Wollen wir wirklich (nicht) alt aussehen?


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(00:00:00) Wer will schon gerne alt aussehen, und das meine ich nicht im übertragenen Sinn, sondern im äußerlichen, körperlichen Sinn. Das kam mir in den Sinn, als ich vor kurzem einen Zeitungsartikel las, der überschrieben war, Altsein mag akzeptiert sein, Altaussehen dagegen ist so unerwünscht wie noch nie. Es gibt offenbar einige weibliche Stars, die ihren Kampf gegen die Zeit mit großer Kraft führen. Als Beispiel wurde dort angeführt Madonna, viele kennen sie, Linda Evangelista und manche andere, die mit einer Energie versuchen, die Zeichen der Zeit in ihrem Gesicht, an ihrem Körper irgendwie auszulöschen, sich darzustellen, als ob sie jung und frisch seien, wie ein Mitte 20 jähriges Mädchen, junge Frau. Schade eigentlich, vor allen Dingen, weil das natürlich leider auch Vorbilder für unsere junge Generation ist. Und nicht nur das, müssen wir nicht zugeben, dass das auch beispielgebend für viele ältere (00:01:05) Schwestern, Brüder ist, dass wir versuchen, möglichst jung zu sein, möglichst jung zu wirken. Warum wird heute so viel Wert auf Sport gelegt? Ist ja an sich gesund, nichts gegen Sport. Aber ist das nicht auch ein Jugendwahn, der sich bei uns eingeschlichen hat? Warum hat man einige Jahre, um nicht zu sagen Jahrzehnte, keine grauen Haare mehr gesehen? Ist das nicht der Versuch, jung zu sein? Ist das das Stehen zum Alter? Ist das die Bereitschaft zuzulassen, wie es um uns steht? Nun ist es ja immer schwierig, das objektiv und ausgewogen zu beurteilen. In vielen Bereichen greifen wir ein, in den Körperpflegebereich, in den Körperkult, in den Bereich, wo wir versuchen, irgendwie anders zu sein, anders da zu stehen, anders wahrgenommen zu werden, als wir in Wirklichkeit sind. Das ist ja nicht nur im äußerlichen Bereich so, das ist ja auch im geistlichen Bereich, (00:02:03) wie viel versuchen wir da geistlich und fromm dazustehen, obwohl die Wirklichkeit ganz anders ist. Das ist ja nichts anderes, eigentlich noch viel schlimmer als im äußeren Bereich, aber auch da ist es schade. Was sagt Salomo in Sprüche 16 Vers 31, das graue Haar ist eine prächtige Krone, auf dem Weg der Gerechtigkeit wird sie gefunden. Es geht ihm ja nicht einfach nur darum, dass ein Mann oder eine Frau graue Haare hat, das ist ein Synonym für das Alter. Und dann, wenn man in einer entsprechenden Weise natürlich als Gläubiger auch geistlich lebt, als ein älterer Gläubiger wahrgenommen wird, dann ist das eine prächtige Krone, dann ist das etwas Erstrebenswertes gewesen. Heute müssen wir alle jung sein, heute müssen wir alle jung wirken, heute sind Mütter und Väter jünger als ihre Töchter und Söhne und man fragt manchmal, wer ist eigentlich hier der Vater, wer ist hier der Sohn, ist das nicht ein seltsamer Jugendwahn, wovor laufen wir eigentlich weg? Es ist ja, wie auch jetzt in den vergangenen zwei Jahren, hat man manchmal den Eindruck, (00:03:04) wir wollen gar nicht in den Himmel, nur keiner will irgendwie einen schweren Tod sterben, das ist klar, aber irgendwie, wir hängen am Leben, wir hängen nicht am Himmel, oder? Hängen wir wirklich an dem Himmel, hängen wir an dem Herrn Jesus, ist das Schönste, was wir uns vorstellen können, bei Christus zu sein, oder ist es nicht wahr, dass wir in Bezug auf Gesundheit, in Bezug auf Alter, dass wir eigentlich möglichst lange hier auf dieser Erde leben wollen? Und wenn man das so sieht, dann ist das ja nicht wie bei dem Apostel Paulus, wo wir sehen, dass er abgewogen hat zwischen Leben und Tod und beides war für ihn Christus. Aber wenn ich, und das wird in diesem Zeitungsartikel so dargestellt, keine Energie und keine Zeit mehr habe für Lieder, für irgendwelche anderen Aufgaben, weil ich so viel Zeit mit meinem Äußeren abgeben muss, weil ich mich derart anstrengen muss, um eben jung zu wirken, dass ich gar keine Zeit habe für die eigentlichen Aufgaben, sind wir noch Vorbilder für eine junge Generation? Sind wir noch Vorbilder auch für Ungläubige, die sehen, dass unser Streben nicht ist, uns (00:04:07) darzustellen, irgendwer zu sein, sondern dass unser Streben ist, wirklich für Christus und mit Christus zu leben? Was sagt Salomo dann weiter in Sprüche 20 Vers 29? Der Schmuck der Jünglinge ist ihre Kraft, und graus Haar die Zierde der Alten. Heute ist das offenbar irgendwie ein Schimpfwort. Nun, jetzt kommt ja das graue Haar wieder, aber auch natürlich nicht natürlich, natürlich nicht natürlich, sondern in einer anderen Art und Weise. Dabei hat Gott uns doch zugesagt, dass er bis in unser Alter bei uns ist. Der Prophet Jesaja kündet davon, in Jesaja 46, lesen wir in Vers 4, und bis in euer greisen Alter bin ich derselbe, und bis zu eurem grauen Haar werde ich tragen. Ich habe es getan, und ich werde heben, und ich werde tragen und erretten. (00:05:01) Und trotzdem scheuen wir uns so davor, alt zu werden. Naja, wir können es ja nicht ändern, dass wir alt werden, aber dass wir alt erscheinen, irgendwie ist das wie ein Schimpfwort geworden. Dabei gibt Gott dem Alten einen solch wertvollen Platz, dass er zum Beispiel in 3. Mose 19 Vers 32 sagen lässt, vor grauem Haar sollst du aufstehen und die Person eines Greises ehren, und du sollst dich fürchten vor deinem Gott, ich bin der Herr. Also Gottesfurcht zeige ich dadurch, dass ich eben nicht schimpfe auf die Alten, sie nicht irgendwie Sturköpfe oder dergleichen nenne, sondern dass ich Achtung habe, dass ich sie ehre. Ja, wer möchte schon ein Greis sein? Wer möchte heute schon ein Greis oder als Frau sein? In einer solchen Beschreibung, na, das will keiner. Wir stehen nicht zu dem Alter, in dem wir sind, sondern dieser Jugendwahn der Gesellschaft unter der Herrschaft des Teufels, der hat auch letztlich uns erfasst. Im englischsprachigen Bereich hatte sich ja mal, ich weiß nicht, ob das heute noch so ist, ein Begriff für die Zeit nach der Verrentung eingebürgert, Late Lunchtime, späte Mittagszeit, (00:06:07) auf keinen Fall Abendzeit, also das Leben geht ja nicht zu Ende. Late Lunchtime ist ja, das Leben liegt noch vor dir. Das ist aber einfach nicht so, wenn man älter wird, dann liegt eben nicht mehr das ganze Leben vor uns. Und das ist auch nicht tragisch, oder? Das ist natürlich leicht gesagt, aber ist das wirklich unser Herz, das an Christus hängt, ist das unser Herz, das an dem Himmel hängt? Ich wiederhole mich. Was sind wir eigentlich für seltsame Gestalten? Das Schönste ist der Himmel, das Schönste ist bei Christus zu sein. Und trotzdem hängen wir, wir hängen ja nicht an einem Glaubensleben mit Christus, ja, das wollen wir doch ehrlich zugeben, sondern wir hängen so an unserem Besitz, an unserem Vermögen, an unserem Haus, an den irdischen Dingen, auch an den irdischen Beziehungen, in denen wir sind. Tja, wollen wir uns fragen, was uns wirklich wert ist. Josua war jemand, der war alt geworden und der sprach auch davon. Es heißt in Josua 23, Gott hatte das Volk befreit, als Josua alt geworden war, hoch (00:07:04) betagt, da rief er ganz Israel, seine Ältesten und so weiter, ich bin alt geworden, hoch betagt und so weiter. Das heißt, Josua stand zu seinem Alter, auch Samuel, lesen wir das in 1 Samuel 12, das ist doch irgendwie zu Herzen gehend, dass diese Glaubensmänner und Glaubensfrauen, können wir da absolut mit einschließen, dass wir da sehen, dass sie in diesem Alter bewusst gelebt haben, sie haben nicht versucht, irgendwie nochmal wie 20-Jährige zu sein. Ja, ein Kaleb, der alt war, der hatte die geistliche Kraft, bei ihm offenbar auch eine körperliche Kraft, die wie ein Junger war, weil er mit dem Herrn lebte, aber nicht, weil er sich auf jung machte, sondern weil der Herr für ihn alles gewesen ist. Da fragen wir uns, wie das in unserem Fall ist. Natürlich ist die Frage, wie auch die Jugend den Alten gegenüber steht. Wir haben das eben gesehen, 3. Mosel 19, auch im Buch der Sprüche spricht Salomo davon, höre auf deinen Vater, der dich (00:08:01) gezeugt und verachte deine Mutter nicht, wenn sie alt geworden ist. Wie gehen wir mit unseren Eltern um, haben wir eine Achtung, haben wir eine Hochachtung, haben wir eine Ehrerbietung denen gegenüber, die alt geworden sind? Aber eben umgekehrt, wie sind wir, wie stehen wir zu unserem Alter? Wenn der Apostel Paulus in dem Titusbrief in Kapitel 2 die alten Männer anspricht, nüchtern zu sein, würdig zu sein, besonnen zu sein, dann zeigt das, sie sollen zu ihrem Alter stehen und sollen auch entsprechend ihrem Alter sollen sie sich geistlich und moralisch verhalten, sie sollen besonnen sein, sie sollen nicht wie junge Hüpfer sollen sie sich geben, sondern sie sollen eine geistliche Reife an den Tag legen. Und dazu gehört auch natürlich das Äußere, dass ich mich nicht wie ein 20-jähriger kleide oder aufmache. Und das Gleiche, die alten Frauen ebenso, das will ja keiner sein, keiner will eine alte Frau und keiner will ein alter Mann sein, aber Paulus spricht sie so an und Gott sieht uns auch so. Lasst uns mehr zu dem Alter stehen, lasst uns altersgerecht uns auch verhalten, dann (00:09:03) wird diese Würde, dann wird diese Krone, von der Salomo sprach, dann wird sie auch sichtbar werden in unserem Alter und dann werden wir auch respektiert. Dann, wenn wir zu unserem Alter stehen, dann lacht man nicht über uns, das ist doch letztlich lächerlich, wenn wir uns als ältere Schwestern, ältere Brüder wie die Kinder verhalten und geben und kleiden und aufmachen. Das wird jeder einsehen, dass das zwar Mode in dieser Welt ist, aber das ist letztlich, Beispiele habe ich ja von den sogenannten Stars auch gegeben, die sind ja lächerlich in dieser Aufmachung und wir merken das noch nicht mal, dass wir uns in dieser Weise dem Spott preisgeben. Das sollen auch die Jüngeren nicht tun. Sie sollen das Alter achten, sie sollen die Älteren achten und wir sollen zu unserem Alter stehen. Paulus hat das getan, ich, der Alte, schreibt ein Philemon und wir dürfen und sollen das auch tun. So können wir in diesem Bereich zur Ehre des Herrn sein.
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