Sendschreiben und die Heilsgeschichte

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Ephesus:

Offb 2,1,7 erinnern an den Garten Eden, in dem der Baum des Lebens stand und Gott bei der Kühle des Tages wandelte. Dort fiel (vgl. Offb 2,5) der Mensch jedoch in Sünde und wurde aus dem Paradies vertrieben.

Smyrna:

Es fing damit das "Zeitalter" des Gewissens an. Und mit was begann es? Mit der Ermorderung eines Gerechten durch einen religiösen Menschen. Und mit was endete es? Mit dem Triumph des Todes (und letztlich nicht nur des ersten Todes) in der Sintflut. Vgl. Offb 2,8-11.

Pergamus:

Die Erde verderbte sich nach der Flut schnell wieder. Götzendienst machte sich breit. Deshalb berief Gott Abraham und machte an ihm und seinem Samen, dem Volk Israel, das Prinzip der Absonderung deutlich, was der Feind schon in der Wüste - in der Gott doch durch die Gabe des Mannas seine Fürsorge und Macht demonstrierte - erfolgreich unterlief (Offb 2,13.17).

Thyatira:

Das Versagen des Volkes in der Wüste pflanzte sich im verheißenen Land fort. Das führte zu einem Zustand, wo ein jeder das tat, was recht war in seinen Augen. Selbst das Volk erkannte die untragbaren gewordenen Verhältnisse und forderte im Eigenwillen einen König; sie wollten sein wie die Nationen (1. Sam 8,5). So wird hier von Isebel, der Frau eines der bösesten Könige, gesprochen (Offb 2,20). Sie war es, die Ahab manipulierte, kontrollierte und daher letztlich
die götzendienerische Schreckensherrschaft ausübte.

Sardes:

Israel hat also versagt. Als Folge davon wurden sie in die Gefangenschaft geführt. Doch Gott schenkte eine neue Erweckung: einige Juden durften in das Land zurückkehren. Dieser Überrest zeigte am Anfang große Entschiedenheit, die aber
bald nachließ - der Tempelbau wurde nicht mehr vorangetrieben (Hag 1), es war nur ein halb vollendetes Werk. Dementsprechend wird zu Sardes gesagt, dass ihre Werke nicht "völlig" waren (Offb 3, 2). Die Juden erstarrten in jenen
Tagen zunehmend im bloßen Formalismus und toter Orthodoxie; ihre Trennung vom Götzendienst wurde zu einer reinen Äußerlichkeit (vgl. Offb 3,1).

Philadelphia:

Doch schließlich sandte Gott seinen Sohn: Der Heilige und Wahrhaftige, der Sohn Davids, der seinen Schlüssel hat (Offb 3,9), trat in diese Welt ein. So wird in dem Sendschreiben an Philadelphia seine Person hervorgehoben. Christus aber wurde von den Juden, die in Wahrheit eine Synagoge des Satans (vgl. Offb 3,9) darstellten, verworfen.

Laodizea:

Christus, der Überwinder, ist jedoch auferstanden und hat sich auf den Thron seines Vaters gesetzt (Offb 3,21). So wurde er zu dem Anfang etwas ganz Neuem - der Versammlung Gottes (Offb 3,14). Aber auch die Versammlung hat versagt, sie war nicht der treue und wahrhaftige Zeuge, weshalb sie (d.h. die bloßen Bekenner) der Herr aus seinem Mund ausspeien wird (Offb 3,16). Danach folgt, gemäß den Verheißungen, das Friedensreich - ja, alle Verheißungen Gottes sind in ihm Ja und
Amen (vgl. Offb 3,14). "Wir erwarten aber, nach seiner Verheißung, neue Himmel und eine neue Erde" (2. Petr 3,13) - die "Heilsgeschichte" hat ihr Ende gefunden.

Wir können sagen, dass die Geschichte der christliche Kirche prinzipiell nicht anders und nicht besser als die Geschichte der Welt (und besonders Israel) ist. Auch in der christlichen Geschichte wurde rasch das "zerstört", was sehr gut aus der Hand Gottes hervorging, auch hier zeigte sich religiös motivierte Verfolgung,
Vermischung mit Welt, Herrschaft über die Welt, tote Orthodoxie, Verwerfung des (Lichtes über) Christus und auch anmaßende Selbstgenügsamkeit.

Wo wir hinsehen: Versagen auf der Seite des Menschen, aber Gnade auf der Seite Gottes.

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