„Notruf 112: Mein Freund / meine Freundin hat ein Problem“ von Josh McDowell / Ed Stewart – eine Buchbesprechung

Lesezeit: 3 Min.

Es gibt inzwischen mehrere Bücher in dieser Reihe. Gelesen habe ich kürzlich die beiden Bücher Trennung der Eltern / Zwischenmenschliche Konflikte und Tod eines geliebten Menschen / Selbstmordgedanken.

Das Buch

Die Bücher umfassen jeweils knapp 100 Seiten in einem verkleinerten Taschenbuchformat. Jedes Buch enthält jeweils zwei Einzelteile oder Einzelbücher, die jeweils von einem Buchende an gedruckt worden sind, also einzeln zu lesen sind und auch drucktechnisch so angeordnet worden sind.

Der Aufbau dieser Themenbücher ist jeweils gleich. McDowell und Stewart beschreiben eine Beispielsgeschichte, in der das jeweilige Problemthema vorhanden ist, und unterbrechen die Erzählungen mehrfach mit einer sogenannten „Auszeit zum Nachdenken“, in der fachliche Anregungen, Hintergründe, Statistiken und therapeutische Hinweise und Erklärungen gegeben werden. Diese lassen den Leser verstehen, warum wer wie handelt.

In allen Erzählungen spielt ein Jugendleiterehepaar die Hauptrolle, Ralf und Bettina Becker, weil sie sozusagen das Vorbild für den Leser sein sollen, wie mit den Problemen der jungen Leute am besten umzugehen ist.

In den beiden Büchern der 112-Notruf-Reihe, die ich jetzt gelesen habe, geht es um folgende vier Themen:

  • Zwischenmenschliche Konflikte, hier am Beispiel eines Sohnes mit seinen Eltern dargestellt, die ihrem Sohn vor allem Kritik entgegenbringen, ohne Zeit für seine Person und seine Herausforderungen mitzubringen. Parallel hat dieser Junge auch noch Konflikte mit einem Freund.
  • Herausforderungen, die für Kinder damit verbunden sind, dass sich ihre Eltern getrennt haben oder sich im Trennungsprozess befinden.
  • Junge Menschen, die sich mit Selbstmordgedanken herumschlagen.
  • Das Fertigwerden damit, dass man einen guten Freund oder ein Elternteil durch Tod verloren hat.

Ziel dieser Bücher ist es, sowohl den jungen Menschen selbst zu helfen, damit sie sehen, dass sie nicht allein im Leben stehen. Aber besonders soll Freunden, Verantwortlichen für Jugendarbeit und letztlich uns allen deutlich werden, dass wir eine Aufgabe haben an solchen (jungen) Gläubigen, die mit solchen Herausforderungen in ihrem Leben zu kämpfen haben.

Bewertung

Josh McDowell und Ed Stewart haben als einen Schwerpunkt ihrer geistlichen Arbeit das Betreuen von jungen Leuten. Das betrifft sowohl ihren schriftlichen als auch ihren sonstigen Dienst. Diese große Erfahrung merkt man auch diesen Büchern an. Sie zeigen auf eine einfühlsame und bibelorientierte Weise, wie man mit Problemen von Freunden und Bekannten umgeht, ohne in die typische Falle zu geraten, in die wir alle leicht geraten: Probleme kleinzureden, Pauschallösungen oder -zuwendungen anzubieten, dumme Sprüche loszulassen.

Wer mehrere dieser Bücher liest, wird in der „Auszeit zum Nachdenken“ natürlich manche Wiederholungen finden. Denn diese Themen haben einen gemeinsamen Kern, wenn es zum Beispiel um die sogenannten Trauerphasen geht.

Diese Bücher zeigen, dass man mit ein wenig Einfühlungsvermögen und Sensibilität auch Freunden in größerer Not zur Seite stehen kann, ohne Dummheiten zu begehen. Sie beweisen auch, dass man keine große Ausbildung machen muss, um anderen eine Hilfe zu sein, wenn man bestimmte Grundsätze im Miteinander und im Reden (oder Schweigen) berücksichtigt.

Normalerweise ist eine meiner Lieblingsbeschäftigungen beim Lesen von Büchern, Fragezeichen und Blitze an den Rand zu schreiben :-). Das ist mir bei diesem Buch kaum gelungen … Daher kann ich es jüngeren und älteren Gläubigen nur zur Lektüre und zur „Weiterbildung“ empfehlen. Man wird nicht mit großer Medizin oder Seelsorge konfrontiert. Aber man lernt im Kleinen und damit im Wesentlichen, wie man helfen kann. Das sollten wir im Miteinander mehr verwirklichen.

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