An Falschem festhalten

Lesezeit: 2 Min.

„Wehe denen, die das Böse gut nennen und das Gute böse; die Finsternis zu Licht machten und Licht zu Finsternis; die Bitteres zu Süßem machen und Süßes zu Bitterem!“ (Jes 5,20).

Gott spricht hier ein sechsfaches Wehe aus über sein Volk, das in Sünden verharrte. Das vierte Wehe handelt vom Verdrehen moralischer Grundsätze. Das Böse wird gut und das Gute böse genannt. Das ist in Gottes Augen verwerflich.

Wie leicht können auch wir an Falschem, an Bösem festhalten, als ob wir daran gefesselt und festgebunden wären … Wir wissen, dass eine bestimmte Handlungsweise, bestimmte Tätigkeiten, Begierden, Besuche, bestimmte Gedankengänge, bestimmte Lehrmeinungen unbiblisch sind. Aber weil wir nicht davon lassen wollen, halten wir daran fest. Manchmal versuchen wir vielleicht sogar, unser Tun noch „geistlich“ zu begründen und irgendwie zu verteidigen, damit wir uns nicht korrigieren müssen.

Wir alle tun uns sehr schwer damit, einen Fehler einzugestehen und das Falsche zu bekennen; jeder von uns! Aber an Verkehrtem festzuhalten und möglicherweise durch ein schlechtes Vorbild andere noch mitzureißen, ist schädlich: für uns selbst, weil wir in falschen Gedanken, Verbindungen oder Handlungsweisen verharren; aber auch für andere, weil sie von uns beeinflusst werden und in eine falsche Richtung gelenkt werden.

Wir müssen immer äußerst vorsichtig sein, das bei anderen beurteilen und vor allem verurteilen zu wollen (vgl. Mt 7,1-5). Aber mit uns selbst sollten wir schonungslos umgehen, selbst wenn es uns etwas kostet. Überwindung und Selbsteinsicht sind für niemand von uns leicht. Das kostet …

Beitrag teilen

Verwandte Artikel

1000 Jahre Frieden – und dann? Der letzte Krieg (Off 20,7-10) Michael Hardt Was passiert nach dem 1000-jährigen Reich? Offenbarung 20,7–10 erklärt: Der letzte Aufstand des Menschen – und Gottes Antwort mit Feuer vom Himmel. Christus regiert 1000 Jahre in Frieden und Gerechtigkeit – Satan ist gebunden. Doch am Ende ... Video ansehen
Auf dem Weg zum falschen Geschäft (Die gute Saat, FMN) Die gute Saat, Manuel Seibel "Steh auf und geh nach Süden auf den Weg, der von Jerusalem nach Gaza hinabführt" (Apostelgeschichte 8,26). Artikel lesen
"Richtet nicht!" (Mt 7,1) - ein Aufruf zur grenzenlosen Toleranz? Michael Hardt Was meinte Jesus wirklich, als Er sagte "Richtet nicht" (Matthäus 7,1)? Bedeutet dieser Vers, dass alles erlaubt ist und niemand etwas verurteilen darf? War Jesus Christus ein Befürworter grenzenloser Toleranz, bei der jede Kritik vermieden werden ... Video ansehen
Junge Christen im Gegenwind (2. Thessalonicher) Michael Hardt Sie hatten sich erst vor wenigen Monaten aus dem Heidentum bekehrt, die Thessalonicher. Und nun steckten sie tief in Problemen: Sie wurden (immer noch) verfolgt, und falsche Lehrer behaupteten, die Drangsal habe bereits begonnen. Und es gab einzelne ... Video ansehen
Falsche Moral Manuel Seibel Hohe Repräsentanten der Evangelischen Kirche Deutschland (EKD) haben sich angesichts des Papst-Besuchs Benedikt XVI. zur Morallehre der Römisch-Katholischen Kirche geäußert: kritisch. Wie führen sie Menschen in die Irre, die ihr Seelenheil bei ... Artikel lesen
Der Christ und das Gesetz vom Sinai (FMN) Manuel Walter Nach dem Auszug des Volkes Israel aus Ägypten gab Gott den Juden das Gesetz. Es war festes Gebot, Maßstab und Richtschnur für ihr Leben. Gilt das auch für uns Christen? Ist das Gesetz unsere Lebensregel? Artikel lesen