Psalm 63 - Ein Psalm trotz Wüstenzeiten (1)

Lesezeit: 3 Min.

"Ein Psalm von David, als er in der Wüste Juda war." (Psalm 63,1) David befand sich also weder im Heiligtum, noch in einem angenehmen zu Hause. Die Wüste war kein Ort zum Wohlfühlen. Ob er die Bundeslade und die Wohnung Gottes jemals wiedersehen würde, war für ihn zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar. In der Wüste gab es kein Wasser und keine Nahrung, es war unvorstellbar heiß, und rein menschlich gesprochen gab es dort nichts, woran sich David hätte erfreuen können.

Immer wieder hat David solche Wüstenzeiten erlebt, aber anstatt den "Kopf in den Sand zu stecken", entdecken wir bei David eine tiefgehende Sehnsucht nach seinem Gott. Er schaute nicht auf die Gefahren, die überall um ihn herum lauern konnten, vergrub sich nicht in Trauer und Wehmut, sondern schaute auf zu seinem Gott, erinnerte sich an die Erfahrungen, die er mit Ihm gemacht hatte und wurde dadurch im Glauben gestärkt und ermuntert. Das Ergebnis war ein Lobpreis Gottes von ganzem Herzen!

David hatte erkannt, dass nichts anderes als Gott selbst einen Menschen wirklich zufrieden machen kann. (siehe Vers 6 und 7)

Auch in Deinem und meinem Leben gibt es früher oder später solche "Wüstenzeiten" - ganz abgesehen davon, dass für den Gläubigen diese Welt an sich eine "Wüste" ist, die ihm keine nachhaltige Befriedigung geben kann. Es bleiben Hunger und Durst der Seele zurück, die nur Gott stillen kann. Vielleicht erlebst Du gerade eine Zeit der Krankheit, Probleme auf der Arbeit oder im Studium? Es kann sein, dass Du erleben musst, dass sich sogar Christen oder sogar Deine eigene Familie gegen Dich stellt ... Wie gehst Du damit um?

Das sind Zeiten, in denen uns die angenehmen Seiten des Lebens für eine bestimmte Zeit unzugänglich bleiben - wo uns all das genommen wird, was zum normalen Leben eben dazu gehört. Gott möchte solche Zeiten dazu nutzen, dass wir Ihn besser kennenlernen und näher zu Ihm zu kommen. (5 Mose 8,3)

Wenn Du mit dem Auto eine längere Strecke zurücklegen willst, ist es wichtig, zu Beginn Deiner Reise voll zu tanken, damit Du nicht plötzlich trocken fährst, weil an der Straße weit und breit keine Tankstelle auftaucht. Wenn der Tank leer ist, bleibst Du irgendwo am Straßenrand liegen und kommst nicht weiter ...

Gerade in den "Wüstenzeiten" unseres Lebens werden wir wohl anfangen, nach Gott zu dürsten, weil uns sonst alle Annehmlichkeiten des Lebens verborgen sind. Aber dieser Durst, diese Sehnsucht, kann nur entstehen - das wollen wir von David lernen - wenn wir schon vorher Erfahrungen mit unserem Gott gemacht haben!

Hast Du eine Sehnsucht, ein Verlangen nach Deinem Gott?

"Wie ein Hirsch lechzt nach Wasserbächen, so lechzt meine Seele nach dir, o Gott. Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott: Wann werde ich kommen und erscheinen vor Gottes Angesicht?" (Psalm 42,2.3)

Beitrag teilen

Artikelreihe: Psalm 63

Verwandte Artikel

Erforsche mich, Gott! Henri Rossier Wir kennen uns nicht, aber Gott kennt uns. Der erste Gedanke, der uns in diesem Psalm entgegentritt, ist der, dass Gott uns kennt. Dies bezieht sich sowohl auf die, welche den Herrn noch nicht kennen, als auch auf die, welche Gott kennen und in ... Artikel lesen
Lob am Ende der fünf Psalmbücher Michael Hopp Es ist ein großes Vorrecht, Gott Lob zu bringen. Ein schönes Vorbild dazu finden wir am Ende der fünf Psalmbücher. Das lädt uns ein, die wir ein viel höheres Verständnis des Werkes und der Person des Herrn haben, Ihn anzubeten. Artikel lesen
Das Lamm auf dem Berg Zion - und das ewige Evangelium (Off 14,1-7) Michael Hardt Offenbarung 14 zeigt ein Panorama von sieben Szenen. Darin wird die Frage beantwortet, ob Gott denn diese Welt aufgegeben hat. Nach dem Lesen von Offenbarung 12 und 13 (wo Satan auf die Erde geworfen wird und dann der Antichrist und der römische ... Video ansehen
Die Botschaft des Mondes Stefan Drüeke Der Mond ist kein Stern, er strahlt nicht sein eigenes Licht. Stattdessen wirkt er wie ein Spiegel, der das Licht der Sonne reflektiert. Seine Erscheinung variiert dabei von strahlend hell bis hin zu einer schmalen Sichel, und manchmal ist er sogar ... Video ansehen
Ich habe abgetrieben: Lieb-los? Hoffnung-los? Vergebungs-los? Alles aus? Manuel Seibel Gott sieht uns von Anfang an im Mutterleib als „Menschen“ an. Dennoch gibt es viele, leider auch manchmal Christen, die ein solch kleines Wesen: eine Person, ein Baby, ein Geschöpf Gottes!, abgetrieben haben. Ein echtes Wunder ... Das ist etwas ... Video ansehen
Tiere der Bibel - Der Leviatan Stefan Drüeke Ist der Leviatan ein Krokodil? Die Bedeutung des Leviatans ist im Alten Testament unterschiedlich. Mal steht es für den Teufel, dann für seine Dämonen. Zweimal allerdings wird der Ausdruck für ein damals lebendes Tier verwendet.  Video ansehen