Weihnachten (FMN)

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Vermutlich war es der römische Kaiser Konstantin (270-337), der das Weihnachtsfest einführte. Nach dem Toleranzedikt (311) durch Kaiser Galerius leitete er durch die „Konstantinische Wende“ (313) eine christenfreundliche Religionspolitik ein, die das Christentum schließlich (380) unter Kaiser Theodosius zur Staatsreligion machte. Konstantin versuchte unter anderem durch Mittel wie die Einführung heidnischer Feste ins Christentum unter christlicher „Überschrift“, Heiden für das Christentum zu begeistern. So machte er aus dem heidnischen Sonnenwendfest eine christliche Feier zur Geburt Jesu Christi. Auf diese Weise gewann er die an okkulte Festivitäten gewöhnten Ungläubigen. Sein Ansinnen war, dass sich diese im christianisierten Reich wohlfühlten, indem er ihre Feste nicht überging. Man benannte diese Feiertage nur um und gab ihnen einen christlich-religiösen Anschein.

Schnell wurde dieser Brauch zu einer Tradition. Seitdem machen viele Christen beim Feiern oder Begehen von Weihnachten mit. Das erinnert an das, was wir von den Samaritern im Alten Testament lesen: Der assyrische Machthaber verband bei ihnen den jüdischen Priesterdienst mit heidnischen Götzenkulten (2. Kön 17,32). Böses wurde so mit äußeren, alttestamentlichen Formen verknüpft. Heute werden sich nur wenige Christen an diesen Götzenkult erinnern, wie zur Zeit Jesu wohl auch nur wenige Samariter die Entstehung dieses heidnischen Priesterdienstes vor Augen hatten. Aber auch heute erinnern noch „Weihnachtslieder“ und Bräuche an diese Herkunft.

Denkanstoß: Überprüfe einmal deine Gewohnheiten! Sind nicht vielleicht Dinge, Aktivitäten und Hobbys dabei, die Christliches mit Weltlichem verbinden? Stichwort: moderne christliche Lieder; christliche „Vereinigungen“ im kulturellen, beruflichen, religiösen oder sogar politischen Bereich; „christliche“ Wettkämpfe und Sportveranstaltungen, christliche Feste usw.

 

Das Wort „Weihnachten“

Das Wort „Weihnachten“ selbst kommt wohl aus dem Mittelhochdeutschen und bedeutet eigentlich: die heilige Nacht bzw. die heiligen Nächte. In der Predigtsammlung Speculum ecclesiae (um 1170) findet man:

„diu gnâde diu anegengete sih an dirre naht: von diu heizet si diu wîhe naht.“

„Die Gnade kam zu uns in dieser Nacht: Daher heißt sie die heilige Nacht.“

Wir lesen in der Schrift nicht, dass in Verbindung mit der Geburt unseres Herrn von „heilig“ gesprochen wird. Zwar war es der Heilige Geist, der auf Maria kam. Auch der Herr Jesus wird von Gabriel „das Heilige, das geboren werden wird“ genannt (Lk 1,35). Von einer „heiligen Nacht“, die in besonderer Weise für Gott geweiht worden wäre, spricht Gott jedoch nicht. Da denken wir eher an den Tag des Todes Jesu, an dem Er das Erlösungswerk vollbracht hat. Das heißt jedoch nicht, dass der Geburtstag Jesu nicht etwas ganz Besonderes gewesen wäre!

Denkanstoß: Was ist dir wichtig in deinem Leben? Sind es menschliche Erfindungen und Einrichtungen oder ist es das Kreuz Christi? Bei Festen stehen Menschen oft mehr im Mittelpunkt als der Herr. Das Kreuz aber macht uns klein, denn es ist unser Gericht, das Christus trug. So wird allein Er groß (Gal 6,14)!

 

Das Wunder der Geburt Jesu

In mindestens zweierlei Hinsicht ist die Geburt Jesu ein Wunder Gottes:

  1. Schon der Prophet Jesaja weissagte, dass „die Jungfrau schwanger werden und einen Sohn gebären wird“ (Jes 7,14). Das hatte es noch nie gegeben und wird es auch nie wieder geben: Die Jungfrau Maria, die keinen Mann erkannt hatte, wurde schwanger. Es konnte nicht anders sein, denn der Herr Jesus ist nicht durch den Willen eines Mannes gezeugt worden. Gott ist sein Vater, und das in einer viel höheren Weise. Zweifellos war es eine übernatürliche Zeugung. Sie wurde durch Gottes Eingreifen in Gnade und Macht Wirklichkeit: „Die Geburt Jesu Christi aber war so: Als Maria, seine Mutter, mit Joseph verlobt war, fand es sich, ehe sie zusammengekommen waren, dass sie schwanger war von dem Heiligen Geist“ (Mt 1,18).
  2. Nicht nur die Geburt Jesu ist ein Wunder. Damit steht eine Tatsache in Verbindung, die uns noch größer erscheinet: In Christus wurde der ewige, allmächtige Gott Mensch: „Das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns“ (Joh 1,14). Der Sohn Gottes wurde Mensch, ohne aufzuhören, Gott zu sein. Er war bereit, als Mensch mit Fleisch und Blut hier zu leben und in allem Gott, seinem Vater, gehorsam zu sein. „Da sprach ich: Siehe, ich komme (in der Rolle des Buches steht von mir geschrieben), um deinen Willen, o Gott, zu tun“ (Heb 10,7). Derjenige, der über allem steht, der Schöpfer ist und allmächtig, der allgegenwärtig und vollkommen weise ist, war bereit, als Mensch in Demut, Sanftmut und Unterordnung unter seinen Vater auf diese Erde zu kommen. Das übersteigt die Möglichkeiten des menschlichen Verstehens. Es war wirklich ein Tag des Wunders, der uns zur Bewunderung seiner Person und des Ratschlusses Gottes führt.

Denkanstoß: Was bedeutet dir der Herr Jesus? Ohne seinen Tod wären wir alle verloren. Aber ohne Menschwerdung hätte Er nicht sterben können. Beschäftige dich viel mit Ihm, dann kannst du als glücklicher Christ leben und wirst Ihm nicht nur beim Brotbrechen die Ihm gebührende Anbetung bringen.

 

Übrigens gibt es beim Herausgeber von „Folge mir nach“ ein schönes, kostenloses Verteilheft (32 Seiten) mit dem Titel „Faktencheck Weihnachten“, das man evangelistisch sehr gut einsetzen kann. Darin werden die biblischen Texte zur Geburt Jesu wiedergegeben und gezeigt, dass Er wirklich geboren wurde und für unsere Sünden gestorben ist. Das Heft kann in Verbindung mit Weihnachtsmärkten und Büchertischen genauso verteilt werden wie in Briefkästen. So kannst du die gute Botschaft in deinem Umkreis weitergeben.

Folge mir nach – Heft 12/2021

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