Lesezeit: 2 Min.

Im Philemonbrief lernen wir etwas über Mittlerschaft. Paulus schreibt diesen Brief mit dem Ziel, zwischen Philemon, einem Gläubigen der Versammlung in Kolossä, und seinem Sklaven Onesimus zu vermitteln und das Zerwürfnis, das zwischen den beiden entstanden war, wieder auszuräumen. Onesimus war seinem Herrn entlaufen, nach Rom geflohen und dort durch den Apostel Paulus zum Glauben gekommen. Nun sollte er als gläubiger Mann wieder zu seinem Herrn zurückkehren. Dafür schrieb Paulus seinem Freund Philemon diesen Brief, in dem er ihn darum bittet, Onesimus als einen Bruder in Christus aufzunehmen.

Offensichtlich hatte Onesimus seinen Herrn vor seiner Flucht geschädigt und vielleicht sogar Dinge mitgehen lassen. Dafür wollte Paulus nun aufkommen. Philemon sollte es ihm anrechnen. Er würde es bezahlen. Paulus war bereit, den ganzen Schaden, den Onesimus verursacht hatte, zu begleichen. Von dieser selbstlosen Liebe und Uneigennützigkeit können auch wir viel lernen.

Das, was Paulus hier tut, lässt uns an einen Größeren denken, an den Menschen Christus Jesus. Er ist der von Gott bestimmte Mittler zwischen Gott und Menschen (1. Tim 2,5). Wir Menschen sind von Natur aus Feinde Gottes und aus eigener Kraft nicht in der Lage, uns mit Gott zu versöhnen. Wir brauchen einen Vermittler, einen, der zwischen Gott und uns Menschen steht, und uns mit Gott versöhnt (Hiob 9,33). Dieser Mittler ist Jesus Christus.

Der Herr Jesus war nicht nur bereit, zu bezahlen, was wir uns bei Gott hatten zuschulden kommen lassen. Nein, Er hat tatsächlich bezahlt, und zwar mit seinem eigenen Leben. Er hat sich selbst als Lösegeld für uns gegeben. Ihm, dem Reinen und Heiligen, wurden alle unsere Sünden angerechnet, als ob Er sie begangen hätte. Die Strafe zu unserem Frieden lag auf Ihm, und durch seine Striemen ist uns Heilung geworden (Jes 53,5).

Auf der Grundlage seines vollbrachten Erlösungswerks dürfen wir nun wissen, dass alle unsere Sünden gesühnt und unsere ganze Schuld vor Gott getilgt ist. Gott hat uns angenommen: Wir sind nicht mehr seine Feinde, sondern seine geliebten Kinder. Wir sind angenehm gemacht in dem Geliebten (Eph 1,6). Was für ein herrliches Wunder der Gnade Gottes!

Beitrag teilen

Verwandte Artikel

Der Philemonbrief Georg von Viebahn Der Philemonbrief beschäftigt sich mit einer ganz persönlichen Angelegenheit zwischen Paulus, Philemon und dem entlaufenen und inzwischen gläubig gewordenen Sklaven Onesimus. Er zeigt uns praktische Liebe und ein Herz, das vergibt - als Beispiel ... Artikel lesen
Paulus: Ich bin ein Schuldner Michael Hardt Paulus nennt sich einmal „Schuldner“. Eigenartig, oder? Waren nicht die Empfänger seines Dienstes - und damit auch wir - seine Schuldner? Artikel lesen
Der Philemonbrief Hermanus C. Voorhoeve Der Philemonbrief beschäftigt sich mit einer ganz persönlichen Angelegenheit zwischen Paulus, Philemon und dem entlaufenen und inzwischen gläubig gewordenen Sklaven Onesimus. Er zeigt uns praktische Liebe und ein Herz, das vergibt - als Beispiel ... Artikel lesen
Mose, Johannes der Täufer, Paulus – Christus (3): die Kindheit Manuel Seibel Die Umstände der Geburt und der frühkindlichen Zeit vom Herrn Jesus und auch von Mose, Johannes und Paulus sind eindrücklich. Wie steht es um die Kindheit? Auch hierzu hat Gottes Wort Bemerkenswertes zu sagen. Artikel lesen
Paulus - Johannes - Paulus im Vergleich Michael Hopp Wie unterscheiden sich die Apostel Paulus, Johannes und Petrus? Sie ergänzen sich wunderbar und unterscheiden sich dabei in einer Weise, die von Gott so gewollt ist. Es lohnt sich, diesen Unterschieden aufzuspüren. Artikel lesen
Gottes Zusagen vertrauen (Apg 27) Michael Hopp Gott gibt uns Zusagen. Diese Zusagen beinhalten oft keine ruhige See. Aber sie zeigen, dass Gott uns nicht allein und schon gar nicht im Stich lässt. Er ist unser Vertrauen wert! Artikel lesen