist, um vieler Sünden zu tragen, zum zweiten Mal (00:02:04)
denen erscheinen, die ihn erwarten, ohne Sünde zur Errettung. Es gibt zwei Ziele, die jeder Mensch
verfolgen kann. Entweder das Ziel der Errettung, das Ziel der Herrlichkeit, oder das zweite Ziel
ist das Gericht. Ich weiß nicht, was bei Tim Lobinger ist. Ich weiß nicht, ob er sich die
Worte, die in der letzten Zeit sich an ihn gerichtet haben, ob er sie gehört hat, ob sein
Management ihm diese Worte weitergegeben hat, dass ihm noch einmal bewusst geworden ist,
bewusst gemacht worden ist, dass er Jesus als Retter für seine Sündenschulden nötig hat.
Er war mit seinem Stab-Hochsprung näher beim Himmel als die meisten anderen Leichtathleten,
näher bei Gott. Wie kann man so nah sein und doch sein Ziel verfehlen, wenn es um alles geht?
Nochmal, wir wissen nicht, was er gemacht hat. Wir wissen nicht, was aus diesen Worten,
wenn sie zu ihm gelangt sind, gemacht hat, ob er wirklich Jesus noch als Retter angenommen hat. (00:03:05)
Wenn man so diese seltsame Schlussszene vor Augen hat, er habe den Kampf nicht verloren,
sondern auf seine Weise gewonnen, muss man befürchten. Nein, das ist nicht der Fall.
Gerade als er in dieser schwierigen Phase war, wo es um den Tod ging, als er gekämpft hat gegen
den Krebs, da war sein Motto, nicht reißen, nicht reißen, nicht reißen. So hat er das
jedenfalls bei der ersten Krebserkrankung Journalisten gesagt. In einem Wettkampf dreimal
reißen heißt, Wettkampf ist vorbei. Stab-Hochsprung, Hochsprung, bei solchen Wettbewerben. Dann zählt
der nächste Wettkampf. Deshalb war sein Motto, nicht nach hinten schauen. Und so hat er das mit
der Diagnose gemacht. Wettkampf vorbei, erster, nächster Wettkampf. Kampf um ein weiteres Leben,
aber wir haben nur ein Leben. Wir haben alle nur ein Leben. Was machst du mit deinem Leben? Ist dein (00:04:02)
Leben ein Leben, was du für Gott führst? Ist dein Leben ein Leben, wo du weißt, wo dein Ziel ist?
Nicht jeder muss mit 50 Jahren abtreten. Aber es ist interessant, dass wir in Gottes Wort auch
diesen Hinweis auf ein frühzeitiges Ableben finden. Prediger 7 Vers 17. Sei nicht allzu
gottlos und sei nicht töricht. Warum willst du sterben, ehe deine Zeit da ist? Es gibt ein
vor der Zeit. Es geht Gott natürlich nicht darum, nicht allzu gottlos zu leben, sondern nur so ein
bisschen und ein bisschen auch besser. Aber hier geht es dem Prediger darum, ein Bewusstsein zu
haben und das gilt ja gerade uns, die wir Christen sind, dass wir nicht meinen, das ist egal, wie ich
lebe. Gott wird nicht eingreifen, Gott wird dir nichts tun. Wir sehen das immer wieder, dass Gott
eingreift. So eine Krebserkrankung gibt einem Menschen ja auch noch einmal Zeit zum Nachdenken
über sein Leben. Sei es ein Ungläubiger, ob er sich bekehrt hat, ob er die Chance noch einwahrnimmt,
die Gott ihm gibt. So spricht Gott ja zu unseren Herzen, zu unseren Gewissen durch eine Krankheit. (00:05:05)
Aber das gilt ja auch für uns, die wir an den Herrn Jesus Christus glauben. Die Frage ist doch,
nutzen wir die Zeit, die er uns lässt, um Dinge in Ordnung zu bringen, um Beziehungen in Ordnung
zu bringen, um zu bekennen, was zu bekennen ist, um unserem Leben noch einmal, jedenfalls für die
Wegstrecke, die Gott uns gibt, eine neue Lebensausrichtung zu geben. Wie gesagt, das gilt
auch für Gläubige. Jesaja klagt, nicht Jesaja, Hiskia klagt, und das lesen wir in Jesaja 38 Vers 10,
als er mit dieser schweren Krankheit betroffen war, klagte, ich sprach in der Ruhe meiner Tage,
soll ich hingehen zu den Pforten des Sheol, bin beraubt des Restes meiner Jahre. Also ein
Bewusstsein, dass seine Zeit vorzeitig zu Ende gehen würde. Gott hat ihm weitere 15 Jahre gegeben.
Was hat er damit gemacht? Leider zeigt uns Gottes Wort, dass er dort versagt hat. Aber gerade ein
Mensch, der noch nicht mit Gott im Reinen ist, der noch keinen Frieden mit Gott hat, was machst du? (00:06:01)
Nutzt du die Zeit, die Gott dir noch gibt? Du weißt das nicht. Wie lange? Ob heute noch? Ob
überhaupt noch bis heute Abend? Ob diese Woche noch? Ob nächste Woche noch? Ob dieses Jahr noch?
Ob dieses Jahrzehnt? Wir wissen das nicht. Du weißt das nicht, ich weiß das auch nicht. Hast du die
Zeit genutzt, um mit Gott ins Reine zu kommen? Um Jesus als Retter für deine Sündenschuld anzunehmen?
Dafür ist Jesus gekommen, dafür ist der ewige Gott Mensch geworden, um an unserer Stelle, die
wir an ihn glauben würden, am Kreuz von Golgatha zu sterben. Und er hat auch dich im Auge. Er möchte
auch für dich dieses Werk getan haben. Dafür ist er gekommen. Er hat auch dich vor Augen gehabt. Und
deshalb war er bereit zu sterben. Wirst du dieses Werk annehmen? Wirst du dich als Sünder anerkennen?
Wirst du zugeben, dass du wirklich verloren bist und ein Sünder bist vor Gott? Auch im Buch der
Klagelieder lesen wir von vorzeitigem Ableben. Da geht es ja um eine Zeit, wo Jerusalem unter
großer Drangsal war. Das wird noch einmal wieder kommen. Da heißt es, zu ihren Müttern sagen sie, (00:07:02)
Klagelieder 2 Vers 12, wo ist Korn und Wein? Während sie wie tödlich Verwundete hinschmachten
auf den Straßen der Stadt, indem ihre Seele sich in den Busen in die Brust ihrer
Mütter ergießt. Das heißt, sie sterben in den Armen ihrer Mütter. Mütter leben noch. Das zeigt, es ist
eine Vorzeitigkeit. Was machst du mit deinem Leben? Ich weiß nicht, was Tim Lobinger gemacht hat. Er
war ein herausragender Leichtathlet. Aber was kann er damit jetzt vor Gott anfangen? Entscheidend ist,
dass das Leben mit Gott ins Reine gekommen ist. Vielleicht sagst du, es gibt gar kein Leben nach
dem Tod. Ich kann dir das nicht beweisen. Und doch hat Gott, das sagt der Prediger auch Salomo in
diesem Buch, hat die Ewigkeit in unsere Herzen gelegt. Wir haben ein Bewusstsein, dass es eine
Ewigkeit gibt. Wir haben ein Bewusstsein, dass die Zeit nicht mit dem Tod hier vorbei ist. Das
spürst du innerlich und deshalb je näher der Tod kommt. Bei älteren Menschen ist das offensichtlich.
Manche haben auch so eine Vorahnung, dass etwas Schlimmes passieren könnte. Wenn man dieses (00:08:05)
Bewusstsein hat, dann hat man einen Blick für die Ewigkeit. Da gibt es noch etwas danach. Was
machst du damit? Hast du Jesus als Retter angenommen? Ist deine Beziehung zu Gott geklärt,
dass da keine Sünde zwischen dir und Gott steht, weil der Herr Jesus Christus sie getragen hat?
Deine Sündenschuld, die Strafe für deine Sünde? Und wie ist das bei uns als Gläubige? Ist unsere
Beziehung zu dem Herrn Jesus Christus, zu Gott, unserem Vater, ist das geregelt? Ich meine nicht
im Blick auf die Ewigkeit, das ist mit der Bekehrung, sondern im Blick auf das, was noch
in Ordnung zu bringen ist. Wir wissen nicht, ob in der Hälfte der Zeit oder in drei Viertel der
Zeit, wenn man das so mal ausrechnet. Dem Lobinger war gerade 50 Jahre, mich betrifft das natürlich
auch irgendwie nur ein wenig älter und da fragt man sich, wie viel Zeit hat man noch, um Gott zu
ehren? Wie viel Zeit hat man noch, um die Dinge zu klären, die vielleicht zu klären sind? Lasst
uns nicht leichtfertig, nicht leichtsinnig über die Möglichkeiten hinweggehen, die Gott uns gibt. (00:09:01)
Das ist jetzt, wie mit diesem Tod von Lobinger, ist irgendwie eine Ansprache,
auch an dich und an mich. Was machst du daraus?