Rituelles Waschen

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Den Juden ging es in ihrem Angriff gegen den Herrn Jesus und seine Jünger nicht um das Waschen schmutziger Hände. Wichtig waren ihnen eher ihre Zeremonien, hier also ein zeremonielles Waschen und die damit verbundene Autorität, die sie mit diesen Dingen ausüben konnten. Ihre Ältesten hatten irgendwann einmal das Gesetz eingeführt, dass ein Jude vor jeder Nahrungsaufnahme seine Hände zu waschen hatte. Im Talmud kann man nachlesen, dass es sich sogar um zwei Vorgänge handelte, also um ein zweimaliges Begießen der Hände. Es war im Übrigen ein genauer Ablauf des Reinigens von den jüdischen Rabbinern festgelegt worden.

Zuerst mussten die Hände reingewaschen werden. Dann mussten die Fingerspitzen der zehn Finger zusammengehalten und hochgehalten werden, so dass das Wasser an den Ellenbogen herablief. Dann waren die Hände nach unten zu halten, damit das Wasser auch wieder nach unten ablief. Danach wurde frisches Wasser ausgegossen, während man die Hände wieder hochhob, unten noch zweimal, wenn die Hände wieder nach unten gehalten wurden. Die Waschung selbst wurde vollzogen, indem die Faust der einen Hand in der hohlen anderen Hand gerieben wurde.

Nachdem die Hände gewaschen worden waren, mussten sie, bevor man aß, nach oben gehalten werden. Wenn sie nach dem Essen gewaschen wurden, mussten die Hände dann nach unten gehalten werden, und zwar so, dass das Wasser nicht auf die Beine lief. Das Gefäß musste erst in der rechten, dann in der linken Hand gehalten werden. Das Wasser wurde zuerst auf die rechte und dann auf die linke Hand ausgegossen. Bei jedem dritten Mal mussten die Worte wiederholt werden: „Gesegnet bist du, der du uns das Gebot des Händewaschens gegeben hast." Es wurde intensiv darüber gestritten, ob der Becher des Segens oder das Händewaschen zuerst kam; ob das Handtuch auf den Tisch oder auf die Couch gelegt werden sollte; und ob der Tisch vor dem endgültigen Waschen sauber gemacht werden sollte oder erst danach.

Das Einhalten dieser überlieferten Regeln vermissten die Schriftgelehrten bei den Jüngern des Herrn. Ihnen ging es dabei offensichtlich nicht um den fehlenden Vorgang des Waschens als solchen, sondern darum, dass sie Gründe suchten, um den Herrn zu verunglimpfen. Dafür hatten sie diesen langen Weg auf sich genommen und zeigten damit, dass nicht nur sie, sondern Jerusalem, für das sie stehen, und Israel, für das Jerusalem steht, in einem bösen Zustand lebte.

Man mag sich fragen, woher diese Traditionen der Juden überhaupt kamen. Reichten die zehn Gebote des Herrn und die weiteren Ausführungsbestimmungen, die man von 2. Mose bis 5. Mose findet, nicht aus? Es wird letztlich der menschlichen Natur entsprosst sein, die dahin neigt, gerne Gebote aufzustellen und zu befolgen - zur eigenen, innerlichen Befriedigung.

Das Christentum ist etwas ganz anderes. Der Herr Jesus lehrt uns, dass es auf die Gesinnung des Herzens ankommt. Dann wird man auch im Äußeren Gott treu sein.

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