Spur verstellt (FMN)

Lesezeit: 4 Min.
Wenn wir in dem Lenkrad und der Spur des Autos unsere eigene Einstellung und unseren eigenen Maßstab sowie in der Fahrspur der Straße die Gedanken Gottes und seine Grundsätze sehen, fallen uns ein paar Parallelen auf.

Auch unser Leben, unsere innere (Herzens)-Einstellung kann „verstellt" sein. Wir selbst meinen dann, dass bei uns alles stimmt - halten wir doch das Lenkrad gerade. Nach unserem eigenen Maßstab ist alles okay. Sehen wir aber nicht auf das Lenkrad, sondern auf den Weg, stellen wir fest, dass wir langsam von der richtigen Fahrspur abkommen. Es kommt nicht darauf an zu meinen, man hätte in einer bestimmten Sache die völlig richtige Einstellung (= man hält Lenkrad gerade), sondern entscheidend ist, ob unsere Einstellung in allen Punkten dem Maßstab Gottes entspricht (= wir bleiben auf der Fahrspur). In der Regel ist die Abweichung am Anfang sehr gering - da kommt es darauf an, sehr genau hinzusehen.

Hoffentlich merken wir es selbst frühzeitig, indem wir beim täglichen Bibellesen und Gebet erkennen, wo wir falsch liegen. Dann sollten wir uns darin korrigieren (lassen). Merken wir es selbst nicht, dass unser Weg bildlich in den Graben - oder Gegenverkehr - führt, sollten wir dankbar sein, wenn wir von anderen Gläubigen gewarnt werden, und ihre Hinweise nicht ignorieren.

„Eisen wird scharf durch Eisen, und ein Mann schärft das Angesicht des andern." (Spr 27,17)

Die Reparatur des Autos kann schon mal teuer werden - übertragen kann das Umdenken in einer bestimmten Angelegenheit auch schwerfallen oder wehtun, da man eine alte Denkweise über Bord werfen muss. Aber viel teurer und viel größer kann der Schmerz werden, wenn wir das Auto nicht reparieren und irgendwann tatsächlich im Graben landen. Noch schlimmer wäre es, wenn wir anderen Verkehrsteilnehmern schaden, indem wir in den Gegenverkehr fahren.

Bestenfalls schaden wir bei einem falschen Weg, den wir nicht korrigieren wollen, nur uns selbst - und nicht noch Mitmenschen. Oft aber hat es auch negative Auswirkungen auf andere in unserem Umfeld.

Ein Beispiel in den Evangelien

Hier eine biblische Illustration dazu. Kurz vor seiner Kreuzigung hatte der Herr Jesus den Jüngern gesagt: „Aber nach meiner Auferweckung werde ich euch vorausgehen nach Galiläa" (Mk 14,28). Nach seiner Auferweckung werden die Frauen am Grab von einem Engel aufgefordert, die Jünger daran zu erinnern, „... dass er euch vorausgeht nach Galiläa; dort werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat." (Mk 16,7).

In Johannes 21 sind die Jünger diesem Auftrag gefolgt und nach Galiläa gegangen. Sie waren am See von Tiberias. Sie hätten nur noch auf den Herrn Jesus warten müssen - doch Petrus beschließt für sich: „Ich gehe hin fischen." Und dieser Entscheidung folgten alle anderen Jünger - mit dem Ergebnis: „In jener Nacht fingen sie nichts" (V. 3). Sie hatten die ganze Nacht durchgearbeitet und nicht den kleinsten Fisch gefangen. Nicht einen einzigen. Dem erst noch nicht erkannten Mann am Ufer gaben sie offen zu, dass sie nichts gefangen hätten. Obwohl sie nicht wussten, dass es der Herr war, folgten sie doch der Aufforderung, das Netz auf der rechten Seite auszuwerfen. „Da warfen sie es aus und vermochten es vor der Menge der Fische nicht mehr zu ziehen." Dadurch erkannte Johannes: „Es ist der Herr."

Manchmal spricht unser Herr zu uns, ohne dass wir direkt erkennen, dass Er es ist, der zu uns spricht. Aber Er kann - wie im Fall der Jünger - äußere Umstände benutzen, die eine deutliche Sprache sprechen: Die Jünger fingen nichts. Dann kommt es darauf an, ein feines Empfinden zu entwickeln, um seine Sprache zu verstehen.

Damals aber kam der Herr auch direkt zu seinen Jüngern. Im Gegensatz dazu spricht Er heute nicht mehr so zu uns, dass wir es direkt aus seinem Mund hören könnten, sondern durch die Bibel und das Wirken des Heiligen Geistes. Der Heilige Geist ist in jedem Erlösten und möchte uns direkt in unseren Herzen und in unseren Gedanken korrigieren, wo es nötig ist. Dazu kann Er auch andere Menschen benutzen, die uns - vielleicht ohne unser Problem zu kennen - auf etwas hinweisen.

Kehren wir zu dem Ausgangsbild dieses Artikels zurück. In diesem hatten wir ein Bild der verstellten Spur vor uns. Darin sehen wir den Heiligen Geist und das Wort Gottes als passende Werkzeuge, mit denen der Herr Jesus bei uns an der richtigen Stelle die Spur nachstellen kann. Dazu ist es nötig, dass wir Ihn an uns wirken lassen.

Folge mir nach - Heft 3/2016

Beitrag teilen

Verwandte Artikel

Warum liebt mich Gott? Wie kann man seine Liebe spüren? (FMN) Manuel Seibel „Warum liebt mich Gott?“ Liegt das nur an seinem Wesen, weil er nicht anders kann? Denn an mir ist ja nicht wirklich viel Liebenswertes, so wie ich mich manchmal IHM gegenüber verhalte. Also, warum liebt Gott gerade mich? Folge mir nach - Heft 6/2015 Artikel lesen
Spuren des Schöpfers (FMN, Buchbesprechung) Manuel Seibel Immer wieder werden Schüler damit konfrontiert: Wie ist diese Welt entstanden? Schon in der Grundschule wird gelehrt, dass diese Erde vor mehreren Milliarden Jahren aus dem Urknall entstanden sei. In Kinderstunden, Sonntagsschulen und in ... Artikel lesen
Henry Allan Ironside – unterwegs für den Herrn Jesus: Ein Leben für seinen Meister (FMN) Manuel Seibel Im ersten Teil ging es um Geburt Kindheit und Jugend von Henry Allan Ironside. Er hatte sich als Jugendlicher zum Herrn Jesus bekehrt, war dann aber durch falsche Belehrung in eine Glaubenskrise gekommen. Er meinte, dass man nur dann dauerhaft ... Artikel lesen
Crystal Meth und andere Drogen: Alarm! (FMN) Manuel Seibel Nach wie vor ist Alkohol die Droge Nr. 1 in Deutschland. Aber dahinter verbreiten sich andere Drogen wie eine Epidemie. Finger weg! Denn du zerstörst damit nur dein Leben. Folge mir nach - Heft 4/2016 Artikel lesen
Mit Gott bereden (die gute Saat, FMN) Die gute Saat "Ich aber, ich habe auf deine Güte vertraut; mein Herz soll über deine Rettung frohlocken" (Ps 13,6). Artikel lesen
Gottes Plan mit Israel (Matthias Billeter) – eine Buchbesprechung (FMN) Manuel Seibel „Mit dem Alten Testament und dem Volk Israel haben wir als Christen nichts zu tun“, oder auch das Gegenteil: „Israel ist der Mittelpunkt des göttlichen Ratschlusses“ - diese oder ähnliche Aussagen bringen die Unsicherheit und Verwirrung ... Artikel lesen