Eine ungeheuchelte Liebe (Röm 12,9a)


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(00:00:00) Die Liebe sei ungeheuchelt. Mit diesem Wort, mit dieser Aussage, mit dieser Ermahnung beginnt jetzt der Teil, wo sich der Apostel Paulus in Römer 12 nicht mehr an die Römer wendet, um ihnen die Beziehungen zu gläubigen, speziell innerhalb des einen Leibes, innerhalb der Versammlung vorzustellen, sondern da geht es jetzt tatsächlich um die Beziehungen, die wir zu allen Menschen haben sollen. Natürlich gibt es dabei Unterschiede. Bestimmte Beziehungen sind eindeutig zu Ungläubigen, die jetzt besprochen werden, bestimmte Beziehungen sind direkt zu Gläubigen. Aber hier diese erste Aussage, diese erste Ermahnung ist sicherlich grundlegend. Die Liebe sei ungeheuchelt. Erstens fällt uns auf, dass der Apostel mit der Liebe anfängt. Er fängt nicht mit einer Ermahnung im Blick auf Heiligkeit an, sondern er beginnt mit einer Ermahnung im Blick auf Liebe. Zweitens zeigt er, dass das Wesen, was die Gesinnung eines Gläubigen sein soll, in seinen Beziehungen zu anderen Menschen, sei es zu Gläubigen, sei es zu Ungläubigen, das soll ungeheuchelt sein, es soll nicht aufgesetzt sein. (00:01:03) Das ist übrigens auch im Blick auf die Beziehung Gottes zu uns so, dass sie mit Liebe beginnt und dass sie wahr ist. Gott ist Licht und Liebe und da ist nicht das eine vor dem anderen oder das andere vor dem einen, sondern beides ist in Vollkommenheit, in vollkommener Ausgewogenheit bei Gott vorhanden. Aber wenn er sich dem Menschen zuwendet, dann ist der erste Charakterzug, der erste Wesenszug tatsächlich, dass er in Liebe sich an uns wendet. Wenn Gott das nicht tun würde, dann würden wir, wenn er zunächst mal mit dem Charakterzug des Lichtes käme, dann würden wir alle sofort vernichtet, würden wir alle sofort aufhören existieren zu können, denn der Heiligkeit Gottes kann der Mensch nicht begegnen, der kann er nicht entsprechen, weil er ein Sünder ist. Wir waren alle Sünder und wenn Gott in Heiligkeit zu uns gekommen wäre, dann hätte er uns sofort richten müssen und damit wären wir alle unter das Gericht Gottes gekommen. Nun, Gott gibt seine Heiligkeit keineswegs auf, auch wenn er sich in Liebe zu uns wendet, (00:02:05) auch wenn Gott den Herrn Jesus gesandt hat, um das Erlösungswerk zu vollbringen, auch wenn der Herr Jesus gekommen ist, um sich hinzugeben für uns, dann hört er nicht auf, Licht zu sein und auch dieses Licht zu erweisen und dieses Licht zu beweisen in seinem Leben uns gegenüber. Aber er kommt zunächst einmal in Liebe, die Liebe sei bei uns auch ungeheuchelt. Bei ihm war das so, dass er gekommen ist, um uns zu erretten, um uns zu erlösen und das hat er getan. Er ist gekommen und hat genau diesen Wesenszug in vollkommener Weise offenbart. Wir können gar nicht dankbar genug sein dafür, dass er in Liebe gekommen ist, dass Gott sich in Liebe in Christus offenbart hat, dass er in erster Linie gekommen ist, um uns zu erretten und das nicht auf Kosten des Lichtes der Wahrheit. Nun kommen wir zu uns. Wir sollen einander begegnen, den Gläubigen begegnen, den Ungläubigen begegnen, in Liebe. Es soll uns darum gehen, das Gute, das Wohl des Anderen zu suchen. Es soll uns darum geben, uns hinzugeben durch Zeit, durch Energie, durch das, was wir tun, (00:03:06) um das Wohl des Anderen zu bedenken und danach auch zu handeln, die Bedürfnisse des Gegenüber zu sehen und ihnen zu entsprechen in einer gottwohlgefälligen Art und Weise. Nehmen wir uns Zeit für unsere Mitmenschen, für unsere Nachbarn, für unsere Arbeitskollegen, für unsere Schulkameraden, für unsere Studienkollegen. Nehmen wir uns Zeit, um zuzuhören, um ihre Bedürfnisse zu erkennen, um uns ihnen zuzuwenden. Nehmen wir uns Zeit, um für unsere Mitgläubigen da zu sein. Zunächst mal mit denen, mit denen wir am Ort zu tun haben. Suchen wir mit Interesse, was sie bewegt, was sie beschäftigt, was ihre Nöte sind, was ihre Freude ist, um damit dann eine Antwort zu geben, um sie zu ermutigen, um ihnen Freude zu bereiten, wo nötig auch sie zu ermahnen oder auch zu warnen (00:04:03) oder auch, wenn es einmal nötig ist, auch zu tadeln, damit sie von dem falschen Weg kommen. Aber in Liebe ist das, was wir vor unseren Herzen haben, wirklich ihr Gutes, ihr Wohl. Wenn wir uns ihnen zuwenden, wenn wir freundlich zu ihnen sind, wenn wir liebevoll zu ihnen sind, ist das wirklich ungeheuchelt oder tun wir nur so und anderen gegenüber reden wir ganz anders über so jemanden. Die Liebe sei ungeheuchelt. Das ist nicht das einzige Mal, dass wir im Neuen Testament von ungeheucheltem Verhalten lesen. Offensichtlich ist das eine ganz besondere Gefahr, dass wir anderen gegenüber heucheln, dass wir so tun, als ob wir in Wirklichkeit aber ganz anders denken. Das sollten wir bedenken. Und wir bleiben jetzt mal heute bei diesem Begriff stehen. Die Liebe sei ungeheuchelt. Ist unser Verhalten transparent? Ist unser Verhalten ehrlich? Oder ist das, was wir anderen gegenüber sagen, was wir anderen gegenüber tun, letztlich nur etwas, was vorgeheuchelt ist, was aufgesetzt ist, (00:05:02) aber in Wirklichkeit, was wir wirklich denken, wissen sie nicht und können sie auch nicht wissen aus den Handlungen, aus der Art und Weise, wie wir mit ihnen umgehen. Das ist in Gottes Augen etwas ganz Schlimmes. Gott war transparent in dem, was er getan hat. Er hat nie liebevoll getan und wollte aber im Prinzip durch Gericht draufschlagen. Das ist nicht Gott. Und da wir die Natur Gottes geschenkt bekommen haben, da wir Leben geschenkt bekommen haben von Gott, soll auch unser Leben Menschen gegenüber, Gläubigen gegenüber ehrlich sein, transparent sein, aber zugewendet in Liebe. Lasst uns das heute mal und auch in der vor uns liegenden Zeit bedenken, dass wir gerade zugewandt unseren Mitmenschen, unseren Mitgläubigen gegenüber auftreten, dass wir uns diese Zeit nehmen, so wie Gott sich Zeit genommen hat. Bereit war, auf diese Erde zu kommen in der Person des Sohnes, 33 Jahre hier zu leben. Er hätte einfach nur das Erlösungswerk vollbringen können. Das hätte gereicht. Aber er hat sich 33 Jahre Zeit genommen, der Herr Jesus, um uns zu dienen, (00:06:02) um uns zu segnen, um uns zu bewahren, um uns etwas von dem Herzen Gottes zu zeigen, dass wir jetzt eine Antwort darauf geben können. Die Liebe sei ungeheuchelt ein wirkliches Lebensprogramm.
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Artikelreihe: Die biblische Lehre in der Praxis verwirklichen (Römer 12)

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