Von Greta Thunberg lernen - Mittelpunkt suchen und werden?


Transkript der Audiodatei

Hinweis: Der folgende Text ist ein computer-generiertes Transkript der Audiodatei. Vereinzelt kann die Spracherkennung fehlerhaft sein.
(00:00:00) Vor einiger Zeit ist Greta Thunberg wieder in die Öffentlichkeit zurückgekommen. Sie ist ja bekannt geworden als 15-jähriges Mädchen, das an einem Freitag vor ungefähr vier Jahren zum ersten Mal vor das schwedische Parlament ging, sich dort hinsetzte und eine weltweite Bewegung ausgelöst hat, Friday for Futures. Sie wurde zu einem Idol für junge Menschen, für alte Menschen, sogar Politiker, die eigentlich zum Beispiel in Deutschland die Schulpflicht fordern und auch durchsetzen. Hatten hohen Respekt vor diesem jungen Mädchen, das da zum Mittelpunkt einer ganzen Bewegung wurde. Mir geht es mir nicht um Greta Thunberg und mir geht es auch nicht um die Frage von Atomkraft und von Umwelt und so weiter, was jetzt wieder diskutiert wird, sondern man fragt sich ja, wie kann man sich zu einem Mittelpunkt der Gesellschaft von Menschen machen. Das kann ja die allgemeine Gesellschaft sein, wie es bei ihr gewesen ist, aber es kann ja auch die Gesellschaft von Gläubigen, von Christen, von bestimmten Christen sein. (00:01:01) Nun, das Erste, was passiert, wenn man selber in den Mittelpunkt gerät, ist, dass jemand anders jedenfalls nicht in dem Mittelpunkt stehen kann. Das ist der Herr. Lass uns das nicht vergessen. Wenn ich den Mittelpunkt suche für mich, dann werde ich zum Mittelpunkt und verdränge den Herrn Jesus. Natürlich ist das oft so dann, nachdem man da so ein gewisser Hype eingesetzt hat, dass man auch dahin geschoben wird. Wir haben das in früheren Jahrzehnten erlebt, wo Gläubige gar nicht unbedingt selber diesen Weg gesucht haben, aber wenn dann ein großer Anklang gefunden wird, dann sonnt man sich darin natürlich und dann wird man weiter geschoben, weil Menschen immer irgendwie so Idole suchen, auch Christen, auch Gläubige, solche, die vorangehen und hinter denen man sich versammeln kann. Das sieht man schon in 1. Korinther 1 und 1. Korinther 3, dass auch die Korinther sich hinter Häuptern versammelt haben. Statt hinter Christus haben sie Christus zum Haupt einer Gruppe gemacht und auch Paulus (00:02:01) und auch Petrus und auch Apollos. Das ist irgendwie etwas menschlich, verkehrtes, aber etwas menschliches, dass man irgendwie Personen sucht, hinter denen man sich versammeln kann. Aber nochmal, dann ist der Herr nicht mehr der Mittelpunkt. Ob man das will oder nicht, das ist genau der Punkt. Was hat der Herr gemacht? Er wollte, dass die Menschen den Vater sehen und wenn sie nur ihn gesehen haben, dann ist er aus der Öffentlichkeit verschwunden. Ich weiß nicht, ob wir diese Kraft und diese Weisheit und diese Entschiedenheit haben, bei dem Herrn war das alles vollkommen, aber er zeigt uns, auch in dieser Hinsicht lebt er uns vor, was nach seinen Gedanken richtig ist. Wenn man sich selbst in den Mittelpunkt stellt oder seine Thesen oder seine Lehren, ob sie biblisch sind oder nicht biblisch sind, dann führt das dazu, dass sich andere Menschen positionieren müssen zu meinen Lehren. Und dadurch kann eine einzelne Lehre, selbst wenn sie an sich nicht verkehrt ist, jede Lehre, die von einem Idol in Anführungsstrichen vorgebracht wird, auch jetzt im christlichen (00:03:01) Bereich, muss ja verkehrt sein, aber sie wird auf einmal überhöht. Das ist ja genau das Kennzeichen von Sekten, dass sie sich nicht notwendigerweise um falsche Begriffe, falsche Lehren, ungläubige Menschen scharen, sondern dass da etwas überhöht wird aus der Balance gerät, was nach Gottes Gedanken ein Teil der Wahrheit ist, aber nicht die Wahrheit. Und da müssen sich Menschen positionieren und sie positionieren sich nicht im Blick auf Christus, sondern im Blick auf eine Person. Sie positionieren sich nicht im Blick auf die Lehre des Christus, sondern im Blick auf die Lehre, die jemand bringt. Dann verschiebt sich auch schnell was richtig und falsch ist. Man hat das bei Thunberg gesehen, wie da die Politiker bis hin zu den Regenten von Ländern, die wie gesagt die Schulpflicht als Schulpflicht durchgesetzt haben, in dem Fall gesagt haben, das ist aber höchst respektabel. Das ist ja etwas beeindruckendes. Und dann wertet man auf einmal ein Anliegen aus einer subjektiven Sicht und macht es für (00:04:06) richtig im Gegensatz zu anderen Anliegen, die verkehrt sind. Das hat man ja in der Corona-Zeit auch deutlich gemerkt. Die Politik bestimmte da, was gut ist und was nicht gut ist. So können dann auch verantwortliche, gläubige Christen, wenn es um eine Person geht, die im christlichen Bereich eine solche Position einnimmt oder für sich in Anspruch nimmt, beansprucht oder in eine solche Position geschoben wird. Sie sagen dann, das ist wertvoll, dafür sollte man kämpfen und für andere Positionen nicht. Und damit verschieben wir auch als Christen Positionen in Gottes Wort. Wir haben ja sowas, dass Menschen Mittelpunkt werden wollten, auch in dem Wort Gottes. Wir denken zum Beispiel an Teudas und an Judas, von denen Gamaliel spricht, als Petrus und die Apostel gefangen genommen wurden. Vor diesen Tagen, Apostelgeschichte 5 Vers 36, stand Teudas auf und sagte, dass er selbst (00:05:05) jemand sei, dem sich eine Anzahl von etwa 400 Männern anschloss, verschwindend gering würde man heute sagen, in unserem Internet-Zeitalter, YouTube-Zeitalter. Der ist getötet worden und alle, so viele ihm Gehör gaben, sind zerstreut und zernichte geworden. Danach stand Judas, der Galiläer auf in den Tagen der Einschreibung und machte das Volk abtrünnig sich nach und er kam um und alle, so viele ihm Gehör gaben, wurden zerstreut. Wir sehen also daraus, dass Menschen sich in den Mittelpunkt stellten und als sie dann abtreten mussten, ist die ganze Bewegung dann auch verflossen. So finden wir das ja immer. Es gibt Hypes und auf einmal läuft die Maschine weiter, läuft der Trend weiter und die Leute, die diesen Hype ausgemacht haben, sind verloren. So ist das bei Software gewesen, so ist das bei Menschen, so ist das in jedem Bereich und da sieht man, ob etwas bleibend ist oder ob etwas nicht bleibend ist. (00:06:02) Wir denken an Männer wie Saul und Absalom, die für sich einen Ehrenplatz beanspruchten, sogar Denkmäler haben bauen lassen und was ist von ihnen geblieben? Nichts. Wir denken auch an die Zeit, in der wir leben, 2. Timotheus 3, da schreibt der Apostel davon, dass Menschen selbstsüchtig sein werden, prahlerisch, hochmütig, undankbar, unheilig und so weiter. Menschen, die sich selbst in den Mittelpunkt stellen, Menschen, die Menschen um sich scharen. Die werden nicht gesagt haben, ihr schallt euch um mich. So töricht werden die damals auch nicht gewesen sein, von denen Paulus Timotheus gegenüber spricht. So töricht sind die heute auch nicht. Nein, nein, wir wollen nur einem Ideal nachfolgen, sagt Thunberg. Christen werden sagen, wir wollen zu Jesus ziehen, aber wir wollen eben, unserer Botschaft wollen wir loswerden und stellen sich doch damit letztlich selbst in den Mittelpunkt. Was sagt der Apostel Paulus in Römer 16? (00:07:03) Solche dienen nicht unserem Herrn Christus, sondern ihrem eigenen Bauch, und durch süße Worte und schöne Reden verführen sie die Herzen der Arglosen. Das ist das Schlimme, dass arglose Christen, jetzt in dem Fall Gläubige, sogar verführt werden auf einen falschen, auf einen manchmal sogar bösen Weg, wenn solche falschen, bösen, fremden Lehren kommen. Oder wie das der Apostel Paulus in Philippa 3 auch sagt, dass es da solche gibt, von denen ich oft gesagt habe, Philippa 3 Vers 18, nun aber auch mit Weinen sage, dass sie die Feinde des Kreuzes des Christus sind, deren Ende verderben, deren Gott der Bauch und deren Ehre in ihrer Schande ist, die auf das Irdische sinnen, die vorgeben, geistliche Prinzipien zu haben, geistliche Ideale zu verfolgen, in Wirklichkeit aber dienen sie nur sich selbst. Es sind keine Feinde des Christus, es sind Feinde des Kreuzes des Christus. Das heißt dessen, was dieses Kreuz für uns bedeutet, dass wir für diese Welt gestorben (00:08:04) sind und die Welt für uns, dass wir mit Christus gestorben sind und dass wir deshalb mit der Sünde nichts mehr zu tun haben und mit dieser Welt keine Ehre mehr für uns suchen. Und da sind es Feinde des Kreuzes Christi. Lasst uns aufpassen, dass wir selber erstens nicht zu solchen werden, die im Kleinstformat oder im größeren Format das für uns suchen und in Anspruch nehmen, dass wir uns nicht in eine solche Position schieben lassen, dass wir uns selbst nicht zum Maßstab für andere machen, das wir auch nicht machen lassen, dass nicht unsere Überzeugung zum Entscheidungspunkt auch für andere wird und dass wir nicht solchen nachfolgen, dass wir nicht uns abirren lassen, verirren lassen, verwirren lassen durch solche, die im Mittelpunkt stehen und meinen, wir müssten jetzt für oder gegen sie. Ja, bei falschen Lehren müssen wir natürlich Stellung beziehen, ist überhaupt keine Frage, aber wenn es um Personen geht, lass sie laufen, lass sie ihren eigenen Weg gehen und laufe nicht Menschen hinterher, sondern sei mit der Person des Herrn Jesus nicht als Haupt (00:09:04) einer Gruppe, sondern indem du für ihn lebst und mit ihm lebst. Das ist doch heute möglich, auch in einer Zeit, die so aufgewühlt ist und wo es so viele Menschen gibt, die beanspruchen, dass man ihnen nachfolgen soll. Nein, folge Christus nach, dann bist du auf der richtigen Wegstrecke.
Beitrag teilen

Verwandte Artikel

Alternative für ...: Wenn nur noch „anders sein“ zählt Manuel Seibel Es gibt in Deutschland nicht nur eine Partei, die sich „Alternative für Deutschland“ (AfD) nennt, sondern einen allgemeinen, gesellschaftlichen und religiösen Trend zum anders sein wollen. Manchmal hat man den Eindruck, man ist nur noch „en ... Video ansehen
Der längste Applaus gehört Jesus - Anerkennung suchen? Manuel Seibel Was suchen wir? Wenn wir dem Herrn Jesus nachfolgen wollen, suchen wir nicht die Anerkennung von Menschen. Aber darf man nicht Jesus applaudieren, wie das eine Gemeinde in Uganda über drei Stunden getan hat? Fragen wir uns, was der Herr suchte. Und ... Podcast anhören
Cannabis-Freigabe - und seine Anwendung auf das Rauchen ... Manuel Seibel Am Freitag, den 22. März, hat der Bundesrat das sogenannte Cannabis-Gesetz verabschiedet. Der Konsum, Besitz und Anbau wird ab dem 1. April in begrenzter Menge erlaubt. Das erinnert an Süchte, an das Rauchen ... Dazu ein paar Gedanken. Podcast anhören
Warum sind wir nicht willens, eine Entwicklung nach unten als solche anzuerkennen - das Beispiel Greta Thunbergs warnt uns! Manuel Seibel Immer wieder stellt man fest, dass sich Entwicklungen im Leben eines Menschen abzeichnen, absehen lassen. Dennoch halten wir am "guten Bild" fest, selbst wenn es eigentlich nicht mehr "haltbar" ist. Wie kommt so etwas zustande? Podcast anhören
Fauler Friedenskompromiss - oder Friede auf Basis von Gottes Wort? Manuel Seibel Gottes Wort nennt verschiedene Arten von Frieden. Wichtig ist, dass der Friede nicht als oberstes Ziel verstanden wird. Sonst wird man leicht faule Kompromisse eingehen. Nein, der Friede braucht eine solide Basis: Gehorsam, Heiligkeit, Gottesfurcht, ... Podcast anhören
ProChrist 2009 – einige Gedankensplitter Manuel Seibel Seit vergangenem Sonntag, dem 29.3., läuft wieder ProChrist, die evangelistische Veranstaltungsreihe mit Ulrich Parzany. Dieses Jahr wird sie aus Chemnitz ausgestrahlt. Angeregt durch einige Hinweise und durch die heutige Veranstaltung, die man ja ... Artikel lesen