Drei Wege der Offenbarung Gottes

Lesezeit: 3 Min.

Gott, der in sich selbst glückselig ist, hätte das nicht nötig gehabt. Er hätte im Verborgenen bleiben können. Aber dann hätte Er seine Liebe nicht offenbaren können und wir hätten seine große Liebe nie erfahren. Wir hätten auch nie etwas von seiner überschwänglichen Gnade und reichen Barmherzigkeit gewusst. Doch Gott sei Dank: Es hat ihm gefallen, sich uns Menschen zu offenbaren. Im Herrn Jesus hat Er uns sein ganzes Herz kundgetan (Joh 1,14.18).

Im Wesentlichen können wir drei verschiedene Wege unterscheiden, auf denen Gott sich offenbart hat: durch seine Schöpfung, durch sein Wort und durch die Person seines Sohnes. Diese drei Wege der Offenbarung Gottes wollen wir uns im Folgenden ein wenig näher ansehen:

Die Schöpfung

Der Schöpfer-Gott hat sich in seiner Schöpfung offenbart. Ob im Bereich des Makrokosmos oder im Bereich des Mikrokosmos - überall erkennen wir seine Schöpferherrlichkeit. „Die Himmel erzählen die Herrlichkeit Gottes, und die Ausdehnung verkündet seiner Hände Werk." (Ps 19,1).

„Das Unsichtbare von ihm, sowohl seine ewige Kraft als auch seine Göttlichkeit" wird in dem Gemachten wahrgenommen (Röm 1,20). Die Schöpfung trägt die Handschrift des Schöpfers und lässt seine Allmacht und unendliche Weisheit erkennen.

Die Bibel

Gott hat sich in seinem Wort offenbart. Das große Thema der Bibel ist Christus, den wir auf jeder ihrer Seiten finden. Die Bibel ist sozusagen der „geschriebene Christus", durch den Gott sich völlig kundgetan hat.

Gottes Wort stellt uns die Wahrheit in Bezug auf Gott, aber auch in Bezug auf uns selbst vor. Sie gibt Auskunft über das Woher, Wozu und Wohin des Menschen und zeigt uns Gottes Heilsgedanken in Bezug auf uns Menschen: „Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz gekommen ist, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben, uns aber hat Gott es offenbart durch seinen Geist" (1. Kor 2,9.10).

Jesus Christus

Gott hat zu früheren Zeiten immer wieder den einen oder anderen Wesenszug seiner herrlichen Person gezeigt. Aber es war immer nur eine teilweise und eingeschränkte Offenbarung seiner Person. In seinem Sohn Jesus Christus hat Gott sich schließlich vollkommen offenbart (Joh 1,14; Heb 1,1).

Alle Wesenszüge Gottes sind im Herrn Jesus zu sehen, der der Abglanz seiner Herrlichkeit und der Abdruck seines Wesens ist (Heb 1,3). Der Herr Jesus ist das vollkommene Bild des unsichtbaren Gottes und konnte zu Recht sagen: „Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen" (Joh 14,9; Kol 1,15).

Für uns heute ist die Offenbarung im Sohn, im Herrn Jesus, in Gottes Wort zu finden. Während des Lebens Jesu inmitten seines Volkes konnten diejenigen, die in der Umgebung des Sohnes Gottes lebte, Ihn direkt anschauen. Wir haben diese Offenbarung in seinem Wort. Dort lernen wir, dass der Sohn Gott vollkommen offenbart hat in seinem Wesen als Licht und Liebe. Außerhalb des Wortes gibt es keine Offenbarung der Person Jesus, die verlässlich und wahr ist. Auch deshalb lesen wir mit Freude und Gewinn Gottes Wort. Denn Christus ist der Mittelpunkt dieses Wortes.

Beitrag teilen

Verwandte Artikel

Wie genial kann die Natur eigentlich sein? Stefan Drüeke Wenn man sich Nebeltrinkerkäfer oder Mistkäfer genauer anschaut, bekommt man schnell das Gefühl, dass hier ein Schöpfer mit viel Kreativität am Werk war. Der eine überlebt in der Wüste, indem er Wasser aus Nebel sammelt – Tropfen für ... Video ansehen
Unergründliche Wege Gottes Manuel Seibel Immer dann, wenn Gott junge Menschen oder Väter bzw. Mütter von Kindern und Jugendlichen (plötzlich) abruft, kommen nicht nur bei ungläubigen, sondern auch bei gläubigen Menschen Fragen auf. Fragen nach dem Warum, dem Wozu, dem Geheimnis der ... Artikel lesen
Christus - Mittelpunkt des Ratschlusses Gottes (1. Mo 1,26) Manuel Seibel Der Herr Jesus ist Gegenstand des ewigen Ratschlusses Gottes. Nicht nur Gegenstand - Er ist der Mittelpunkt dieses Ratschlusses. Wunderbar, wenn wir Ihn vor Augen haben. Wir sollten uns mehr mit Ihm beschäftigen. Podcast anhören
Die kleinen Propheten - Ein Überblick Stefan Drüeke Als kleine Propheten werden seit dem Kirchenvater Augustinus zwölf prophetische Bücher des Alten Testaments bezeichnet, die, verglichen mit den großen Propheten (Jesaja, Jeremia, Hesekiel; Daniel wird bei den Juden zu den Geschichtsbüchern ... Video ansehen
Die Stadt mit der goldenen Straße (Off 21,21-27) Michael Hardt Die heilige Stadt – das neue Jerusalem – wird mit Perlentoren, einer Straße aus Gold und ohne Tempel beschrieben. Gott selbst und das Lamm sind ihr Licht. Video ansehen
Zum Heiligen Geist beten - wirklich? Michael Hardt Die Bibel fordert uns nicht auf, zum Heiligen Geist zu beten - aber sie verbietet es auch nicht direkt. Dennoch gibt sie klare Hinweise zu der Frage, ob wir als Christen zum Heiligen Geist beten sollen oder nicht. Um das Thema besser zu verstehen, ... Video ansehen