Verliebt – verlobt - verheiratet (EAB) – eine Buchbesprechung

Lesezeit: 5 Min.
Verliebt – verlobt - verheiratet: von Ernst-August Bremicker

Wenn es ein Thema gibt, das die meisten jungen Christen interessiert, dann ist es das von Verliebtsein und der Beziehung zu einem jungen Menschen anderen Geschlechts. Viel wird darüber gesprochen, in fast jeder Zeitschrift (ob gedruckt oder online) findet man Artikel dazu. Auch Ernst-August Bremicker hat sich dieses Themas vor einiger Zeit angenommen, um Antworten aus Gottes Wort auf die entsprechenden Fragen zu geben.

Das Buch gliedert sich in vier Teile: Im ersten geht es um die von Gott gegebene Ehe. Der Autor beschreibt den Wert der Ehe, und dass es der einzige von Gott geschenkte Weg ist, auf dem ein Mann mit einer Frau zusammen sein Leben führen kann. Eine andere „Konstellation" für das intime Zusammenleben zweier Menschen gibt uns Gott nicht. Aber die Ehe ist viel mehr als nur das (intime) Zusammensein von Mann und Frau. Es ist eine wunderbare Einheit nach Geist, Seele und Leib, die sogar ein Bild von Christus und seiner Versammlung (Gemeinde) ist.

Im zweiten Teil - dem Herzstück des Buches - zeigt Ernst-August Bremicker den Weg der Partnerwahl auf. Voran stellt er die Entscheidung, die jeder für sich vor Gott fällen muss: Ist es eigentlich Gottes Weg für mich zu heiraten, oder geht Er mit mir einen andern Weg? Im weiteren Verlauf spricht der Autor besonders die Verantwortung des jungen Mannes und der jungen Frau an. Er erörtert, welche Fehler bei der Partnerwahl auftreten können, wie wichtig Kriterien nach der Schrift sind, , und was wirkliche Liebe eigentlich bedeutet. Neben einem positiven und einem negativen Beispiel spricht der Autor auch das heikle Thema „Verabredungen" und schließlich den „Heiratsantrag" an.

Der dritte Teil ist der Verlobungszeit als Vorbereitungszeit auf die Ehe gewidmet. Ernst-August Bremicker erklärt den Charakter dieser Zeit, betont die Wichtigkeit des besseren Kennenlernens und geht nicht an den verschiedenen Gefahrenzonen in dieser Periode vorbei. Gerade über das Thema, wie es zu schaffen ist, die Kraft der Sexualität in der Verlobungszeit in Selbstbeherrschung zu kontrollieren, werden hilfreiche Gedanken geäußert.

Im letzten Abschnitt geht es dann um Freundschaften vor der Verlobungszeit, die mit einer Sackgasse verglichen werden. Junge Menschen sollen einen unverkrampften Umgang auch zwischen den Geschlechtern führen. Aber das, was über einen solchen Umgang hinausgeht, gehört nicht in den Rahmen einer „Freundschaft", sondern sollte mit einer Verlobung verbunden werden. In diesem Teil weist der Autor eingehend darauf hin, dass Frauen und Männer ganz unterschiedlich „ticken". Wie „funktioniert" - im Allgemeinen - eine Frau, wie ein Mann. Dazu gibt es eine Reihe hilfreicher Hinweise. Diese sollte jeder junge Christ bedenken, wenn er intensivere Kontakte mit dem anderen Geschlecht angeht.

Das empfehlenswerte Buch umfasst 191 Seiten, ist sehr gut zu lesen und gibt eine Fülle von nützlichen Ratschlägen für junge Christen, die teilweise auch dem Erfahrungsschatz des Autors entstammen. Besonders wichtige Hinweise sind im Text herausgehoben (Fettdruck) und so leicht wieder auffindbar.

Aufgrund der Vielzahl von Anregungen sollte dieses Buch von jedem jungen Christen gelesen werden, der über das Thema „Ehe und Verlobung" nachdenkt. Es kostet 5,90 Euro, ist bei der Christlichen Schriftenverbreitung erschienen und daher beim Herausgeber von „Folge mir nach" erhältlich.

Manuel Seibel

Buchauszüge

Seite 34

Die Entscheidung für den Ehepartner ist nach der Bekehrung eine der wichtigsten Entscheidungen, die ein Mensch hier auf dieser Erde trifft. Trotzdem ist es erschütternd zu sehen, wie manche - besonders junge - Menschen sich einen Partner aussuchen, als wenn sie ein Auto, einen Laptop oder eine neue Jeans kaufen würden. Liebe junge Freunde, die Wahl des Ehepartners ist eine wichtige Entscheidung. Ihr stellt damit die Weichen für einen entscheidenden Teil Eures zukünftigen Lebens. Bitte nehmt diese Entscheidung nicht auf die leichte Schulter! Es ist eine endgültige Entscheidung!

Seite 39.40

Wer verheiratet ist, muss Zeit aufwenden, um seine Ehe zu pflegen. In diesem Sinn ist die Ehe tatsächlich eine Investition, die etwas kostet. Wer nicht verheiratet ist, hat diese Zeit frei. Frei wofür? Für sich selbst? Nein, sondern für den Herrn. Wer also nicht verheiratet ist, der soll diesen Stand für den Herrn benutzen.

Graf von Zinzendorf, der Gründer der Herrenhuter Brüdergemeinde und Dichter zahlreicher Lieder, hatte eine einäugige Kuhmagd. Sie hieß Anna Helene und war nicht verheiratet. Zinzendorf sagte einmal von ihr: „Sie hat so viele Seelen unter den Frauen gewonnen, dass es unglaublich ist. Wenn eine Person in ihr Haus eintrat, so wurde sie schon für errettet angesehen." Sie nutzte ihren Stand für den Herrn!

Wenn sich also ein (junger) Mensch, der es mit der Nachfolge hinter seinem Herrn her ernst meint, aus diesen Gründen gegen die Ehe entscheidet, sollten andere das respektieren. Es gibt genügend Beispiele großer Männer und Frauen Gottes, die sich bewusst gegen die Ehe entschieden haben, um ganz für ihren Herrn da sein zu können. Paulus ist das herausragende Beispiel. In der Kirchengeschichte könnte man eine ganze Reihe von Namen nennen. Es ist ganz bestimmt nicht gut, wenn andere in solchen Fällen irgendwann anfangen, hinter dem Rücken des Betroffenen zu tuscheln. Noch schlimmer ist es, wenn versucht wird, irgendetwas zu „arrangieren", um ihn - oder sie - endlich „unter die Haube zu bringen". Andererseits ist es genauso verkehrt, wenn sich (junge) Menschen aus egoistischen Motiven heraus gegen die Ehe entscheiden. Ein solches Motiv könnte z.B. sein, ein bequemes Leben für sich selbst führen zu wollen.

Seite 65.6

Wenn Du merkst, dass ein ungläubiger Mann/eine ungläubige Frau sich für Dich interessiert, dann zeige eindeutig Flagge und sag ihm/ihr von der ersten Minute an klipp und klar, dass Du dem Herrn Jesus gehörst. Mach keinen Hehl daraus, dass eine freundschaftliche Bindung oder gar eine spätere Heirat für Dich niemals in Frage kommen kann. Je klarer Du von Anfang an die Fronten ziehst, umso besser.

Jeanette war ein junges Mädchen aus gläubigem Elternhaus. Sie hatte sich früh für die bewusste Nachfolge hinter dem Herrn Jesus her entschieden. Ihr Vater hatte sie immer wieder darauf hingewiesen, unter keinen Umständen einen ungläubigen Mann zu heiraten. Der Vater starb, als Jeanette im heiratsfähigen Alter war. Kurz nach seinem Tod bekam sie einen Antrag von einem jungen Mann, den sie als Mensch sehr schätzte. Leider war er ungläubig. Jeanette antwortete deshalb mit einem klaren und deutlichen Nein. Und sie erklärte auch, warum. Der junge Mann ließ nicht locker in seinen Bemühungen um Jeanette. Trotzdem blieb sie standhaft. Dem jungen Mann war das rätselhaft. Er wollte das „Geheimnis" ihrer Standhaftigkeit kennen lernen. Er begann, die Bibel zu lesen und die Zusammenkünfte der Gläubigen zu besuchen. Die Wahrheit des Wortes Gottes überzeugte ihn. Er kam zum echten Glauben an den Herrn Jesus. Nun gab es für Jeanette eigentlich kein Hindernis mehr. Sie wartete trotzdem noch eine ganze Zeit ab, ob die Sache wirklich echt war. Dann erst sagte sie mit Freuden: „Ja!" Die beiden haben eine glückliche Ehe unter dem Segen des Herrn geführt.

(aus: Folge mir nach - Heft 2/2013)

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