Der Mantel und das Christentum

Lesezeit: 2 Min.

Ein gläubiger Christ lernte einmal einen alten Mann kennen, der schon viel Schweres erlitten hatte. Der Gläubige erzählte dem Senioren von der Liebe Jesu, von seinem Mitgefühl und seiner Hilfe, aber der wehrte ab. Er fühlte sich durch das unglaubwürdige Leben eines religiösen Würdenträgers zu sehr abgestoßen.

Der Christ versuchte ihm zu erklären, was echten Glauben von einem nur äußerlichen Christentum unterscheidet: „Stellen Sie sich einmal vor, ich stehle Ihren Mantel, ziehe ihn an und begehe einen Raubüberfall. Die Polizei hat mich noch fliehen sehen, mich aber nicht mehr einholen können. Doch sie verfügt über ein wichtiges Indiz, das zu Ihnen führen wird: Ihren Mantel. Was würden Sie sagen, wenn man Sie wegen Ihres Mantels für den Räuber halten würde?"

„Ich würde das rundheraus von mir weisen und sagen: Der Mantel - das bin nicht ich selbst."

„Ganz richtig! Und genauso wenig darf man Jesus Christus mit denen verwechseln, die seinen Namen zu Unrecht tragen."

Dieses Beispiel machte den alten Mann nachdenklich. Bei der nächsten Begegnung fragte er den Gläubigen: „Wie kann ich denn ein wirklicher Christ werden?" Die Antwort lautete auf den Punkt gebracht: „Wir müssen von einem Leben im Eigenwillen zu Gott umkehren, Ihm unsere Verfehlungen bekennen und an Jesus Christus und sein Erlösungswerk glauben."

Als sie sich erneut trafen, umarmte der alte Mann den jüngeren voll Freude und sagte: „Ich danke Ihnen, dass Sie mir den Weg zu Gott gezeigt haben. Jetzt weiß ich, dass Er mich angenommen hat." Und indem er mit dem Finger zum Himmel wies, fügte er hinzu: „Sie tragen seinen Mantel zu Recht."

(aus: Folge mir nach - Heft 4/2013)
Beitrag teilen

Verwandte Artikel

Islam und Christentum: Derselbe Gott? Manuel Seibel Der Papst-Besuch der Türkei hat begonnen. Mit interessanten Aussagen von Joseph Ratzinger, der unter anderem von dem einen Gott sprach, an den die Christen und Muslime glaubten. Eine Betrachtung aus biblischer Sicht ... Artikel lesen
Der Brief an Thyatira - das Christentum im Mittelalter Michael Hardt Das Papsttum etablierte sich ab etwa 600 n. Chr. und dominierte seitdem das christliche Bekenntnis. Wie beurteilt Gott diese Entwicklung? Was denkt der Herr über die Lehre und Praxis, die in den folgenden Jahrhunderten das christliche Zeugnis ... Video ansehen
Christentum = Entertainment ? Oder: Die Kommerzialisierung des Christentums Michael Hopp Christliche Kommzerzialisierung ist in. Ernsthaftes Christentum ist einem entertainten Christentum gewichen. WWJD - What would Jesus do? - das ist solch ein Pop-Slogan für Christen, mit dem es sich werben lässt. Wir zweifeln nicht, dass er ... Artikel lesen
Nur ein Gedenktag-Christentum? Carsten Verwaal Manche Christen scheinen nur am Sonntag oder an Feiertagen wie Ostern und Weihnachten „Christen“ zu sein. Das aber will Gott nicht! Artikel lesen
Glauben alle „Gläubigen“ an denselben Gott? Manuel Seibel Die erste muslimische Ministerin in Deutschland hat ihren Amtseid als Ministerin mit der Bitte beendet: „So wahr mir Gott helfe“. Das hat viele verblüfft, denn sie ist ja keine Christin, sondern Muslimin. Später berief sie sich in einer ... Artikel lesen
Für Jesus Christus entscheiden – nicht entschieden werden Manuel Seibel Bis heute verkündigen wir Menschen das Evangelium Gottes, die gute Botschaft. Wir bitten an Christi statt, lasst euch versöhnen mit Gott. Das ist - hoffentlich - unser aller Anliegen. Immer wieder stellt man Menschen damit vor die Entscheidung: ... Artikel lesen