Diener Gottes sind nur Werkzeuge

Lesezeit: 3 Min.

In der Bibel sind die Diener Gottes einfach Werkzeuge. Es wird uns von keinem einzigen gesagt, er habe große Verstandeskräfte besessen oder sei ein Genie gewesen. Wir lesen nichts von „großen Tiefen“ im Geiste Johannes und nichts von „feuriger Energie“ eines Petrus. Denn nicht sie oder ihre Gaben waren es, die das Werk taten, sondern Gott, der durch sie wirkte.

Echte Diener zeigen nicht auf sich, sondern auf Christus

Sie ließen ihr Licht vor den Menschen leuchten, nicht um sich selber einen Namen zu machen, sondern um ihren Meister zu verherrlichen. Sie hatten nicht aus eigener Kraft oder Frömmigkeit Wunder vollbracht, sondern Christus wirkte durch sie. Sie brachten nicht Kräfte mit, zu welchen Christus weitere zufügte, sondern alles in ihnen, das in seinem Dienste wirklich zählte, war von Ihm. Zwischen der biblischen Darstellung und der Meinung, die heute in der Christenheit überwiegt, ist ein großer Abstand.

„Wenn doch nur die alten Lehrer und Führer der Kirche wieder unter uns wirken könnten“, so hört man sagen, „dann würden wir größere Dinge sehen, als was wir jetzt vor Augen haben. Wenn wir heute in der Christenheit wieder die Apostel und Zeugen vergangener Zeiten hätten, dann wäre die Welt bald für Christum gewonnen.“

So betrachten wir die Dinge. Aber in der Bibel wird Gott als der Wirkende vor uns hingestellt. Von einigen der Apostel wissen wir nicht viel mehr als ihre Namen. Eigentlich taten ja nicht sie die Werke, sondern der Geist Gottes, der in ihnen wirkte.

Christus wählte selten die vielversprechenden Kandidaten

Christus wollte ein dauerhaftes Reich aufrichten. Dafür suchte Er keine Hilfe bei den Regierungen dieser Welt, sondern erwählte sich Männer zu Helfern, die so wenig versprechend waren, dass man sie nach menschlichem Urteil eher als Hindernisse hätte bezeichnen können.

Diese Menschen waren rauhe Fischer, ohne auffallende Intelligenz, ohne Einfluss und Reichtum. Sie haben ihren Meister oft missverstanden. Und doch erwählte er sie als Werkzeuge für das wichtigste aller Werke. Als Er sich unter ihnen umsah und sie durch und durch erkannte, sagte Er mit ruhiger Gewissheit: „Fürchte dich nicht, du kleine Herde, denn es hat eurem Vater wohlgefallen, euch das Reich zu geben.“

Wieso kam es, dass, als Jesus starb, sich sein Reich viel schneller ausbreitete, als da Er noch lebte? Gewiss, noch nie hat ein Mensch so geredet, wie Er. Und als seine Stimme verstummte, hätten seine Jünger sich fragen können: Vermögen wir noch einen Sieg zu erringen, den Er nicht gewonnen hat? Aber sie verzweifelten nicht. Nicht sie waren es ja, die da sprachen, sondern der Geist ihres Herrn wirkte in ihnen.

Hast Du Freude an eigener Verehrung – so ein bisschen?

Die Apostel hätten keine Freude gehabt an der Verehrung, die man ihnen heute zollt, sondern würden wohl mit ihrem Finger von sich weg auf den Herrn hingewiesen und gesagt haben: „Was sehet ihr unverwandt auf uns, als hätten wir aus eigener Kraft und Frömmigkeit diese Wunder getan?“ Alle Höhen, die sie erreicht haben, sind Höhen auf die sie der Herr selber erhoben hat.

****************
Mit freundlicher Genehmigung des Beröa Verlages

Halte Fest Jahrgang 1958 - Seite: 94

Beitrag teilen
Stichwörter

Verwandte Artikel

Paulus (Apg 27): Was trägt in Lebensgefahr wirklich – Angst oder Vertrauen auf Gott? Stefan Drüeke Auf der Seereise nach Rom bekennt Paulus mitten in größter Lebensgefahr: „Der Gott, dem ich gehöre, dem ich diene und dem ich vertraue wird uns retten". Seine Zuversicht kommt nicht aus den Umständen, sondern aus der Gewissheit, dass Gott ... Video ansehen
Die Erprobung Abrahams Stefan Drüeke Gott prüft Abraham, indem er ihm befiehlt seinen Sohn Isaak zu opfern. Abraham gehorcht, wird aber von Gott in letzter Sekunde gestoppt. Dadurch wird Abrahams großer Glaube an eine Auferstehung offenbar. Video ansehen
Warum kam der Sohn Gottes auf diese Erde? Michael Hopp Gott wurde Mensch und wohnte unter uns. Das wissen wir. Die vier Evangelien zeigen uns vier Aspekte seines Kommens. Alle führen zur Anbetung! Artikel lesen
Die Bibel in den Mittelpunkt stellen - von Verkündigung, von Gesprächen Manuel Seibel In Kirchen und Predigten wird über vieles gesprochen, aber wenig über Gottes Wort, hat man manchmal den Eindruck. Wir wollen uns selbst fragen, ob das nicht auch bei uns angekommen ist. Sind der Inhalt der Predigt und von unseren Gesprächen ... Podcast anhören
Gottes Diener: Wie wird er anerkannt? Leslie M. Grant Der Ruf Gottes in den Dienst ist eine Sache, die vollständig und ausschließlich zwischen Gott und seinem Diener geregelt wird. Artikel lesen
Wen hat Gott für mich als Ehepartner vorgesehen? Niemand! Wie bitte? Manuel Seibel Gott hat doch schon einen Ehepartner für Dich vorbestimmt, oder? Jetzt geht es nur noch darum, diesen zu finden. Seltsame Idee! Gott übernimmt nicht Entscheidungen, die Er an uns delegiert hat. Gott tut das, was wir nicht tun können. Und das, was ... Video ansehen