Letzter Brief von Alexis Freiherr von Roenne an seine Frau

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Freiherr von Roenne sah seit der Machtübernahme im Nationalsozialismus das Unglück Deutschlands. Gewissensbedenken verboten es ihm, an der Vorbereitung des Attentate vom 20. Juli mitzuwirken. Doch die freundschaftlichen Beziehungen, die ihn mit den Führern des Widerstands verbanden, waren Grund genug zur Verurteilung. Er starb am 12. Oktober 1944. Er wurde an diesem Tag erhängt.

Berlin-Plötzensee, 12. Oktober 1944

Königsdamm 7

Mein Allerliebstes!

Gleich gehe ich nun heim zu Unserem Herrn in voller Ruhe und Heilsgewissheit. Meine Gedanken sind in allergrößter Liebe und voller Dank bei Dir, bei Euch.

Ich bitte Dich als letztes: klammere Dich nur an Ihn und habe in Ihm voller Zuversicht: Er liebt Dich.

Jeder Entschluss, den Du nach Gebet im Leben für Euch fast, hat meine volle Billigung und meinen Segen. Wenn du wüsstest, wie unvorstellbar treu Er mir in diesem Augenblick zur Seite steht, wärst auch Du für Dein ganzes schweres Leben gewappnet und ruhig. Er wird Dir Kraft zur allem geben.

Ich segne die beiden geliebten Kleinen und schließe in mein letztes Gebet innig ein: Der Herr lasse Sein Angesicht leuchten über ihnen und führen sie heim.

Innige Grüße und Dank meiner geliebten Mama, den Eltern und Geschwistern. Mögen sie von Ihn behütet, im heiß geliebten Vaterland auch schwere Zeiten überdauern.

Dir, mein Allerliebstes, gehört meiner heiße Liebe und Dank bis zum letzten Augenblick und seliges Wiedersehen.

Gott behüte Dich.

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