Die Versammlung löst das Volk Israel als Zeuge auf der Erde ab

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Der Abschnitt, in dem der Herr Jesus seine Gedanken über die Versammlung (Gemeinde) einführt, endet mit einem bemerkenswerten Gebot bzw. Verbot des Herrn: „Dann gebot er den Jüngern, niemand zu sagen, dass er der Christus sei.“ Diese Anweisung des Herrn können wir nur in Verbindung mit den vorherigen Versen gut verstehen. Der Herr hatte sich von den Führern des Volkes Israel weggewandt. Er hatte danach etwas gänzlich Neues eingeführt, seine Versammlung. Diese würde das Volk Israel als Gottes Zeugen auf der Erde ersetzen.

Damit war auch das Zeugnis Gottes an sein Volk beendet. Er hatte diesem seinen König gesandt (vgl. Röm 15,8) – aber sie hatten Ihn abgelehnt. Nun würde es eine solche Botschaft nicht mehr für das irdische Volk Gottes geben. Es hatte aufgehört, Volk Gottes zu sein. Wir wissen, dass dies endgültig erst mit der Kreuzigung und der Beiseiteschaffung des letzten Zeugen des Geistes Gottes, Stephanus, der Fall sein würde. Aber was den Grundsatz betrifft, so hatte Gott dem Volk Israel von jetzt an keine spezielle Botschaft mehr auszurichten.

Ab diesem Zeitpunkt war der Herr nicht mehr der Christus, der Messias des Volkes Israel, sondern der Sohn des Menschen für alle Nationen, der Sohn des lebendigen Gottes, der seine Versammlung baut. Das war – für das Volk Israel – eine sehr ernste Botschaft. Es ist letztlich eine Gerichtsankündigung.

Wir Christen dürfen nicht vergessen, dass mit dem christlichen Bekenntnis etwas Ähnliches passieren wird. Das sehen wir in Offenbarung 3, wo wir davon lesen, dass der Herr der Versammlung in Laodizea (Off 3,14-22) ausrichten lässt, dass Er sie aus seinem Mund ausspeien würde. Denn bei ihr fehlt die Wirklichkeit göttlichen Lebens. Laodizea steht für den Zustand in der bekennenden Kirche, der heute vorherrscht und auch bei dem Kommen des Herrn Jesus zur Entrückung noch vorhanden sein wird. Dann gibt es keine wahre Kirche mehr auf der Erde. Für das Volk Israel wird es danach eine neue Chance geben, den Herrn Jesus als Messias anzunehmen, jedenfalls für die gottesfürchtigen Übriggebliebenen. Für die Christenheit gibt es eine solche zweite Chance nicht. Sie wird nie wieder als Zeuge Gottes und des Sohnes des lebendigen Gottes hier auf der Erde eingesetzt werden. Ihr Gericht steht kurz bevor.

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