Die Theudasse dieser Welt


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(00:00:00) In Apostelgeschichte 5 finden wir, dass auf den Rat Gamaliels hin, das Synedrium, nicht dazu gebracht wird, Petrus und die anderen Apostel zu verurteilen und im Gefängnis zu lassen. Und das Argument, das er anführt, sind zwei Personen, ein Teudas und ein Judas, auf die er verweist und wo er sagt, lass uns doch mal abwarten, ob das bei Jesus genauso ist wie bei diesen beiden. Und die Kennzeichen, sowohl von Teudas als auch von Judas, sind Kennzeichen von Menschen, Politikern, Menschen in dieser Welt und wir wollen uns fragen, ob wir selbst auch solche Kennzeichen tragen, wie diese offensichtlich ungläubigen Männer, die andere hinter sich hergezogen haben. Gamaliel sagt, denn vor diesen Tagen stand Teudas auf und sagte, dass er selbst jemand sei, dem sich eine Anzahl von etwa 400 Männern anschloss. (00:01:01) Der ist getötet worden und alle, so viele ihm Gehör haben, sind zerstreut und zernichte geworden. Ein ganz typisches Phänomen, dass da eine Person ist, die aus sich etwas macht, die sich zum Mittelpunkt macht, die eine Jüngerschaft kreiert, aber wenn diese Person nicht mehr ist, dann zerbröselt auch alles. Was werden als Kennzeichen genannt? Teudas, der sagte, dass er selbst jemand sei, der von sich behauptete, dass er jemand sei, auf den man hören soll, dem man folgen muss, der Bedeutung hat, der Einfluss hat, der eben nicht so jemand ist wie alle anderen. Diese Phänomene kennen wir, wie gesagt, aus unserer Gesellschaft, aus der Politik, aus der Kultur, aus dem Sport, aus der Philosophie, aus der Wirtschaft, überall, aber auch unter Christen. Auch da gibt es solche, die sagen, ihr müsst meine Gedanken, meine Überzeugungen, meine (00:02:01) Reden, meine Auftritte, meine Bücher, meine Empfehlungen, denen müsst ihr folgen. Da ist jemand, der meint und auch noch sagt, dass er jemand sei. Wahrscheinlich werden wir das heute nicht so plump sagen oder so plump erleben, obwohl es auch das gibt, aber jemand, der sich in den Mittelpunkt stellt. Und was passiert dann mit dem? Dass da eine Anzahl von etwa 400 Leuten, Männern, sich ihm anschloss. So jemand scharrt Personen um sich her. Er macht sich zum Mittelpunkt einer Bewegung. Man soll auf ihn sehen. Andere soll man nicht hören, soll man nicht sehen. Er ist derjenige, der den Ton angibt. Er ist derjenige, der predigt. Er ist derjenige, der schreibt. Er ist derjenige, der die Richtung vorgibt. Die anderen folgen ihm. Sie können ihm zuarbeiten. Sie können an seiner Seite stehen. Sie bekommen auch etwas von seiner Ehre mit in dem Gesamtauftritt. Aber dass die Blicke bleiben fixiert auf diesen Toldas. (00:03:02) Ähnlich finden wir das bei Judas. Danach stand Judas der Galiläer auf in den Tagen der Einschreibung und machte das Volk abtrünnig sich nach. Das ist jemand, der nicht nur sich selbst zum Mittelpunkt macht, sondern das Volk hier damals eben wahrscheinlich die Juden eben abtrünnig. Wovon denn eigentlich? Von dem Weg nach der Schrift, von dem Weg, den Gott im Alten Testament gegeben hatte. Das muss ja um die Zeit gewesen sein, weil hier von der Einschreibung die Rede ist, in der auch Maria und Josef dann nach Bethlehem gegangen sind. Apostelgeschichte zwei ist das. Und dieser Mann hat eben Menschen abtrünnig gemacht, abtrünnig von dem Weg der Schrift. Auch das gibt es heute. Wir bewegen uns ja jetzt hier gedanklich in dem Bereich des christlichen Bekenntnisses. Und das gibt es ja auch unter Gläubigen, dass abtrünnig gemacht wird, ein Abwenden von der gesunden Lehre des Wortes Gottes, von dem Bild gesunder Worte, von dieser Lehre des Christus, der Lehre über den Glauben, die Lehre über das Evangelium. (00:04:05) Das ist ja alles dieselbe Lehre, die Lehre über die Versammlung, die Gemeinde Gottes. Und dass man davon abweicht, abtrünnig macht, sich nach, dass jetzt nicht mehr das gilt, was in Gottes Wort steht, sondern das, was man selbst sagt. Natürlich behauptet man von sich, dass das das Richtige sei. Oder wenn man das jetzt im Blick auf die Bibel sieht, dass man natürlich die Lehre der Schrift vorstellt. Aber de facto ist das abtrünnig machen und sich nach. Man bildet eine Jüngerschaft. Kann man ja auch noch ausbilden, kann man auch weiterbilden, die kann man dann überall auch mit so einem Netzwerk verteilen. Abtrünnig sich nach. Und er kam um und alle, so viele ihm Gehör gaben, wurden zerstreut. Das ist das Typische einer Bewegung. Sie funktioniert, solange diese Person charismatisch, charismatica, jetzt nicht im kirchlichen Sinn, sondern einfach durch eine bestimmte, auch menschliche Begabung, Rhetorik, ist man zum (00:05:05) Mittelpunkt einer Bewegung geworden. Aber wenn diese Person vergeht, wenn sie auf andere Gedanken kommt, wenn sie abtritt, dann ist damit auch die Bewegung vorbei. Das ist das Gegenteil von dem, was wir tun, was wir tun sollten. Wir sollten zu dem Herrn Jesus führen und eine solche Bewegung kann nicht vergehen. Jemand, der dem Herrn Jesus nachfolgt, der ist an dem Ziel letztlich angekommen. Wenn wir mal an Johannes den Täufer denken, das war ja der einzige außer dem Herrn Jesus, der wirklich eigene Jünger haben konnte oder haben sollte. Aber als dann der Herr Jesus seinen Dienst öffentlich begann, dann sagt Johannes, ich muss abnehmen. Er muss zunehmen. Ich muss abnehmen. Er hat seine Jünger zu dem Herrn Jesus geführt, hat auf den Herrn Jesus hingewiesen und nicht versucht, um sich zu scharen. Das ist das Gegenteil von einem Teudas und von einem Judas. Wie ist das bei uns? Wollen wir auch Anerkennung für unser Leben, für unseren Dienst, für unsere Worte, für unsere Person haben? (00:06:01) Scharen wir letztlich Leute um uns herum? Das fängt ja schon in der Jugendstunde oder in solchen Bewegungen an, dass man gerne möchte, dass ich das mache und dass sie zu mir kommen und nicht, dass wir bereit sind, uns in Demut so zu verhalten, dass der Herr groß wird, dass die Personen sich zu dem Herrn scharen, dass sie das, was wir sagen, anhand von Gottes Wort wirklich prüfen. Und wie nehmen wir Korrekturen an? Sind wir überhaupt bereit dazu? Fordern wir auch in unserem Umfeld dazu auf, alles das, was ich sage, zu prüfen an Gottes Wort? Und wenn mir da jemand das sagt, nein, nein, nein, so kann man das nicht sehen. Denk mal darüber nach. Das sind ja oftmals dann auch Personen, die rhetorisch begabt sind, die andere in Grund und Boden reden können. Teudas und Judas sind uns Warnungen, Warnungen für uns selbst, wenn wir in Gefahr stehen, zum Mittelpunkt einer Bewegung zu werden, zum Mittelpunkt von Menschen zu werden. Sie sind aber auch ein warnendes Beispiel für solche, die sich um andere scharen. (00:07:04) Ob wir wirklich dem Herrn nachfolgen oder Menschen nachlaufen, ob wir zu einer Bewegung gehören wollen oder ob wir zu dem Herrn gehören wollen, das entscheidet sich an solchen Punkten. Teudas und Judas, sie sind gestorben, ihre Bewegung ist vergangen, heute weiß kein Mensch mehr etwas davon. So wird es auch jedem von uns gehen, der Leute hinter sich her zieht. Dann wird das so ein Strohfeuer sein, ein Strohfeuer kann auch mal für 10 Jahre oder 15 Jahre oder 20 Jahre sein, aber dann vergeht das Ganze. Nur das hat Bestand, was mit dem Herrn getan wird, was für den Herrn getan wird, wo wir Menschen, auch Gläubige, zu dem Herrn ziehen und zu ihm weisen, nicht nur mit Worten. Mit Worten kann man das sagen und de facto aber hinter sich selbst herziehen, sondern wo das Realität ist, wo man dieses Empfinden hat, da ist kein Teudas, da ist kein Judas, sondern da ist einer wie Paulus, der zu dem Herrn Jesus zieht. Lasst uns da offene Augen, auch kritische Augen uns selbst und dem Umfeld haben, indem (00:08:03) wir uns bewegen und lasst uns dabei einander eine Hilfe sein, das brauchen wir dringend heute.
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