Lesezeit: 2 Min.

In einem Leitartikel einer großen Tageszeitung hieß es gestern im Blick auf die unfassbare Tragödie des Germanwings-Absturzes: „Trost können die Hinterbliebenen allenfalls finden in den kleinen und großen Gesten der Anteilnahme so vieler Millionen und in der Professionalität derer, die tun, was jetzt zu tun ist."

Zweifellos tun solche Gesten gut und helfen sicherlich, ein solches Trauma zu verarbeiten. Aber können sie wirklich Trost geben?

Gerade jetzt, wo nach und nach herauskommt, was die Ursache dieses Absturzes war, brauchen die Angehörigen der ums Leben gekommenen Menschen wirklich Trost. Letztlich aber kann nur einer wirklich trösten und das Herz der trauernden Menschen befestigen: Das ist Gott. Er ist der „Gott allen Trostes" (2. Kor 1,3). Er gibt ewigen Trost und gute Hoffnung (2. Thes 2,16). Er ist derjenige, der uns in solch großer Not tröstet (2. Kor 1,4).

Ich weiß nicht, wie Menschen, die keine Beziehung zu Jesus Christus haben, solche furchtbaren Erlebnisse überhaupt verkraften können. Aber auch für uns, die wir an Ihn als an unseren Retter glauben, sind solche Stunden unendlich schwer. Menschen können da - wie Hiob es einmal ausdrückt - leidige Tröster sein. Und oft brauchen wir dann auch erst Zeit, um für die Tröstungen Gottes offen zu werden.

Wie gut, dass wir wissen, dass Ihm nichts aus der Hand gleitet. Wir verstehen vieles nicht. Aber eines wissen wir: Dass Gott gut ist und nur das zulässt, was zu unserem Guten ist. In diesem Vertrauen gehen wir weiter - bis der Herr Jesus uns zu sich holen wird.

Zugleich aber wollen wir unserer Aufgabe nachkommen, anderen Menschen Trost zu geben. Gerade solche, die keine Beziehung zu Gott haben, brauchen uns. Ob wir zuvor eine Basis gelegt haben, auf der sie uns in einer solch schweren Situation dann auch anhören und annehmen?

Beitrag teilen

Verwandte Artikel

Trost im Jenseits? – Nee, brauche ich nicht. Manuel Seibel Der Altbundeskanzler Helmut Schmidt ist für viele Deutsche eine moralische Autorität. Jetzt hat er sich noch einmal interviewen lassen. Und auch zum „Jenseits“ Stellung bezogen. Artikel lesen
Eine tröstliche Gewissheit Sascha Bastian Ein neues Jahr liegt vor uns. Wir wissen nicht, was alles auf uns zukommt. Doch als Christen dürfen wir eines ganz sicher wissen, „dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten mitwirken, denen, die nach Vorsatz berufen sind“ (Römer 8,28). ... Artikel lesen
Ein brennendes Herz William J. Hocking “Und sie sprachen zueinander: Brannte nicht unser Herz in uns, als er auf dem Wege zu uns redete und als er uns die Schriften öffnete?” (Luk. 24,32). Artikel lesen
Angst und Gottesfurcht Damian Korcz Wenn man über einen Gegenstand anhand der Schrift etwas lernen möchte, hilft es oft, das erste Vorkommen dieses Themas/Wortes in der Bibel nachzuschlagen. Artikel lesen
Wiederkehr der Religion? Manuel Seibel Eine US-Politikwissenschaftlerin meint, dass das religiöse Element am Kommen sei. Der Glaube werde vor allem im politischen Bereich immer wichtiger. Er würde sogar eine entscheidende Rolle in der Weltpolitik spielen. Ist das wahr? Artikel lesen
Das Böse im Menschen kann man nicht ausrotten! Manuel Seibel Wer glaubt, der Mensch würde irgendwann "gut", irrt sich. In der Covid-Zeit gab es manche Einschränkungen. Und Christen waren dankbar, dass auch bestimmte Formen des Bösen "in alter Form" so nicht "angeboten" wurden. Stichwort Prostitution. Aber ... Podcast anhören