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© William Bliss Baker (1881)

Die Leiterin des Knigge, Agnes Anna Jarosch, hat einmal gesagt: „Nichts fällt so sehr auf wie das, was man verbergen will.“ Bestätigt finden wir das bei unseren Kindern, oder nicht? Wie oft versuchen sie, etwas hinter ihrem Rücken zu verstecken – und wir sehen das sofort.

Weniger fällt uns das auf, wenn es um uns selbst geht. Natürlich müssen wir als Christen nicht unsere Gedanken, Empfindungen, Wünsche, Verletzungen zu Markte tragen. Wir müssen Menschen gegenüber nicht vollkommen transparent sein. Entscheidend ist, dass wir vor Gott leben, dass uns bewusst ist, dass Gott alles sieht, auch das, was niemand anderes sehen kann, nicht mal mein Ehepartner, meine Eltern, meine Kinder …

Ganz besonders wichtig ist es, wenn es um Sünden geht, die mit der Verantwortung der örtlichen Versammlung (Gemeinde) zu tun haben. In 1. Korinther 5,11 ist von Hurerei, Habsucht, Götzendienst, Schmähen, Trinkerei, Raub bzw. Personen die Rede, die durch diese Sünde geprägt sind. Wenn es um solche Dinge geht, handelt es sich offenbar immer um Sünden, die mit einer gewissen Öffentlichkeit, jedenfalls mit anderen, zu tun haben. Bei Hurerei ist immer auch eine andere Person mit im Spiel. Bei einem Trunkenbold geht es darum, dass man durch seine Handlung vor anderen als betrunken auffällt durch seine Taten. Bei einem Habsüchtigen geht es darum, dass man sich zu Unrecht, indem man Recht gebrochen hat, etwas beschafft hat, was einem nicht zusteht.

Bei diesen Dingen können wir versuchen, Sünden zu verbergen. Aber vergessen wir nicht: Gott hat alles gesehen. Und unser Bemühen, diese Sünden zu verbergen, werden in aller Regel früher oder später auch anderen auffallen. Wie bei kleinen Kindern.

Zumindest sollten wir nie vergessen: Gott steht hinter und über allem. Er kann die Dinge zu jeder Zeit offenbar machen. Und dann?

Da ist es besser, wenn wir uns selbst an jemand wenden und diese Dinge, die wir begangen haben, offenlegen. Das ist ein Zeichen, dass es uns wirklich ernst ist, die Dinge in Ordnung zu bringen. Es geht in die Richtung eines Bekenntnisses. Alles andere deutet mehr auf ein Geständnis hin.

© William Bliss Baker (1881)
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