Sich biblisch korrekt ausdrücken!

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Das führt unter anderem dazu, dass man sich leider ungenau ausdrückt und falsche Formulierungen benutzt, die leider oft nicht mit den Aussagen der Bibel übereinstimmen. Selten wird damit bezweckt, eine falsche Lehre zu verbreiten (allerdings kann auch das sein). Aber man kann sich durch eine unbiblische Lässigkeit mitschuldig machen, die reine Lehre der Heiligen Schrift zu verschleiern und zu verdunkeln oder sogar zu verdrehen. Um zwei Beispiele zu nennen: Es gibt Formulierungen wie „Gott wurde arm für uns“ als Beschreibung seiner Menschwerdung oder „er trug die Sünde ans Kreuz“ als Beschreibung seines Werkes.

Diese Aussagen sind falsch. Bevor ich kurz auf die obigen Beispiele eingehe, möchte ich anhand eines bekannten Beispiels verdeutlichen, wie wichtig es ist, sich biblisch exakt auszudrücken. Es geht um den Ausdruck „Mutter Gottes“. Wie entsteht solch ein falscher Ausdruck? Maria war bekanntlich die Mutter des Menschen Jesus. Da Christus zugleich Gott war, wird der menschlichen Logik folgend aus beiden eins gemacht und schon hat man aus der Mutter des Menschen Jesus, also dem Menschen Maria, die „Mutter Gottes“ gemacht. Dann hätte sie gemäß dieser Logik zeitlich sogar vor Gott existieren müssen. Dies ist leider in großen Teilen der Christenheit die Grundlage dafür, dass sie göttlich verehrt wird. Dabei macht sie selbst deutlich, dass sie einen Heiland nötig hat und dass Gott ihr Retter ist (vgl. Lk 1,46.47).

Schon dieses Beispiel müsste jedem Christen klar machen, dass eine biblische Ausdrucksweise und ein richtiges biblisches Verständnis von Einzelheiten notwendig sind. Kommen wir zu den schon angeführten Formulierungen: Gott wurde nie arm. Er ist und bleibt in Ewigkeit der, der über allem steht und Herrscher über das gesamte Universum ist. Aber Christus wurde Mensch und als solcher wurde Er arm für uns, insbesondere am Kreuz von Golgatha (2. Kor 8,9).

Christus trug auch nicht die Sünden ans Kreuz. Dann hätte Er sie schon vor seinem Sühnungswerk getragen, wodurch Er keine Gemeinschaft mit Gott hätte haben können, da jede Sünde von Gott trennt (vgl. z. B.  Joh 8,29). Aber wann rief Christus „mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen“? Er rief es am Ende der drei Stunden, in denen Er „selbst unsere Sünden an seinem Leib auf dem Holz getragen hat“ (1.Petr 2,24). Da bewirkte Er Sühnung. Nur in dieser Zeit trug Er unsere Sünden. Nur in dieser Zeit war Er das Sündopfer für die Sünden.

So wollen wir mit unseren Formulierungen biblisch bleiben, auch wenn man biblische Inhalte jungen Menschen erklären möchte, für die manche Begriffe nicht mehr selbstverständlich sind. Sicher muss man versuchen zu erklären, zu beschreiben und zu vergleichen, aber wir dürfen nicht weitergehen als die Schrift. Wer das tut, widerspricht ihr! Dabei müssen wir uns vor rein menschlicher Logik hüten, die biblische Wahrheiten nicht im Glauben annimmt, sondern sie für die Vernunft begreiflich machen möchte. Ebenso dürfen wir bei den Erklärungen unsere Ehrfurcht vor Gott nicht aufgeben und bei den Vergleichen geschmacklos werden. In all diesen Bereichen gilt das Wort: „Von jedem unnützen Wort, das die Menschen reden werden, werden sie Rechenschaft geben am Tag des Gerichts“ (Mt 12,36).

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