Der Prophet und seine Ehre

Lesezeit: 2 Min.
© Nazareth

Die Menschen in Nazareth stellten herablassende und stolze Fragen an Jesus. Sie neideten Ihm, dass Er Wunderwerke tat und in Weisheit redete. Daher nannten sie Ihn abschätzig „Sohn des Zimmermanns“. Der Herr antwortet ihnen: „Ein Prophet ist nicht ohne Ehre, außer in seiner Vaterstadt und in seinem Haus.“ Selbst wenn ein Prophet vollkommen ist wie Christus, wird er in seiner Heimat abgelehnt. Die Menschen haben einen solchen Menschen von Kindesbeinen an gekannt. Sie wollen sich nicht damit abfinden, dass jemand ihresgleichen von dem großen Gott in besonderer Weise im Dienst benutzt wird. Es sind Neid und Missgunst, die hier eine große Rolle spielen. Denn warum soll ein anderer etwas Besonderes sein?

Ein Prophet, der zu einem Volk kommt, wird im Allgemeinen anerkannt. Aber man darf ihn nicht von Kindheit an kennen. Sonst wäre er ja „ganz normal“. So war das beim Herrn. Letztlich wurde Er von allen abgelehnt, aber doch besonders von denen, die Ihn während seiner Jugendjahre umgeben hatten (vgl. Joh 7,5; Mk 3,21). Dazu gehörte auch seine Familie, seine Brüder. Das schmerzte unseren Retter! Aber Er nahm diese Verwerfung an. Auch darin sehen wir seine Vollkommenheit.

Auch in der christlichen Zeit erleben wir dieses Phänomen. Natürlich gibt es einen gewaltigen Unterschied zwischen Christus und uns. Er ist vollkommen - wir sind von Natur sündige Menschen. Bei uns können die Mitmenschen und auch die Christen manchen Schwachpunkt ausmachen, eine Vielzahl von Sünden aufzählen, die wir begangen haben. Aber ist es nicht so, dass ein Diener des Herrn an anderem Ort und in anderem Land oft mehr geschätzt wird als in der Heimat, wo man ihn von früher her kennt und wo ihm vielleicht Neid und Eifersucht entgegenschlagen, sicher auch seine Vergangenheit eine Rolle spielen mag? Wenn man die Berichte mancher Diener des Herrn liest und hört, stellt man fest, dass sich dieses Verhalten – leider – oft auch unter Gläubigen eingestellt hat.

© Nazareth
Beitrag teilen

Verwandte Artikel

Ein Vorbild in Ehrerbietung und Fleiß (Röm 12,10.11) Manuel Seibel In mancher Hinsicht sollen wir den untersten und letzten Platz einnehmen. Wenn es aber darum geht, anderen den Vortritt zu lassen, oder fleißig zu sein, sollten wir allen anderen vorausgehen. Ob wir diese Glaubensenergie verwirklichen? Podcast anhören
Das Lamm auf dem Berg Zion - und das ewige Evangelium (Off 14,1-7) Michael Hardt Offenbarung 14 zeigt ein Panorama von sieben Szenen. Darin wird die Frage beantwortet, ob Gott denn diese Welt aufgegeben hat. Nach dem Lesen von Offenbarung 12 und 13 (wo Satan auf die Erde geworfen wird und dann der Antichrist und der römische ... Video ansehen
Der Prophet Hosea (27) - Hosea 11,8-11: Gottes Erbarmungen Manuel Walter Gottes Gnade ist unumschränkt. Durch sie wird Israel Widerherstellung erfahren. Wie Vögel werden jüdische Angehörige der Zehn Stämme aus ihren Ländern hervoreilen und ins Tausendjährige Friedensreich eingehen. Dort werden sie in ihren ... Artikel lesen
Der Wert gläubiger Frauen in Gottes Wort (31): Debora (3: eine einsichtsvolle Prophetin) Manuel Seibel Debora war nicht nur Retter und Richter in Israel, sondern auch eine Prophetin. Sie machte sich mit den Schwachen des Volkes eins und stellte sich nicht über sie. Vor allem hatte sie Einsicht in Gottes Gedanken. Ein nachahmenswertes Vorbild in ... Podcast anhören
Der Prophet Hosea (5) - Die Beiseitesetzung Israels (Hos 1): Die Geburt der Kinder Manuel Walter Wir sahen bereits, dass die Ehe Hoseas mit dem Hurenweib Gomer den Zustand Israels symbolisierte. Nun sehen wir, dass die Namen der Hurenkinder ebenfalls ernste Botschaften an das Volk richteten. Artikel lesen
Die Stimmen der 12 Propheten (1) Manuel Walter Kein Land dieser Welt fesselt die Aufmerksamkeit der Menschen seit Jahrtausenden mehr an sich, als das Land Israel. Nie hat es eine Stadt gegeben, deren Geschichte beeindruckender ist, als die Jerusalems. Und zu keiner Zeit hat es ein Volk gegeben, ... Artikel lesen